Um den Bootsektor zu reparieren, sollte man in mehreren Schritten vorgehen,
wenn die automatische Reparatur nicht erfolgreich sein sollte.
Angemerkt sei noch, daß alle Reparatur-Varianten öfter durchgeführt werden sollten,
bevor man weitere Schritte vornimmt.
So kann es durchaus vorkommen, daß die automatische Reparatur von Windows Vista/Windows7
erst nach dem 3. oder 4. Durchlauf den Bootsektor wieder komplett hergestellt hat.
Also nicht gleich nach einem Durchlauf resignieren.
Reihenfolge des Vorgehens:
1. Den Bootloader über die automatische Installations-Reparatur von Vista/Windows7, falls notwendig,
mehrmals reparieren:
Zuerst starten wir den PC mit eingelegter Vista/Windows7 - DVD.
Beim ersten Einstellungs-Dialog klicken wir einfach auf "Weiter".
Erst jetzt bekommen wir die Auswahlmöglichkeiten, die wir für die Reparatur des Bootloaders benötigen.
und wählen "Computerreparaturoptionen":
Nachdem der PC nach vorhandenen Windows-Installationen gescannt wurde,
und die automatische Reparatur erfolgreich war, wird eine entsprechende Erfolgsmeldung
angezeigt, mit der Option, Fehler an Microsoft zu senden.
Danach kann der PC neu gestartet werden und sollte dann wieder voll funktionsfähig sein.
Ist er es nicht, d.h., es kommen erneut Fehlermeldungen beim Booten, die Reparatur nach obg. Anleitung wiederholen,
bis der PC wieder normal bootet (das kann 3-4 Reparatur-Durchgänge benötigen).
Hat die automatische Reparatur aber keine Fehler finden können, erscheint folgendes Bild,
wobei wir hier das zu reparierende Betriebssystem auswählen und mit der "Weiter"-Taste fortfahren:
Nun bekommen wir verschiedene Optionen zur Reparatur angezeigt.
je nachdem, wie wir unser System konfiguriert haben und welcher Fehler vorliegt,
können wir die optimale Reparatur-Funktion auswählen:
Die Funktionen im Einzelnen:
Die Oberfläche in Vista (li) und in Windows7 (re):
Gehen wir die Funktionen im Einzelnen durch:
Systemstartreparatur:
Im Grunde genommen macht dieses Programm genau das, was es verspricht.
Es repariert defekte, überschriebene oder gelöschte Systemstart-Dateien,
die Windows benötigt um weitere Treiber und schließlich die Benutzeroberfläche mit den -programmen zu starten.
Bei dieser Reparatur-Methode werden alle Installations-Dateien überprüft.
Diese Methode wird auch gestartet, wenn die automatische Systemreparatur aufgerufen wurde (s.o.).
Systemwiederherstellung:
Hier werden, vorausgesetzt, es wurde im Vorfeld vom funktionierenden Betriebsystem
ein Systemwiederherstellungspunkt gesetzt, das System auf einen ausgewählten Zeitpunkt zurückgesetzt.
Default ist in Vista/Windows7 der Systemwiederherstellungsdienst-Dienst aktiviert und legt in regelmäßigen Abständen
Wiederherstellungspunkte für diese Reparatur-Methode.
Wählen wir diese Art, konnen wir mithilfe des Assistenten die Systemwiederherstellung durchführen.
Sind eine oder mehrere Wiederherstellungspunkte gesetzt worden, kann der Punkt individuell gewählt werden.
Hier macht es sich bezahlt, wenn man vor der Installation von ServicePacks, Updates, Systempatches und Programmen,
die sehr tief in das System eingreifen, einen Wiederherstellungspunkt setzt.
Wird dieser nun ausgewählt, wird das komplette System auf den Zustand des Zeitpunkts zurückgesetzt.
Welche Programme, die von dem System-Reset betroffen sind, kann man über die Option "Nach betroffenen Programmen suchen"
erfahren. Hier gibt es keine Möglichkeit, Programme aus der Wiederherstellung herauszunehmen.
Treiber und Programme, die hier gelistet sind, müssen neu installiert werden.
Systemabbildsicherung:
(In Vista: Windows Complete PC-Wiederherstellung)
Wenn ein Abbild (Image) eines Systems erstellt worden ist, wird der Assistent das ausgewählte Image
zurückspielen.
