Julia Liuson: Vom Entwickeln auf Windows zum Entwickeln überall

Microsoft ist ja, wie wir mittlerweile wissen, ziemlich schmerzbefreit, was die Portierung der eigenen Services auf die konkurrierenden Plattformen angeht. Gleichzeitig hat Microsoft unter Satya Nadella einen tiefgreifenden Wandel hingelegt und sich auch immer mehr der OpenSource-Community geöffnet. Dies war auch notwendig, denn das Verhältnis von Microsoft zu den Entwicklern dieser Welt war lange Zeit nicht das beste und die Äußerungen von Steve Ballmer gegenüber Linux haben über die Jahre hinweg auch ihre Spuren hinterlassen.

Julia Liuson, CVP bei Microsoft für Visual Studio, hat das Ganze gegenüber Forbes nun noch einmal konkretisiert. Man kann aber auch sagen, dass das eigentlich nichts Neues ist: Es geht nicht mehr darum, dass Windows die zentrale Plattform ist, sondern darum, dass die Entwickler überall, egal wo, Microsofts Entwicklerwerkzeuge verwenden. Die Beispiele, die das belegen, kann man mittlerweile auch gar nicht mehr übersehen. Das jüngste davon war Visual Studio für Mac, andere davor waren Visual Studio Code, die .Net Foundation mit ihren Projekten oder die Portierung von SQL Server auf Linux.

Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass das eigentliche Visual Studio mit all seiner Schlagkraft weiterhin Windows vorbehalten ist und der kleine Bruder Visual Studio Code mit all seinen Fähigkeiten auch in der Heimat vorhanden ist. Außerdem hat Microsoft weiter investiert und zum Beispiel die Bash auch in Kooperation mit Canonical zu Windows 10 geholt. Windows ist nicht außenvor, aber es ist auch nicht mehr der Nabel der Welt.

Über den Autor
Kevin Kozuszek
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Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden, daneben schlägt mein Herz aber auch für die OpenSource-Welt, wo mein besonderes Interesse der Mozilla Foundation gilt. Wenn ich mich mal nicht mit Technik beschäftige, tauche ich gerne in die japanische Kultur mit all ihren Facetten ab oder widme mich einem meiner zahlreichen anderen Hobbies.

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Kommentare

  1. Microsoft öffnet sich notgedrungen, die Entwicklung in der Welt der IT und Software zwingt dazu, sich anzupassen, um nicht nach und nach abgehängt zu werden. Man könnte sagen, der Markt regelt das.
    Mal ganz naiv gefragt: Was sind denn die Vorteile für Microsoft, wenn "die Entwickler überall, egal wo, Microsofts Entwicklerwerkzeuge verwenden."?
    Der Verkauf von Visual Studio dürfte doch eher geringen Anteil am Gesamtumsatz haben und nicht das primäre Ziel sein, oder?
    Mal ganz naiv gefragt: Was sind denn die Vorteile für Microsoft, wenn "die Entwickler überall, egal wo, Microsofts Entwicklerwerkzeuge verwenden."?
    Der Verkauf von Visual Studio dürfte doch eher geringen Anteil am Gesamtumsatz haben und nicht das primäre Ziel sein, oder?

    Wahrscheinlich, weil die dann Azure benutzen
    Mal ganz naiv gefragt: Was sind denn die Vorteile für Microsoft, wenn "die Entwickler überall, egal wo, Microsofts Entwicklerwerkzeuge verwenden."?
    ?

