• Valve-Gründer Gabe Newell: "Windows 8 ist ein einziges Trauerspiel"

    Der Name Gabe Newell dürfte eher den Zockern unter den PC-Benutzern ein Begriff sein, er gehört zu den einflußreichsten Menschen der Spiele-Branche. Newell arbeitete etwa 13 Jahre bei Microsoft als Entwickler, bevor er die Firma "Valve" gründete und mit ihr die Online-Plattform "Steam" entwickelte, die heute mit geschätzten 40 Millionen Spielbegeisterten aufwartet. Zu Valves bekanntesten Spielen gehören "Half-Life" und "Portal 2".

    Newell hatte schon in früheren Gesprächen Windows 8 als "Katastrophe" bezechnet, das die Nutzer veranlassen könnte, ihr Computerleben aufzugeben. Das war kurz vor dem offiziellen Erscheinen des Betriebssystems.
    Inzwischen ist Windows 8, 2 Monate nach Veröffentlichung, bei fast 7% der Steam-Nutzer installiert, genauso viele Linux- und Mac-Nutzer gibt es auf der Spieleplattform.

    Bei der derzeit stattfindenden CES in Las Vegas gab der Spiele-Entwickler eines seiner seltenen Interviews der "The Verge". Es geht hierbei hauptsächlich über die Zukunft der Computer-Spiele und die Hardware-Entwicklung der Valve-eigenen Steam Box.

    "Die Krux an Windows 8 ist nicht allein die Art und Weise der Microsoft-Vermarktung. Windows, als ein allumfassendes Betriebssystem, ist wunderbar wenn neue Standards für schnellere WLAN-Verbindungen oder für bessere Grafik entwickelt wurden. Windows 8 hingegen ist ein einziges Trauerspiel. Es verletzt jeden in der Computer-Branche. Eigentlich sollte jeder Käufer aufgeregt und begeistert sein, wenn er einen neuen PC mit neuer Software erwirbt - es gab aber einen Rückgang um 20% an neuen PCs - es ist wie 'Heiliger Bimbam! Das kann doch nicht die neue Generation eines Betriebssystems sein, die sie eigentlich sein will.' Es müßte ein Anstieg der PC-Verkäufe von 40% sein, kein 20%iger Rückgang, das beängstigt mich. Als ich Windows 8 das erste Mal nutzte, dachte ich nur 'Oh mein Gott...'. Ich finde Windows 8 unbrauchbar."

    Newell sprach ebenfalls über die Pläne der hauseigenen Steam Box, die voraussichtlich dieses Jahr noch auf den Markt kommen und bereits auf der CES vorgeführt wird. Auf ihr läuft kein Windows, sondern Linux: "Es wird eine Linux Box werden, aber wenn Sie Windows darauf installieren wollen, können Sie das auch." Die Steam Box möchte auch mehr als Server denn ein Spiele-PC angesehen werden. Mit einem PC können dann mehrere Mitspieler auf ihre Kosten kommen.

    Mit der Steam Box will nun auch Valve in das Geschäft der Spielekonsole einsteigen, das derzeit von Microsoft, Sony und Nintendo beherrrscht wird. Der Erfolg der Box wird aber vor allem von der Akzeptanz der Internet-Spieler abhängig sein.

    Wenn Sie etwas entwickeln, das so cool ist, dass Menschen sich dafür interessieren und sich die Zeit dafür nehmen, werden sie das Produkt auch annehmen. Wenn Sie etwas entwickeln, das nicht cool, sondern eher unnütz ist, können Sie noch so viel Dollars in Ihr Marketing stecken, wie Sie wollen, die Menschen werden es dennoch nicht annehmen.
    Das komplette Interview und die Stellungnahmen der Leser können Sie hier weiter nachverfolgen:
    Valve's Gabe Newell on Steam Box, biometrics, and the future of gaming
    csmulo, Marco1976, DaTaRebell und 16 weitere bedanken sich.



