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Windows 10: Creators Update erlaubt Installations-Sperre für Win32-Anwendungen

Wir haben in letzter Zeit öfter davon gehört, dass Microsoft an einer neuen Windows-Version arbeitet, welche ausschließlich die Installation von Apps aus dem Store erlaubt. Unabhängig davon bietet das Creators Update die Möglichkeit, den Store manuell als einzige Quelle für Software-Installationen zuzulassen. Eine entsprechende Einstellung verbirgt sich in den PC-Settings in der neuen Rubrik „Apps&Features“.

Möglicherweise ist die Einstellung schon länger da, mir war sie bisher nicht aufgefallen und ich bin erst durch den Beitrag bei den Kollegen von MSPU darauf aufmerksam geworden.

Die erste Option lässt alles so, wie es bisher war, das ist auch die Standardeinstellung. Was die mittlere Option für konkrete Auswirkungen hat, vermag ich nicht zu sagen, die letzte ist wiederum eindeutig: Wenn man „Nur Apps aus dem Store zulassen“ aktiviert, dann erscheint bei dem Versuch, eine klassische Win32-Anwendung zu installieren, ein entsprechender Hinweis:

Behandeln wir erst noch den technischen Teil zu Ende:
Die Einstellung hat keinen Einfluss auf die Lauffähigkeit portabler x86-Programme, wie ich in einem kurzen Selbstversuch nachvollziehen konnte. Auch die Installation von Treibern oder anderer Hardware-Tools wie z.B. der Konfigurations-Software für eine Webcam funktioniert problemlos. Es handelt sich hier also offensichtlich nicht um eine „dumme Sperre“, sondern um eine Funktion, die nach einer bestimmten Logik arbeitet.

Wir kommen natürlich schnell zu der Frage, wer sich eine solche „Fessel“ freiwillig anlegt, Ich derzeit sicher noch nicht, und viele PC-Nutzer sicher auch nicht. Die Einstellung kann aber durchaus dort hilfreich sein, wo der Nutzer nicht einfach alles dürfen soll.

Verschwörungstheoretiker werden natürlich sofort unken, wie lange es wohl dauern wird, bis Microsoft die Schlinge zu zieht und diese Einstellung vorschreibt. Da darf sich jeder gerne gruseln, wie es ihm beliebt, für mich ist es zunächst mal ein Schalter, wie es ihn auf den anderen Plattformen ohnehin schon länger gibt, auch wenn das natürlich nicht direkt vergleichbar ist.

Für mich ist die Option ihrer Zeit einfach nur etwas voraus, das Angebot des Windows Store ist einfach zu dünn, er taugt nicht als exklusive Quelle. Sobald sich das ändert, werde ich den Schalter mit Freuden umlegen.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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