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Windows 10 Mobile, Microsoft Health und Fitness-Wearables – hat das noch Zukunft?

Fitness-Armbänder, die man während sportlicher Aktivitäten trägt, um seine Leistungen aufzuzeichnen und auszuwerten, erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Es gab/gibt auch durchaus einiger Hersteller, welche die Windows-Plattform nicht so im Regen stehen lassen, wie wir das ansonsten leider oft gewohnt sind. Das Anniversary Update für Windows 10 Mobile hätte hier für einen weiteren Schub sorgen können, wenn die geplante Unterstützung von Bluetooth GATT gekommen wäre. Diese wurde aber leider entweder gestrichen oder zumindest unbestimmt verschoben.

Selbst wenn die Hersteller der Wearables wollten, könnten sie die Möglichkeiten ihrer Geräte im Zusammenspiel mit Windows also gar nicht ausschöpfen. Fitbit hatte öfter betont, dass sie Windows 10 Mobile gerne voll unterstützen würden, es aber wegen der limitierten Möglichkeiten der Plattform nicht können. Gestern informierte Fitbit seine Kunden nun darüber, dass man die Integration in Microsoft Health zum 12. September deaktivieren werde (via Paul Thurrott). Hoffen wir mal, dass dies keine weiteren Auswirkungen hat und die Apps für Windows weiterhin gepflegt werden.

„MyFitnessPal“ baut zwar keine Hardware, stellt seine Gesundheits-App auf der Windows-Plattform allerdings trotzdem ein. Geringe Nachfrage und verschiedene Probleme werden als Begründung angegeben (via MSPU).

Microsoft hat eine ganz einfache Möglichkeit, die Windows Fans in diesem Punkt glücklich zu machen: Sie müssen nur das Microsoft Band 3 auf den Markt bringen und das dann auch endlich breit verfügbar machen. Von Marijan haben wir am Mittwoch im OneCast allerdings gehört, dass sich das Band 3 zwar tatsächlich in der Entwicklung und auch schon im Test befindet, es aber im Moment noch fraglich ist, ob es überhaupt auf den Markt kommen wird.

Das Band sollte ja seinerzeit den Anschub für Microsoft Health liefern. Microsoft wollte diesen Dienst geräte- und plattformübergreifend etablieren, hat aber zuletzt nicht mehr allzu viel dafür getan. Die eigene App „MSN Gesundheit und Fitness“ hat man sehr zum Leidwesen der zumeist begeisterten Nutzer eingestampft. Außerdem haben die meisten Hersteller gar kein Interesse an einer unabhängigen Datenbank, sie wollen ihre eigenen Dienste aufbauen und die Kunden dadurch an sich binden.

Mir liegen keine Infos dazu vor, es sollte mich aber wundern, wenn in Microsoft Health deutlich mehr als die Daten von ein paar tausend Besitzern eines Microsoft Band lagern. Man betreibt einen Dienst ja entweder, weil er strategisch wichtig ist, oder weil man damit Geld verdient. Ich kann bei Microsoft Health und beim Microsoft Band allerdings weder das Eine noch das Andere erkennen – was man allerdings als bloße Feststellung und nicht als Vorwurf verstehen sollte. Als „Hardware-Abonnent“ von Microsoft hoffe ich natürlich auf ein Band 3 und würde es mir zur Not auch wieder importieren, es sollte mich allerdings auch nicht überraschen, wenn es keine Fortsetzung mehr gibt.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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