Cloud Shell: Arbeitet Microsoft an einer Streaming-Version von Windows 10?

Es gab in der Vergangenheit immer wieder Spekulationen, Microsoft könne an einer Cloud-Version von Windows 10 arbeiten, die ganz oder teilweise aus der Cloud auf ein lokales Endgerät gestreamt wird, welches entsprechend wenig Leistung benötigt. Ein solcher Ansatz wäre auch eine Antwort auf Googles Chrome OS. Diese Spekulationen erhalten gerade frische Nahrung durch einen Bericht von Brad Sams auf Petri.com.

Er schreibt davon, entsprechende Dokumente eingesehen zu haben, aus denen unter anderem hervor geht, dass Microsoft eine solche Version von Windows 10 noch in diesem Jahr veröffentlichen möchte. „Cloud Shell“ nennt sich dieser neue Ansatz, und aus den Dokumenten geht hervor, dass es sich dabei um eine „leichtgewichtige“ Version von Windows 10 handelt, die für das moderne Computer-Zeitalter gemacht ist. Dass der Store und die Universal Windows Platform Apps hierbei eine wichtige Rolle spielen, ist selbstredend.

Brad Sams vermutet, es könne eventuell ein Zusammenhang mit der Ankündigung von Windows 10 auf ARM-CPUs zu tun haben, und allzu fern liegt der Gedanke in der Tat nicht. Ich hatte von Anfang an Zweifel geäußert, dass es sich dabei um eine 1:1 Portierung handelt, die „einfach so“ wie auf einer x86-CPU funktioniert.

Der Ansatz eines solchen „gestreamten“ Windows 10 ist äußerst spannend. Lokal würde nur noch schwach ausgestattete und damit günstige Hardware benötigt, die Rechenleistung käme aus der Cloud und wäre frei anpassbar, wonach sich auch der Preis richtet. Für die nahe Zukunft wäre das wohl weder technisch noch emotional ein interessantes Modell für den Consumer-Markt, für Unternehmen könnte das allerdings äußerst spannend werden, weil im Gegenzug sehr viel Administrationsaufwand entfallen könnte. Ein System, welches sofort die Grätsche macht, wenn mal kurz die Internetverbindung unterbrochen wird oder die Bandbreite nicht genügt, will natürlich auch niemand haben, von daher müsste der gesunde Mittelweg gefunden werden.

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Außerhalb des Arbeitsplatzes würde es reichen, einen Browser zum Laufen zu kriegen, und dafür ist ja nicht unbedingt ein Schwergewicht an OS nötig. Und sollte es MS dann schaffen seine Web-Programme auch zuverlässig arbeiten zu lassen dann wäre das schon gut.
    Mehr Speicher wäre allerdings auf dem Gerät dann schon nötig als bei Chromebooks, weil ja die einzelnen Dateien größer sind als die Offline-Pendent von Docs und Sheet.
    Trotzdem, mit dem eigentlich zuverlässigen OneDrive wäre schon ein wenig Staat zu machen (sollte das Gerät wirklich billig sein; oder sehr günstig).
    Ich verstehe diesen Erfolg der Chromebooks ja gar nicht. Einer meiner Bekannten ist auch begeistert. Für mich ist ein System dass Offline nicht verwendbar ist einfach noch eine halbe Katastrophe.
    Abhängig von Netzverfügbarkeit - klingelt es da bei keinem mehr? - Blackberry und 3 Tage keine Mailsync, da Adressen und Termine nur Online auf einem Inselserver gemanaged wurden. Man sollte nicht ahnen wie kurz doch das Internetgedächtnis ist, wenn nur die Kohle und nicht mehr die Bedürfnisse der Menschen im Vordergrund stehen. Aber wehe, WhatsApp soll eine Person vergessen müssen ;-)
    Brad Sams vermutet, es könne eventuell ein Zusammenhang mit der Ankündigung von Windows 10 auf ARM-CPUs zu tun haben, und allzu fern liegt der Gedanke in der Tat nicht. Ich hatte von Anfang an Zweifel geäußert, dass es sich dabei um eine 1:1 Portierung handelt, die "einfach so" wie auf einer x86-CPU funktioniert.

    Ich hoffe, dass dem nicht so ist, denn dann habe ich keinen Bedarf. Eine self-hosted Variante wird es davon ja sicher wieder nicht geben.
    TheEngineer
    Ich verstehe diesen Erfolg der Chromebooks ja gar nicht. Einer meiner Bekannten ist auch begeistert. Für mich ist ein System dass Offline nicht verwendbar ist einfach noch eine halbe Katastrophe.

