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Rollout in Wellen – was heißt das eigentlich?

Rollout in Wellen - was heißt das eigentlich?

Seit Dienstag wird das Creators Update für Windows 10 über Windows Update verteilt, aber nicht jeder Nutzer erhält es sofort. Wie bei großen Updates üblich, wird es in Wellen ausgerollt, „Staged Rollout“ nennt sich das im englischen Original-Wortlaut. Im Fall von Windows 10 steckt dahinter allerdings noch ein wenig mehr als nur möglichst gleichmäßige Lastverteilung.

Natürlich ist Letzteres ein wichtiger Faktor. Mehrere hundert Millionen PCs an einem einzigen Abend mit einem mehrere Gigabyte großen Update zu versorgen, wäre eine enorme Aufgabe. Microsoft verfügt über gewaltige Reserven, aber irgendwo gibt es natürlich Grenzen. Gerne wird in dem Zusammenhang gesagt „Apple schafft das ja auch“, aber wer schon mal direkt nach Veröffentlichung eines großen Updates versucht hat, seine iOS-Geräte zeitnah und zeitgleich zu aktualisieren, der weiß, dass dies zur Geduldsprobe werden kann.
Nichtsdestotrotz: Ginge es darum, das Update in möglichst kurzer Zeit auszurollen, dann würde Microsoft das in wenigen Tagen schaffen, es wäre allerdings mit enormen Zusatzkosten verbunden. Dass man es etwas langsamer angehen lässt, dürfte also auch simple wirtschaftliche Gründe haben. Es gibt aber einen wichtigeren Punkt, und zu dem kommen wir jetzt.

Es geht auch um Kompatibilität
Die praktisch unendliche Anzahl möglicher Hard- und Software-Kombinationen bereitete Microsoft schon immer Kopfzerbrechen. Was auf einem System gut funktioniert, muss nicht zwangsläufig auf allen Systemen klappen. Das Insider-Programm und die so oft zu Unrecht verteufelte Sammlung von Telemetrie-Daten helfen Microsoft zu erkennen, wo es Probleme gibt und wo nachgebessert werden muss. Das funktioniert leider nicht perfekt, sonst würde es ja nicht immer wieder passieren, dass nach dem Rollout eines Updates plötzlich Probleme auftreten. Aufgrund der im ersten Satz genannten Tatsache betrachte ich das ein Stück weit als grundsätzliches Problem der Windows-Plattform, welches vermutlich niemals gelöst werden kann. Es sei denn, wir einigen uns darauf, alle den selben Computer zu kaufen.

Die auf diese Weise gewonnen Kenntnisse setzt Microsoft auch bei der Verteilung von Updates wie dem Anniversary- oder dem Creators Update ein. Eine im PC verbaute Komponente, ein angeschlossenes Peripherie-Gerät oder ein installiertes Programm können alleine oder in Kombination mit einem anderen Faktor dafür sorgen, dass Windows Update „stumm“ bleibt und auch längere Zeit, nachdem der Rollout angelaufen ist, noch nichts anzeigt. Erst, wenn das zugrunde liegende Problem als gelöst markiert ist, wird das Update dann auch auf diesen Geräten angeboten.

Ein wenig Geduld zu haben, kann sich also auch in der Form auszahlen, dass man nach dem Update von Problemen verschont bleibt, die andere Nutzer schon ausbaden mussten.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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