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    Kommentare 13 Kommentare
    1. Avatar von Martin
      Martin -
      Das wäre ja nun ein prima Aufhänger, um eine neue Diskussion über Windows 8 zu starten: Warum ist die Oberfläche so, wie sie ist, warum gibt es das Startmenü nicht mehr und so weiter...
      Ich gehe aber mal davon aus, dass Gabe Newell als viel beschäftigter Manager sowieso nur selten einen Computer benutzt. Er sagt ja selbst, er habe Windows 8 nur kurz ausprobiert und es furchtbar gefunden. Da ist er weiß Gott nicht alleine - beim ersten Blick auf die Developer Preview dachte ich seinerzeit auch 'was soll ich denn damit?'
      Ich kenne aber nur ganz wenige Leute, die über diese Hürde gesprungen sind und Windows 8 danach immer noch nicht mochten. Und ich kenne noch mehr, die einfach umgestiegen und jetzt zufrieden sind.
      Zurück zu Newell: Als jemand, der Windows 8 nur kurz getestet hat, scheidet er als Kritiker an der Oberfläche und allem anderen natürlich aus - er hat ja schlicht keine Ahnung davon.

      Newell ist Geschäftsmann - und alles was ein Geschäftsmann sagt oder tut, dient seinen Geschäften - verfolgt also das Ziel, mehr Geld zu verdienen. Die spannende Frage also ist: Warum glaubt Newell, dass diese Kritik an Windows 8 seinem Geldbeutel hilft? Oder umgekehrt: Warum glaubt er, dass ein großer Erfolg von Windows 8 ihm schaden würde?

      Das erste, was mir dazu einfällt, ist der Windows Store - das ist eine direkte Konkurrenz zum Steam-Marktplatz. Man stelle sich mal vor, alle Zocker würden auf Windows 8 umsteigen und die Publisher würden den Store für sich entdecken. Die Spieler würde es möglicherweise freuen - denn ich kenne eigentlich niemanden, der den Steam-Client super findet - die meisten benutzen ihn, weil sie müssen. Wenn sich da eine Alternative auftut...

      Microsoft und Steam verfolgen grundsätzlich das gleiche Ziel: Die Nutzer im eigenen Ökosystem irgendwie 'gefangen halten' - und zwar möglichst so, dass die Fesseln nicht weh tun. Ich persönlich sehe Microsoft da in einer besseren Position - und ich glaube, Gabe Newell tut das auch. Für ihn persönlich könnte Windows 8 am Ende vielleicht wirklich eine Katastrophe sein.
    1. Avatar von black14987
      black14987 -
      Er will schließlich auch sein eigenen System an den Mann bringen und ist von Win8 recht "Pissed", weil es einen eigenen Store mitbringt. Damit ist MS zum direkten Konkurrenten für Steam geworden. Verständlich das man nun versucht das Produkt schlecht zu reden.
    1. Avatar von John Silver
      John Silver -
      Martin: "Ich gehe aber mal davon aus, dass Gabe Newell als viel beschäftigter Manager sowieso nur selten einen Computer benutzt. Er sagt ja selbst, er habe Windows 8 nur kurz ausprobiert und es furchtbar gefunden."

      Ich schätze Martin sehr weil er immer versucht objektiv zu bleiben.
      In diesem Fall ist die "objektive" Meinung ein wenig fragwürdig.....

      1., Warum soll " Gabe Newell als viel beschäftigter Manager" nur SELTEN einen Computer benutzen?
      (causal nicht nachvollziehbar)

      2., "When I started using it I was like "oh my god..." I find [Windows 8] unusable...."
      Kein Wort davon, daß er Windows nur "kurz" benutzt habe - er spricht von seiner Meinung
      nachdem er Windows 8 zum ersten mal ausprobiert hat....

      Nichts für ungut Martin, bitte weiterhin objektiv bleiben
    1. Avatar von Martin
      Martin -
      Objektiv bin ich doch nie - zumindest hab ich nie bemüht, mich als neutral zu verkaufen .
      Im zweiten Punkt stimme ich Dir zu, das könnte ich falsch interpretiert haben. Zu Punkt 1 kann ich nur sagen, dass die meisten Top-Führungskräfte, die ich kenne, so oft unterwegs sind oder Meetings haben, dass ihnen gar keine Zeit bleibt, am Rechner zu sitzen.
    1. Avatar von Multi_OS
      Multi_OS -
      Es ist - wenn man davon ausgeht das dieser Typ Newell Windows 8 wirklich nur kurz angeschaut hat - schlichtweg naiv und inkompetent was dieser Manager von sich gibt!

      Wer sich als Manager, CEO oder wie auch immer in dieser Liga genannt so derart daneben benimmt und Konkurrenzprodukte unberechtigterweise komplett durch Unwissenheit sowie Dummheit zerreisst, wird letztlich mit den Konsequenzen leben müssen!
      Diese wären: Schlechte Verkaufzahlen des eigenen Produktes durch sinkendes Kundeninteresse und letztlich die Entlassung als CEO/Manager!

