GlassOuse - einfach genialer Mausersatz hilft Querschnittsgelähmten bei Computerbedienung

Manche Dinge sind so unglaublich einfach wie genial. Ein junger türkischer Elektronik-Designer aus Shenzen in China hat eine Maussteuerung erfunden, die querschnittsgelähmten sowie anderen körperlich benachteiligten Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen Arme oder Hände nicht nutzen können, ermöglicht, einen Computer zu bedienen. Mehmet Nemo Turker heißt der geniale Erfinder der „GlassOuse“. Eine „Maus-Brille“ mit deren Hilfe die betroffenen Menschen Computer, Tablets und auch Telefone sämtlicher Hersteller, Betriebssystem unabhängig bedienen können.

Wie kommt man darauf ein solches Gerät zu erfinden? Oftmals durch einen Schicksalsschlag, der einen selbst oder einen nahestehenden Mitmenschen trifft. So auch in diesem Fall. Der beste Freund des Erfinders, Caner Cem Marti, ist seit einem schweren Unfall vom Hals abwärts querschnittsgelähmt. Um seinem Freund das Bedienen seiner Geräte zu ermöglichen, erfand er diesen kopfgesteuerten Maus-Ersatz. Das Gerät beinhaltet einen Smartphone Bewegungssensor, wodurch der Mauspfeil oder Cursor per Kopfbewegungen gesteuert wird. Das Markieren sowie Bestätigen wird durch Antippen oder Draufbeißen auf das Mundstück ermöglicht.

Via Indigogo finanzierte Mehmet Nemo Turker das Projekt. Der Preis einer „GlassOuse“ Maus-Brille ist mit 149 Dollar nahezu lächerlich mit dem was vergleichbare Geräte z.B. in unserem Land kosten. Oftmals übernehmen Krankenkassen, wenn überhaupt, nur einen Teil der anfallenden Kosten. Der Erfinder stellte sich selbst die Frage, warum ausgerechnet Hilfsmittel für Menschen, die nicht mehr finanziell auf eigenen Beinen stehen können, um ein Vielfaches teurer sind als für gesunde Menschen? Im Grunde müssten die Geräte doch günstiger sein damit diese Menschen wieder am digitalen Leben teilhaben- und auch ihre sozialen Kontakte wieder stärken können.

Ich habe den allergrößten Respekt vor solchen Mitmenschen. Wenn es Projekte gibt die Unterstützung verdienen, dann solche, die Mitmenschen wirklich helfen. Freuen würde mich, wenn die „GlassOuze“ in Serie gefertigt werden könnte und den Weg in jedes Sanitätshaus der Welt findet. Damit das Gerät bei den Menschen ankommt, die solche Hilfsmittel dringend benötigen.

Quelle: FastCodeDesign

Über den Autor
Dirk Ruhl
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Microsofts Fliesenwelt ist mein Zuhause, egal ob Windows 10 auf Desktop, Tablet, Phone oder Xbox One...es muss kacheln. Der schönste Urlaubsort für mich wären die Microsoft Research Labs. Ich danke meiner Familie und meinem Arbeitgeber, ohne deren Unterstützung könnte ich mein Hobby nicht leben!

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Kommentare
  1. Junge. Junge. Junge.
    Eine tolle Sache.
    Hut ab, und : Solche Unternehmungen sollten gefordert und gefördert werden.
    Oder umgekehrt!
    Vielen Dank für diesen Hinweis! Ich begleite beruflich Menschen mit den unterschiedlichsten Einschränkungen im Arbeitsleben. Und da sind solche Tipps Gold wert.
    Es ist leider so. Ein Fahrrad bekommt man für 600€ hinterhergeschmissen, ein Rollstuhl, an dem sogar weniger dran ist, kostet gut und gerne 6000...
    Es ist leider so. Ein Fahrrad bekommt man für 600€ hinterhergeschmissen, ein Rollstuhl, an dem sogar weniger dran ist, kostet gut und gerne 6000...

