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Schadsoftware: Windows immer noch begehrtestes Ziel, aber Android holt auf

Schadprogramme für Windows stehen nach wie vor hoch im Kurs. In den letzten drei Jahren hat sich die Zahl mehr als verdreifacht, bis Ende 2016 wird es mehr als 600 Millionen bekannte Schädlinge für die Windows-Plattform geben. Diese beeindruckende Zahl stammt aus dem Sicherheitsreport 2016, den AV-Test vorgelegt hat. Windows ist und bleibt das Top-Angriffsziel und kommt auf einen „Marktanteil“ von rund 67 Prozent.

Gegenüber dem Vorjahr ist das allerdings ein drastischer Rückgang. Im Jahr 2015 waren noch 85 Prozent aller neuen Schädlinge exakt auf Windows zugeschnitten. Nicht mitgezählt sind hier die Angriffe per Script, die beispielsweise auf Sicherheitslücken in Browsern zielen. Dieses Angriffs-Szenario hat in diesem Jahr erheblich zugelegt und ist nun für ein Fünftel aller Attacken verantwortlich.

Windows ist deshalb nach wie vor so beliebt, weil die Zielgruppe so groß ist. Cyber-Kriminalität ist nicht nur einfach böse und lästig, sondern ein Millionengeschäft. Abgesehen von ihren zwielichtigen Methoden sind diese Organisationen aufgestellt wie ganz normale Unternehmen, die Produkte entwerfen und damit Geld verdienen. Aufwand und Ertrag müssen im richtigen Verhältnis stehen, und darum greift man dort an, wo die meisten Nutzer sind.

Das ist auch der Grund, warum es immer mehr Schadprogramme für Android gibt. Binnen Jahresfrist hat sich die Anzahl verdoppelt, immerhin 7,48 Prozent aller Schädlinge zielen auf das mobile Betriebssystem von Google. Fans von Windows Phone bzw. Windows 10 Mobile dagegen können sich freuen, diese Plattform wird von den Hackern quasi ignoriert (wir freuen uns an der Stelle einfach mal kurz und denken nicht über die Gründe nach).

Man mag es in diesen aufgeklärten Zeiten, kaum glauben, aber die Top-Malware unter Windows ist nach wie vor die bösartige exe-Datei. Zusammen mit gepackten Programmen, die in ZIP-Archiven verbreitet werden, macht das immer noch die Hälfte aller Schädinge aus. Mehr als ein Drittel entfällt auf Schädlinge, die sich in HTML-Dateien verstecken.

Neben den klassischen Viren, Würmern und Trojanern registriert AV-Test außerdem weiterhin eine starke Zunahme der „Potenziell unerwünschten Programme“ (PUA). Hierbei handelt es sich um AdWare, die dem Nutzer auf verschiedenen Wegen untergeschoben wird. Diese Programme werden von der Werbeindustrie genutzt, um die Benutzer auszuspähen und sie mit personalisierter Werbung „anzugreifen“.

Der komplette Sicherheits-Report steht auf der Webseite von AV-Test zum Abruf bereit.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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