      Wenn Newell so naiv ist zu glauben, das wenn er Windows 8 schlecht redet um Linux als eigene Plattform gut da stehen zu lassen, dann bezweifel ich ganz stark, ob er überhaupt die Grundlagen der Unternehmenskommunikation und deren Öffentlichkeitswirkung begriffen hat!
    1. Avatar von mykored01
      mykored01 -
      Martin, ich verstehe das Aufgreifen dieses Artikels nicht!

      Das ganze Thema hatten wir doch schon ausreichend hier kommentiert.

      Dadurch wird Windows 8 auch nicht besser und die Ingnoranz von Microsoft ändert sich diesbezüglich auch nicht !
      Warten wir´s doch ab was passiert.

      gruss klaus
    1. Avatar von XP Fan
      XP Fan -
      Hallo,

      mich würde interessieren, warum der Typ W8 so darstellt. Das er völig Recht hat, nun, daran habe ich keinen Zweifel. Warum ich dieser Meinung bin, das ist hier bekannt. Mir ist noch keine Firma (von 1 bis 80 Mitarbeitern) bekannt, die auch nur daran denken, W8 einzusetzen. Uwe
    1. Avatar von black14987
      black14987 -
      @XP Fan
      Das ist auch nicht unbedingt selten, dass ein neues Betriebssystem von den Firmen erst spät eingeführt wird. Oft wartet man bis der "normale" Mitarbeiter sich zu Hause idR schon ein wenig mit dem System beschäftigt hat, und stellt erst nach 2-3 Jahren nach dem Release um. Vista und Windows 7 ziehe ich hier mal zu einer Version zusammen, da beide von der Bedienung her fast gleich waren. Wichtig ist wie sich das Produkt beim Privathaushalt verkauft und da scheint MS ja, trotz aller Unkenrufe, ganz gute Verkäufe vorzeigen zu können. Selbst Steam kann diese Zahlen halbwegs bestätigen.
    1. Avatar von Rheinhold
      Rheinhold -
      Als erstes ist doch auch jeder PC Nutzer auch ein " Mensch ".
      Und lässt sich, ob er will oder nicht " von seinen " Gefühlen " leiten.
      Die können , wie so oft, auch trügen.
      Weil dieser " Mensch " jetzt seine Meinung da zu sagt, wird doch wohl keiner auf sein Windows verzichten.
      Ist das selbe als wenn in Holland ein Fahrrad umkippt.
    1. Avatar von csmulo
      csmulo -
      XP Fan
      Hast du schon einml in einer richtigen Mischumgebung gearbeitet?
      Bei mir an der Arbeit war UNIX im Betrieb!
      Danach kam 2003 und XP mit Citrix!
      Die ersten Rechner laufen mit 7 und 8.
      Diese Systeme alle unter einen Hut zu bekommen ist nicht gerade einfach!
      Und ich spreche da nicht von einem kleinenn Netzwerk, sondern von einem mit weit über tausend Rechnern!
      Alleine bei mir in der Dienststelle ist 4-fache Redundanz Pflicht!
      Scheitert aber oft an der Infrastruktur!
      mfg
      csmulo
    1. Avatar von Martin
      Martin -
      Das ist auch nicht unbedingt selten, dass ein neues Betriebssystem von den Firmen erst spät eingeführt wird.
      ZDnet-Blogger hat Ed Bott hat das mal so kommentiert:
      Natürlich überspringen die Unternehmen die neue Windows-Version. Das tun sie immer.
    1. Avatar von FAT32
      FAT32 -
      Natürlich überspringen die Unternehmen die neue Windows-Version. Das tun sie immer.
      Regel (nicht von MS natürlich ):
      Jede zweite Version von Windows ist scheiße.

      95 schlecht, 98 gut, ME schlecht, XP gut, Vista schlecht, Win 7 gut, Win 8......

      (Vom Sinn her korrekt aus anderen Quellen wiedergegeben, für fehlende/falsche Details hafte ich nicht )
    1. Avatar von XP Fan
      XP Fan -
      @csmulo

      NT4, XP, ... VAX unter VMS usw... Später aber im Hochsicherheitsbereich tätig gewesen.

      Dazu ein OT Hinweis: Unter W8 gibt es für Bitlocker den Diffusor-Modus nicht mehr. Weiterhin sollte BL im Modus völlige HD Chiffrierung genutzt werden. Bei Teilchiffrierung gibt es (wem wunderts) Sicherheitsprobleme. Uwe
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