Um ein Abbild von einzelnen Dateien oder des ganzen Systems zu erstellen,
startet man die Option "Sichern und Wiederherstellen" in der Systemsteuerung.
Weitere Informationen hierüber (für Vista/Windows 7): http://www.drwindows.de/windows-7-si...erstellen.html
Windows-Speicherdiagnose:
Da immer wieder auch ein defekter Arbeitsspeicher zu Systemabstürzen und -fehlern beitragen kann,
bietet Windows intern eine Fehlersuche für den RAM an.
Eingabeaufforderung:
Mit Starten der Kommandozeile hat man den größten Einfluß auf die Systemwiederherstellung und der Reparatur des Bootloaders.
Im 2. Teil beschreibe die Werkzeuge 'bcdedit' und 'bootrec',
die wir mit der Eingabeaufforderung benutzen können.
Geändert von Roberto (19.11.2009 um 16:04 Uhr)
Vorweg:
Die hier verwendeten UUIDs sind individuell und gelten nur für
meine Konfiguration, bei copy&paste bitte berücksichtigen.
Und jetzt geht's ein bißchen ans Eingemachte:
Über die Windowskugel -> Ausführen -> 'cmd' eingeben -> OK
starten wir die Eingabeaufforderung mit erweiterten Berechtigungen
(R-Klick auf die cmd-Verknüpfung -> "Als Administrator ausführen".)
Zunächst geben wir am Prompt einfach nur
ein und bestätigen, wie jeden Befehl, mit der [Enter]-Taste.Code:bcdedit
Nun werden alle Informationen über den Status des Bootloaders angezeigt.
Ab Windows Vista wird der Booteintrag in 4 Elemente aufgeteilt:
- 1. Identifier (Bezeichner): Benennt das aktuelle (Boot)-Programm
2. Device: Der Ort auf der Festplatte, von dem Windows seine Startdateien lädt
3. Path: Der Ort auf der Festplatte, auf dem der Bootloader abgelegt ist.
4. Description: Benennt den Booteintrag wie z.B. Windows Vista, Windows XP, Windows 7, etc.
Dann haben wir hier auch die sog. UUIDs (Universally Unique Identifier),
die vom System für jeden Booteintrag festgelegt wird.
UUIDs können nicht geändert werden.
Hier die wichtigsten:
- {bootmgr} = Der Bootmanager
{current} = das aktuell ausgewählte Betriebssystem
{default} = das Standard Betriebssystem
{memdiag} = Reihenfolge der Tools
{ntldr} = der NT-Loader wird für Prä-Vista Systeme benötigt (Windows XP, 2000, etc.)
{ramdisk} = temp. Platz des Bootloaders auf dem Arbeitsspeicher
Zum Mitnehmen:
bootmgr: Der Bootloader bei Vista/Windows 7
ntldr: Der Bootloader bei Windows 2000 und XP
bcdedit: Boot Configuration Data Editor
HAL: Hardware Abstraction Layer
Mit dem Programm "bcdedit" kann die Datei des Bootloaders geändert und ggf. repariert werden.
Außerdem unterstützt bcdedit auch andere Bootloader, wie z.B. Grub und Lilo unter Unix.
Die versteckte Datei befindet bei Vista unter C:\Boot\BCD, beim Windows 7
in der versteckten Systempartition unter \Boot\BCD.
Achtung:
Bevor Änderungen am Bootloader vorgenommen werden: bcd-Datei sichern!
Da wir schon in der Eingabeaufforderung sind, geht das einfach mit dem Befehl:
Bei evtl. Fehlern in den Änderungen des Bootloaders, wird die Datei mit dem BefehlCode:bcdedit /export c:\bcdsicherung
zurückgespielt.Code:bcdedit /import c:\bcdsicherung
Was können wir also mit diesen ganzen Einträgen anfangen und wie ändern wir diese?
bcdedit ist ein sehr umfangreiches Programm, mit dem der Bootloader sehr individuell angepaßt werden kann.
Das hat natülich zur Folge, daß ich nciht sämtliche Optionen und Möglichkeiten in diesem Tutorial behandeln kann.
Aber für evtl. weitere Fragen steht Dr. Windows jederzeit zur Verfügung.