    Wo kaufst Du denn solche teuren Rollstühle? Und da ist weniger dran als bei ein Fahrrad für 600 €? Das würde ich gerne sehen.
    @Gucknichtso
    Der aktuelle elektrische Rollstuhl meiner Mutter (inkomplette Tetraplägie) hat über 11000€ gekostet, ihr altes Schrott-Ding etwa 7500€. Ist so: Medizinprodukte, die auch von der Krankenkasse übernommen werden (ausm Sanitätsfachhandel) kosten ein Schweinegeld. Bsp: Ein Duschstuhl (Plastik und Alu) kostet im Baumarkt ab 20€. Im Fachhandel ab 200€ (und die kommen beide ausm gleichen Werk). Unterschied ist, dass du den billigen selbst zahlst und der teure von der Krankenkasse übernommen wird.
    Und ein normaler Rollstuhl ohne eigenen Antrieb (halbwegs stabile Ausführung) kostet ab etwa 1000€.
    @ Dirk Ruhl
    Danke für den Tip! Ich werde meiner Mutter das Ding mal vorschlagen bzw. meiner Freundin zeigen die mit mehrfach schwerstbehinderten Kindern arbeitet.
    Wo kaufst Du denn solche teuren Rollstühle? Und da ist weniger dran als bei ein Fahrrad für 600 €? Das würde ich gerne sehen.
    Ein einfacher Rollstuhl, "nackt",kostet 2.300€,dann kommen Fussstützen,Halterung für den Gehstock,das Sitzkissen(!),Speichenschutz etc. hinzu,da ist man kurz vor 3.000€, ein auf dich angepasster elektrischer Rollstuhl erreicht locker die 10.000€,und das sind noch ganz einfache Modelle,jede Anpassung treibt den Preis nach oben...
    Ein einfacher Rollstuhl, "nackt",kostet 2.300€,dann kommen Fussstützen,Halterung für den Gehstock,das Sitzkissen(!),Speichenschutz etc. hinzu,da ist man kurz vor 3.000€, ein auf dich angepasster elektrischer Rollstuhl erreicht locker die 10.000€,und das sind noch ganz einfache Modelle,jede Anpassung treibt den Preis nach oben...

    Das Rollstühle nicht billig sind und elektrische speziell angepasste noch teurer, weiß ich natürlich selber. Es wurde aber geschrieben, dass ein Rollstuhl "an dem weniger dran ist", 6000 € kostet. Und das war übertrieben. :) Wenn man auf sowas aufmerksam machen möchte, sollte man mit solchen Zahlen und Vergleichen vorsichtig sein. Deswegen meine absichtlich etwas provokante Frage. Man sollte aber bei Rollstühlen auch immer bedenken, dass da ganz andere Ansprüche gelten, als an ein Fahrrad und grundsätzlich angepasst werden müssen. Allerdings kostet ein speziell angepasstes Fahrrad auch viel mehr als 600 €. Ich kann mir im Internet natürlich auch einen Rollstuhl für 150 € kaufen. Der hält wahrscheinlich genauso lange wie ein Fahrrad für 600 €. ;)
    Das klingt wirklich sehr interessant. Vor allem die plattformübergreifende Einsetzbarkeit. Hätte gerne gesehen, wohin die Quelle eigentlich weiterleiten sollte. Im Moment bringt sie mich zu einer Story über barrierefreies Pizzabestellen, wenn ich das richtig interpretiert habe :D Nicht weniger interessant, aber nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte.
    "Ein junger türkischer Elektronik-Designer aus Shenzen in China..." Das erinnert an Dieter Nuhrs "Los Wochos in Nepal" :-)
    Die Preise für medizinische Hilfsmittel sind oft absolut nicht mehr nachvollziehbar, was dazu führt, dass sie für Menschen, die sie benötigen würden, unerschwinglich bleiben.
    Ein solcher Vorstoß verdient jede erdenkliche Öffentlichkeit, damit das Schule nacht. Hut ab!
    Der Erfinder stellte sich selbst die Frage, warum ausgerechnet Hilfsmittel für Menschen, die nicht mehr finanziell auf eigenen Beinen stehen können, um ein Vielfaches teurer sind als für gesunde Menschen?

