Steven Sinofsky wollte keine Anpassung von Windows 7 für Tablets
Heute vor einer Woche wurde der völlig überraschende Abschied von Windows-Chef Steven Sinofsky bei Microsoft publik – und nach wie vor ranken sich reichlich Spekulationen um die Gründe für den plötzlichen Abgang. Ging er freiwillig oder wurde er gefeuert? Neueste Gerüchte besagen, die Trennung sei keineswegs eine spontane Sache gewesen, sondern habe sich intern über Wochen hinweg angedeutet. Steve Ballmer soll den Rauswurf letztlich persönlich lanciert haben, damit nicht noch mehr leitende Angestellte wegen Sinofsky ihren Hut nehmen.Wie gesagt, alles nur Gerüchte – und selbst wenn eines Tages Einer der Beteiligten sprechen sollte, können wir nicht sicher sein, dass es wirklich die Wahrheit ist.
Einer der Gründe für das angeblich zerrüttete Verhältnis zwischen Ballmer und Sinofsky:
Der Windows Chef soll sich geweigert haben, Windows 7 für die Toucheingabe zu optimieren, um so frühzeitig in den Tablet-Markt einsteigen zu können. Bereits 2010 (dem Jahr der iPad Einführung) habe es entsprechende Pläne gegeben, und angeblich hätten einige OEMs mit entsprechenden Geräten bereits Gewehr bei Fuß gestanden.
Quelle, via
Also wenn das tatsächlich ein Grund war, dann wurde Sinofsky hier Unrecht getan. Natürlich hätte eine Tablet-Version von Windows 7 einen schnelleren Einstieg in den Markt ermöglicht, aber ob das wirklich besser gewesen wäre?
Ich persönlich bin ja bekanntermaßen Fan von Windows 8, aber ich sehe natürlich auch, wie kontrovers man darüber diskutiert – und vor diesem Hintergrund finde ich es prima, dass man momentan die freie Wahl zwischen Windows 7 oder 8 hat und sich so schnell nicht entscheiden muss – denn Windows 7 wird ja noch bis ins Jahr 2020 unterstützt.
Windows 7 unangetastet zu lassen, Windows 8 in Ruhe zu entwickeln und dafür eben später einzusteigen, halte ich für die genau richtige Strategie – und so wurde es ja auch gemacht. Und wenn ich sehe, dass Windows 8 bereits seit mehr als einem Jahr präsent ist, viele Hersteller es aber nach wie vor nicht geschafft haben, die passende Hardware zu liefern, dann fällt es mir sehr schwer zu glauben, dass sie das bei einer spontanen Anpassung von Windows 7 gekonnt hätten.
Über den Autor

Martin Geuß
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!