    Einige vergessen die Größe von Microsoft.
    Hier im Forum hat man gerne mal das Gefühl, dass Microsoft ein sinkendes Schiff ist, nur weil Windows Mobil nicht läuft, oder einige sehen die Portierung von Microsoft Produkten als Verkauf des Tafelsilbers....
    Microsoft ist aber nach wie vor ein Gigant.
    1. Windows läuft nach wie vor auf etlichen Plattformen und wird überwiegend in Firmen verwendet.
    Da, wo das große Geld liegt ... Nicht etwa bei Hans und Franz die sich zu Weihnachten ein iPad gekauft haben.
    2. Mit "Verkäufen des Tafelsilbers" macht man Geld. So nutzt der Windows Nutzer Word und der Apple Nutzer auch und Microsoft verdient zwei mal dran.
    3. Microsoft verdient an Patenten.
    4. Microsoft verdient mit Hardware Geld (Surface Linie, Xbox, HoloLens, etc.)
    5. Microsoft ist zusätzlich einer der Top Größen bei Games
    Nadella macht es da schon richtig...
    Mal so als Entwickler gesprochen:
    Ich habe mir Visual Studio, wie auch Visual Code angeschaut...und wieder verworfen.
    Als einzig halbwegs brauchbare IDE von MS war da VSExpress für x86-Programme.
    Visual Studio für Apps, wegen des Store-Zwangs uninteressant.Ausserdem zu langsam.
    Und andere Sachen die mir nicht gefallen haben
    Visual Code...da lies sich das Übertragen von Telemetriedaten und anderen Infos
    nicht ausschalten (Funktionen war ausgegraut)...indiskutabel.
    Deshalb bin ich für x86-Programme mittlerweile wieder zurück zu Delphi.
    Für Android(alle Plattformen) nehme ich Android Studio
    Und für Cloud-Anwendungen greife ich auf GSuite-Dienste zurück. Dabei
    bevorzugte Sprache ist Python.Kleinere Cloud-Sachen
    mache ich mit "Apps Script"
    Aber MS ?.... Für mich aus (rein persönlicher)Entwicklersicht....uninteressant.
    Die Telemetrie ist ausschaltbar,
    über %PROGRAMFILES(X86)%\Microsoft VS Code\resources\app in der Datei product.json die Einstellung enableTelemetry auf false setzen.
    Alternative über Datei - Einstellungen - Benutzereinstellungen - Telemetrie.
    Hier wird einem die Möglichkeit geboten die Defaults zu überschreiben.
    Die IDE von VS Express und den entsprechenden Visiual Studo Versionen war/ist gleich nur der Funktionsumfang variiert.
    Python gibts auch für VS.
    X86 Programme mit Delphi? Wers mag. ;)
    Da MS alle unsere privaten Daten will ("Cloud first!"), macht die Multiplattform-Strategie natürlich Sinn. Besonders bei der Mobil-Datensammlung ("Mobile first!") muss MS Window-Entwickler für unwichtig erklären und Android- und iOS-Entwickler gewinnen.
    Nicht das ich das toll finden würde! Ich zähle nur Fakten auf.
    Nebu
    Einige vergessen die Größe von Microsoft.
    Microsoft ist aber nach wie vor ein Gigant.
    1. Windows läuft nach wie vor auf etlichen Plattformen und wird überwiegend in Firmen verwendet.
    Da, wo das große Geld liegt ... Nicht etwa bei Hans und Franz die sich zu Weihnachten ein iPad gekauft haben.

    Mit dem Giganten Microsoft hast du recht, aber mit Hans und Franz lässt sich - richtig angepackt - noch mehr verdienen, siehe Apple.
    Wir sind hier Windows-Fans, aber Ms ist viel mehr als Windows. Unter den Betriebssystemen ist es es sogar noch das einzige, was für sich genommen alleine Geld bringt. Es ist längst kein Krieg der Betriebssysteme mehr, es ist ein Krieg der Dienste und Cloudanwendungen dahinter, die sich auch auf andere Systeme ohne Probleme bringen lassen. Ein Krieg der Ökosysteme mit gegenseitiger Durchdringung. Es gibt keinen klaren Frontverlauf mehr. Und das ist nichts neues. Einer der Akteure, Google brachte seinen Aufstieg auf und durch Windows hinter sich mit einer Suchmaschine und einem Browser und brachte dann erst sein Betriebssystem, Amazon agiert quasi nur von der Cloud aus und Apple läuft außer Konkurrenz, weil sie eine Religionsgemeinschaft sind, die Hardware, Betriebssystem und Dienste nur als Paket anbietet. Microsoft sind die einzigen, die zusammen mit ihren Hardware-Partnern dem Kunden Cloud (Zweitgrößter Anbieter), PC (Quasi-Monopol), Notebook (Marktführer), Server (Marktrelevant), Tablet (Marktrelevant), Spielkonsole (Zweitgrößter Anbieter), Phone (Präsenz) und iOT (Präsenz) bieten können und über ihr eigens Betriebssystem hinaus auf den Geräten der Konkurrenz stark vertreten sind. Und die Unternehmen wissen, daß sie, wenn sie nicht aussschließlich auf komplett eigene Lösungen setzen wollen oder können es bei Microsoft noch am besten haben. Telemetrie hin oder her, Windows und Azure bieten noch die meiste Freiheit und Sicherheit. Bei Amazon sind sie immer noch auf andere Betriebssysteme und Hardware angewiesen, bei Google können sie jede Art von Datenschutz vergessen, bei Apple gibt es keine Freiheit der Hardwarewahl und keine Sicherheit bei den Cloud-Diensten. Wenn Consumer nicht so dumme Herdentiere wären, gäbs auch kein Android mehr, dann würden sie Datenschutz und Sicherheit bedenken und die Geräte nicht isoliert betrachten, sondern als Teil eines Gesamtökosystems begreifen. Das Zweitbeste Handy ist eben doch das bessere, wenn es perfekt integriert ist mit PC und Spielkonsole und man für alle 3 eine App nur ein mal kaufen muß.
    ... mit ihren Hardware-Partnern dem Kunden Cloud (Zweitgrößter Anbieter), PC (Quasi-Monopol), Notebook (Marktführer), Server (Marktrelevant), Tablet (Marktrelevant), Spielkonsole (Zweitgrößter Anbieter), Phone (Präsenz) und iOT (Präsenz) .