    Doch, das geht prima. Man muss die Dateien nur offline verfügbar machen. Und wenn man mit Chrome neue Dokumente erstellt werden sie beim nächsten Mal Netz automatisch gesynct.
    Ich habe auch gezweifelt, aber ich habe es mit meinem alten 'Netbook einfach mal versucht - und siehe da!
    Geht aber halt nur mit Docs und Sheets.
    Ich habe aus Nostalgie oder ähnlichem noch ein Wyse-Terminal im Keller stehen.
    Kennt hier wahrscheinlich kaum noch einer.
    Aber 3 Drähte zum Unix-Server haben gereicht.
    Irgendwie erinnern mich diese neuen Tendenzen, die heute Cloud und Stream heißen an diese Zeiten, nur dass ein paar ganz Große die Finger drauf haben.
    Und wir waren alle mal froh, als wir endlich eigene Rechenpower und eigenen Speicherplatz bekommen haben.
    Das größte Problem, das ich dabei sehe ist, dass wir in D nur so miserable Upload-Leistung haben.
    Wie soll ein Anwender große Datenbestände erst mal in die Cloud bringen?
    Ich erlebe immer wieder, dass das bei den üblichen 16.000 oder auch 50.000 dann Wochen dauert, am besten noch mit Neustart jede Nacht nach Zwangstrennung.
    Streaming- oder Cloud-Version von Windows 10 macht sinn!
    Damit hört das Wettrüsten auf und es geht wirklich wieder mehr um den Service! Vor allem aufm Smartphones macht sinn, wobei eine Grundfunktion auch Offline gehen müssen. Zudem könnte auch App auch gleich mit gestreamt werden ;)
    Zudem könnte man Windows10 als App für Android und iOS verfügbar machen. Damit hätte mal auf ein Schlag mehr Mio. Downloads auf Konkurrenzprodukten und würde Windows10 Vermarktungsstrategie weit voran treiben! ;)
    Streaming- oder Cloud-Version von Windows 10 macht sinn!
    Damit hört das Wettrüsten auf und es geht wirklich wieder mehr um den Service! Vor allem aufm Smartphones macht sinn, wobei eine Grundfunktion auch Offline gehen müssen. Zudem könnte auch App auch gleich mit gestreamt werden ;)
    Zudem könnte man Windows10 als App für Android und iOS verfügbar machen. Damit hätte mal auf ein Schlag mehr Mio. Downloads auf Konkurrenzprodukten und würde Windows10 Vermarktungsstrategie weit voran treiben! ;)

    Interessanter Ansatz im 2. Absatz aber damit wäre"unser OS" endgültig Tod. Also bitte liebes MSFT Team, ignoriert diesen Beitrag. ;)
    Lokal nur noch Cortana, alles andere per Diktat aus der cloud.
    Ok, das wird wohl nicht sooo schnell passieren. solange Cortane es nicht schaft meinen Nachnamen halbwegs richtig auszusprechen. Erkennen geht ja schon recht gut.
    Die Rechenleistung aus der Cloud ist ein Service, für den bezahlt werden muss. Und dazu muss es auch noch die mobile Datenverbindung "hergeben". Da hab' ich lieber ein leistungsstarkes Mobilgerät, welches lokal und intern seine Rechenarbeit selbst erledigt. Ist außerdem doch viel schöner, wenn man von der Leistung seines Mobilgerätes schwärmen kann, vom Achtkern-Prozessor, fetter RAM, 2-3 GHz-Taktung, oder etwa nicht? Das zukünftige Hochleistungs-Smartphone als Pe..s-Verlängerung ... ;)
    Hier spricht ein Consumer.
    Ich finde, das ist die spannendste News seit langem!!
    MS wird damit denke ich vor allem sehr stark in den Bildungsbereich drängen! Dort würde das auch absolut Sinn machen, da die Schulen sich nur günstige Endgeräte besorgen müssten - in der günstigsten Version einfach nur ein (Touch)Display, auf das Windows direkt aus der Cloud gestreamt wird, und die bessere Version hat einen günstigen ARM Prozessor bzw einfach ein Tablet sein, auf dem Windows quasi "offline verfügbar" gemacht ist, zügiger arbeitet und nur Teile oder Rechenleistung gestreamt werden. :)
    Erinnert mich an einen X-Client oder Thin-Client. Das Konzept wurde doch bereits geprüft und für zu leicht befunden. Keine Gute Idee!
    Das wäre aber alles nur sinnvoll wenn wir nicht vom Mobilen Bereich reden, zumindst hier in der BRD.
    Fast-Internetabdeckung für ein Industrieland wie die BRD ist immer noch ein Trauerspiel und die Bezahlbaren Kosten für eine Datenflat um Windoiws 10 in den Wolken zumindest Mobile realisieren zu können ist weit und breit nicht in Sicht.
    Für Unternehmen und den stationären Heimgebrauch sicherlich ein interessanter Ansatz, aber Mobile in unserem Lande nur eine wilde Fantasie.
    Ich finde, das ist die spannendste News seit langem!!
    MS wird damit denke ich vor allem sehr stark in den Bildungsbereich drängen! Dort würde das auch absolut Sinn machen, da die Schulen sich nur günstige Endgeräte besorgen müssten - in der günstigsten Version einfach nur ein (Touch)Display, auf das Windows direkt aus der Cloud gestreamt wird, und die bessere Version hat einen günstigen ARM Prozessor bzw einfach ein Tablet sein, auf dem Windows quasi "offline verfügbar" gemacht ist, zügiger arbeitet und nur Teile oder Rechenleistung gestreamt werden. :)

    Da gebe ich dir vollkommen recht, auf die Idee bin ich noch garnicht gekommen. Ware für unser Steinzeit Bildungssystem echt ne mehr als perfekte Lösung!!!
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