    Das liegt meiner Ansicht nach daran, dass die meisten von diesen sogenannten "Hilfsmitteln" am Ende doch von Arbeitgebern, Krankenkassen, Arbeitsagenturen etc. bezahlt werden. Und diese wenden sich natürlich bei Bedarf nicht an Amazon, Alternate oder sonstigen Massenversendern, sondern an speziell dafür "ausgebildete" “Hilfsmittel-Geschäfte“. Man darf natürlich nicht vergessen, dass in solchen Fällen Businesspreise gezahlt werden. Wenn du als Privatmann ein Loch buddeln lässt kostet dich das 10.000 EUR, trittst du als Geschäftsmann auf kostet dich das gleiche Loch 20.000 EUR. Nur so als einfaches Beispiel.
    Daher ist es nicht verwunderlich, dass zum Beispiel eine Kompakttastatur von Cherry die auf dem freien Markt für ~50 EUR verkauft wird, bei Hilfsmittel-Geschäften aber mal eben das doppelte oder dreifache Kosten kann. Je nach Behinderung wird dann zum Beispiel eine Acrylglasplatte draufgeklebt und zack kostet eine 50 EUR Tastatur schnell mal 150-180 EUR. Wenn man sich im Internet mal umschaut, wird man schnell feststellen, dass die meisten Hilfsmittelgeschäfte eher auf B2B ausgelegt sind.
    Rollstuhlpreise sind eine Sache für sich. Man kann leider nicht zum Hersteller gehen und dort mal eben einen Rollstuhl bestellen, da man leider erst zu einem Sanitätshaus gehen muss, und der will natürlich auch ein Stückchen von dem Kuchen ab haben. Es kommt nicht selten vor, dass der Hersteller eines zum Beispiel Elektrorollstuhls den Rollstuhl für ungefähr 7000 EUR verkauft, die Krankenkasse aber mal eben das Doppelte zahlen muss (Sanitätshaus). So unfair das auch sein mag, im Geschäft mit Hilfsmitteln steckt leider sehr viel Geld und jeder will ein Stück vom Kuchen ab haben.
    Ein anderes Beispiel: Ich werde demnächst mein Bad barrierefrei umbauen lassen müssen. Wenn man sich mal die Preise für ein barrierefreien Spiegel anschaut, fällt einem wirklich die Kinnlade runter. 600 EUR!!!!
    Dieser Spiegel ist wirklich nichts besonderes! Das einzige was es kann ist, den Winkel zu verstellen wenn man an einem Knopf dreht!!. ;)
    Wo kaufst Du denn solche teuren Rollstühle? Und da ist weniger dran als bei ein Fahrrad für 600 €? Das würde ich gerne sehen.

    Keinerlei Mechanik, keine Schaltung, keine Kette, keine Pedale etc. Ein standard Aktivrolli kostet 2-3000€, je mehr "Sonderwünsche" man will, je mehr zahlt man. Leichtere Felgen +1000, verstellbare Griffe +500, leichterer, abnehmbarer Radschutz 250€, angepasste Rückenlehne 600€ usw. Alleine das blöde Sitzkissen kostete 600€. Es gibt einen unterstützenden Hilfsantrieb, der die Räder ersetzt, der kostet über 5000€, der würde noch dazu kommen.
    Selbst erlebt in der Familie. Der kostete im Endeffekt 5700€
    Der Artikel ist natürlich sehr interessant und schön aber wenn man von einer anderen Seite den Artikel oder die Daten entnimmt bitte auch beim Hersteller vorbeischauen denn die Maus liegt bei 349 $ statt den angeben 149 $. Das ist nicht böse gemeint aber finanziell doch schon wieder ein enormer Unterschied.
    Liebe Grüße von einem der auf solche Technik angewiesen ist...:D
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