Mit bcdedit können wir u.a. folgende Aufgaben durchführen:
zuständig. Hier werden detailliert alle aktuellen Optionen der verschiedenen Programme gelistet.Code:bcdedit /enum all
Hier nun ein paar Beispiele zum Ändern der Bootkonfiguration:
Zuerst können wir unsere eigene, editierte Bootreihenfolge benennen, dabei wird der Descriptor "{current}" individuell umbenannt.Code:bcdedit /set {current} description "Mein eigener Windows Boot Eintrag"
Da ntldr der Bezeichner für den XP-Bootloader ist, können wir ihnCode:bcdedit /set {ntldr} path \ntldr
im bcdedit Befehl verwenden. Mit folgender Zeile setzen wir XP an die
erste Stelle der Bootreihenfolge.
Wobei sich der XP Bootloader im Root-Verzeichnis "\" befindet.
Mit diesen Befehl wird XP als erste Stelle in der Boot-Menüliste angezeigt.Code:bcdedit /displayorder {ntldr} /addfirst
Hier wird BCD mitgeteilt, auf welchem Laufwerk/Partition Windows XP abgelegt ist. In meinem Fall ist es das Laufwerk "E:\".Code:bcdedit /set {ntldr} device partition=E:
Da der alte NT-Loader weder von Vista noch von Windows 7 benutzt wird, wird Windows XP als Standard-System geladen.Code:bcdedit /default {ntldr}
Damit wird der letzte Eintrag festgelegt.Code:bcdedit /displayorder {22342343-3424-2342342342-2344} /addlast
Hier muß die UUID des jeweiligen Betriebssystems eingetragen werden. (über den Befehl "/enum all"
kann die UUID der Systeme ausgelesen werden)
Wir können auch eine Kopie eines originalen Eintrags setzen, damit existiertCode:bcdedit /copy {current} /d "Kopie von Windows7"
z.B. vorerst Windows 7 zweimal im Bootloader.
Mit der Kopie kann dann experimentiert werden, ohne den bis jetzt konfigurierten Bootloader durcheinander zu bringen.
Die Antwort auf den Befehl lautet dann:
In der Kopie des Windows7-Eintrages experimentieren wir zunächst mit dem Hinzufügen des 2. CPU Kerns in den Bootvorgang,Code:The entry was successfully copied to {016813a0-6fd3-11de-a104-ba606670b012}
den Windows startet standardmäßig nur mit einem Kern. Wenn es klappt, super, wenn nicht, geht nicht viel kaputt:
Code:bcdedit /set {016813a0-6fd3-11de-a104-ba606670b012} numpoc 2Der Eintrag wird wieder gelöscht und Windows startet wieder mit einem CPU-Kern.Code:bcdedit /deletevalue {016813a0-6fd3-11de-a104-ba606670b012} numproc
Um die Zugriffszeit auf das Bootmenü zu verlängern oder zu verkürzen benutzen wir diesen Befehl.Code:bcdedit /timeout 5
Jetzt wird der Bootloader nur den 'hard coded' HAL starten. Dieser ist manuell nicht veränderbar.Code:bcdedit /set {current} detecthal yes
Alle anderen vorhandenen HALs oder modifizierte Kernel werden nicht berücksichtigt bzw. aufgerufen.
Soviel erstmal zu bcdedit.
Es gibt noch weitaus mehr Funktionen und Möglichkeiten, den Bootloader zu manipulieren,
das würde aber sicher den Rahmen des Tutorials sprengen.
Aber für weitere Fragen, Anregungen und Diskussionen stehe ich
natürlich jederzeit zur Verfügung.
Siehe hierzu auch
BOOTMGR fehlt - Fehlermeldung beim Windows-Start auf MSN
Geändert von Martin (13.04.2011 um 23:06 Uhr)
Ist sehr informativ.
Auf zum 2. Teil.
Danke.
Liebe Grüße
Winfried
Funktioniert das auch, um einen Boot Manager zu entfernen, den man anders nicht mehr deinstalliert kriegt?
Ohne die genaue Anforderung zu kennen, würde ich mal eher "nein" sagen.
Aber vielleicht machst Du mal ein neues Thema auf und schilderst den Fall dort ausführlich.
Nach längerer Abstinenz vom Board habe ich nun endlich den 2. Teil des Tutorials
online gestellt.
Danke Franz,
sehr gute Arbeit.
Ich hoffe aber, ich werde nicht in die Verlegenheit kommen,
Deine Ausführungen zu brauchen.
Wenn ja, weiß ich mich ja in guten Händen bzw. Seiten.
Liebe Grüße
Winfried
Danke super arbeit
Danke ebenfalls für ausgezeichnete Areit !
Man muß es nicht können aber wissen wo man es finden kann .
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