Logitech Spotlight Presentation ausprobiert: So macht das Präsentieren Spaß

Wer regelmäßig Präsentationen hält, der kennt das Problem: Sofern es sich nicht um eine eindimensionale Folienschlacht handelt, kommt man meist nicht ohne Unterstützung aus. Man braucht immer jemanden, der mal schnell eine andere Datei aufruft, ein Video abspielt oder anderweitig zuarbeitet. Andernfalls muss man sich hin und wieder von seinem Publikum abwenden, um irgendwelche Knöpfe zu drücken. Das stört die Atmosphäre und im schlimmsten Fall verliert man dabei selbst den Faden.

Mit dem „Presentation Spotlight“ will Logitech die eierlegende Wollmichsau unter den Presentern geschaffen haben. Selbstbewusste 129 Euro werden dafür aufgerufen, und genau das hat mich dazu animiert, mir das Teil näher anzuschauen. Um dem Fazit vorzugreifen: Dieses kleine Wunderding ist für Präsentations-Profis jeden Cent davon wert.

Ratlosigkeit beim Auspacken: Wie geht das?
Vor der später einsetzenden Begeisterung gab es erst mal ein bisschen Frust: Der Verpackung liegt neben dem Presenter nebst USB-Dongle, Ladekabel und Etui keine Anleitung bei. Ich wusste, was das Teil alles kann, war aber ratlos, wie ich es dazu ertüchtige. Die Lösung war dann doch ganz einfach und fand sich auf einem Aufkleber auf der Rückseite: Einfach von der Homepage die Software runterladen und installieren, dann erklärt sich das Produkt von selbst.

Nach der Software-Installation startet ein kleines Einführungs-Tutorial, spätestens dann ist man mit der Bedienung des Presentation Spotlight vertraut. Mit den beiden unteren Tasten navigiert man vorwärts und rückwärts, die obere Taste aktiviert die Spotlight-Funktion. Bis dahin noch unspektakulär, die richtig coolen Zusatzfunktionen werden über die Settings-Software gesteuert. Das ist gleichzeitig eine Einschränkung: Wenn man nicht mit dem eigenen PC präsentiert, fehlen natürlich genau diese Features.

Die Sonderfunktionen werden aufgerufen, in dem man die Vor- oder Zurück-Taste gedrückt hält. Das bewirkt einen schnellen Vor- oder Rücklauf oder schaltet den Bildschirm dunkel, der Clou ist allerdings die Lautstärke-Regelung: Durch Neigen des Spotlight nach unten oder oben kann man z.B. während der Wiedergabe die Systemlautstärke regulieren. Äußerst praktisch.

Mit dem Spotlight-Button kann die Aufmerksamkeit des Publikums auf eine ganz bestimmte Stelle des Bildschirms oder der Leinwand gelenkt werden. Wie mit einem Laserpointer, nur schöner. Der Bildschirm wird um das in seiner Größe frei konfigurierbare Spotlight herum abgedunkelt und folgt der Bewegung des Presenters. Der Kontrast ist etwas kräftiger als auf dem obigen Foto zu sehen.

Außerdem befindet sich in der Mitte dieses Spotlights noch ein Mauszeiger, über den das System fernbedient werden kann, um beispielsweise eine andere Datei zu öffnen.


Screenshots der Spotlight Settings App

Zeitmanagement
Gehört ihr auch zu den Leuten, die sich gerne mal „verquasseln“ und dann maßlos überziehen? Die Spotlight Settings App kann die verstrichene Zeit einblenden und außerdem per Vibrationsalarm darauf hinweisen, dass sich die angesetzte Redezeit ihrem Ende entgegen neigt. Man braucht also auch kein „Nummerngirl“ in der letzten Reihe mehr.

Noch ein paar technische Infos
Die Reichweite des Presentation Spotlight wird mit 30 Metern angegeben, damit sollte man sich also auch in großen Besprechungsräumen frei bewegen können. Die Verbindung erfolgt über den mitgelieferten USB-Dongle, alternativ kann aber auch jeder andere Bluetooth-Receiver verwendet werden. Eine Akkuladung genügt je nach Nutzung für dreimonatigen Betrieb. Und sollte man das Aufladen doch mal verschlafen haben, so hat der Presenter nach nur einer Minute Ladezeit genug Saft für eine dreistündige Präsentation.
Kompatibel ist Presentation Spotlight mit den Systemen Windows, MacOS, ChomeOS und Linux sowie mit den Formaten Powerpoint, Keynote, PDF, Google Slide und Prezi.

Fazit
Für 129 Euro bekommt man einen hochwertigen und damit mutmaßlich langlebigen Presenter mit wirklich cleveren Features, der es ermöglicht, auch dann ohne fremde Hilfe zu präsentieren, wenn man während des Vortrags mal zu einem anderen Medium wechseln muss. Die integrierte Gestensteuerung mag ein Gimmick sein und hätte natürlich auch mit zwei kleinen Zusatzbuttons gelöst werden können, aber es verleiht dem Presenter den Innovations-Kick, der dann unter dem Strich auch den hohen Preis rechtfertigt.

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
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