    Du hast Games vergessen.
    Platz 3 (oder 4) der Welt. Und das ist ein Milliarden Geschäft.
    Supercell: Umsatz 2,x Milliarden Dollar in 2015, das ist nur ein Spielehersteller
    (mit ein paar Spielen wie ClashOfClans etc.)
    ?Clash Of Clans? Maker Supercell Posts $2.3B In Revenue, $930M In Profit For 2015 As Growth Slows
    Kann mir kaum vorstellen, daß da Microsoft noch weit vorne mitspielt, denn die
    Umsätze im Playstore machen Spielekonsolenhersteller inzwischen schon neidisch.
    Das nur zum vorigen Argument: "Das Zweitbeste Handy ist eben doch das bessere, wenn es perfekt integriert ist mit PC und Spielkonsole und man für alle 3 eine App nur ein mal kaufen muß."
    Es gibt die Spiele z.B. für Windows gar nicht mehr....
    Supercell: Umsatz 2,x Milliarden Dollar in 2015, das ist nur ein Spielehersteller
    (mit ein paar Spielen wie ClashOfClans etc.)
    ?Clash Of Clans? Maker Supercell Posts $2.3B In Revenue, $930M In Profit For 2015 As Growth Slows
    Kann mir kaum vorstellen, daß da Microsoft noch weit vorne mitspielt, denn die
    Umsätze im Playstore machen Spielekonsolenhersteller inzwischen schon neidisch.
    Das nur zum vorigen Argument: "Das Zweitbeste Handy ist eben doch das bessere, wenn es perfekt integriert ist mit PC und Spielkonsole und man für alle 3 eine App nur ein mal kaufen muß."
    Es gibt die Spiele z.B. für Windows gar nicht mehr....

    Was redest du da? Microsoft ist ein Entwicklerstudio.... Und Weltweit die Nummer 3!
    Was redest du da? Microsoft ist ein Entwicklerstudio.... Und Weltweit die Nummer 3!

    Ich hab nie behauptet, dass die besser sind, es bezog sich auf den Stuss, den manche hier
    schreiben von wegen man hätte bei Microsoft das bessere Telefonsystem (ist eben
    definitiv nicht so wenn man die Apps nicht im Ökosystem nicht hat, die die Leute wollen) und
    dass man mit Consumern kein Geld macht (belegt eben Supercell, dass Consumer mehr Geld
    für Unterhaltung ausgeben wie für Office Programme z.B.)
    Wenn man nun noch das Verhältnis anschaut, wieviel Profit pro Mitarbeiter Microsoft Studios
    abwirft im Verhältniss zu so einer "kleinen" Spieleschmiede, dann sieht man noch dazu die
    Schieflage bei Microsoft. Und das ist es was einen Wirtschaftler haupsächlich interessiert.
    Nicht Umsatz - sondern Profit pro Mitarbeiter:
    Microsft Studios 2015 ca 9,x Milliarden Umsatz, Gewinn ist davon aber relativ klein, und
    pro Mitarbeiter dann schon etwas schwach.
    Vergelicht man dann noch wie die Analysten die Lage bei den Appstores sehen, wird dem
    Google Play Store in den nächsten Jahren noch ein wesentlich grösseres Wachstum
    vorrausgesagt und Apple schlägt Google heuer auch schon.
    Microsoft hat hier den größten Markt einfach anulliert indem man sich von den Consumern
    abwendet und aufgegeben hat, statt weiter in sein eigenes mobiles Ökosystem zu investieren
    (vor allem die Top-Seller Spielehersteller hätten in den Windows Appstore gehört).
    Noch dazu nimmt die kommende Generation PC Spiele nur mehr selten in dei Hand.
    Sehe das bei meinen Kids und in den Schulklassen jeden Tag. Da dominieren
    Spiele von Apple/Google/Nintendo. Und logischerweise wird dann dort auch Geld ausgegeben.
    Und hier auch eine nette Gegenüberstellung wie
    der Profit bei Apple im Verhältnis zu Microsoft steigt:
    http://revenuesandprofits.com/apple-vs-microsoft-revenues-and-profits-1995-to-2015/
    Womit werden die das wohl schaffen? Mit Office Software?
    Wohl eher im mobilen Segement, würd ich sagen.
    .
    Sehe das bei meinen Kids und in den Schulklassen jeden Tag. Da dominieren
    Spiele von Apple/Google/Nintendo. Und logischerweise wird dann dort auch Geld ausgegeben..

    Ich verstehe die negative Sichtweise wirklich nicht.
    Kinder haben nicht das Geld für eine Xbox ist Play Station und erst recht nicht für einen Gaming PC.
    Ich habe als Kind auch mit meinem Game Boy gespielt ... aber heute stehen 5 Microsoft/Windows Produkte bei uns im Haus.
    Und als Gamer bin ich da auch unverbesserlich. Ein Handy Game ist nett, habe ich selber auch.
    Aber grafische Meisterstücke findet man nach wie vor nur auf dem PC.
    Und mein Geld fließt in Steam, installiert auf einem Windows Desktop PC....
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