GVFS: Microsoft nennt neue Details zum Git-Dateisystem

Kurzer Einwurf zum Frühstück: Wer von euch als Entwickler tätig ist, ist sicherlich schon einmal mit dem Versionskontrollsystem Git in Berührung gekommen. In der traditionellen Anwendungsentwicklung hat sich Git mittlerweile zum Quasi-Standard gemausert und Konkurrenten wie Subversion, Mercurial oder Bazaar hinter sich gelassen. Auch Microsoft macht von der Software ausgiebig Gebrauch, musste für die eigenen Anforderungen aber noch diverse Anpassungen vornehmen. Daraus entwickelte sich das neue Dateisystem GVFS, welches ähnlich wie die Platzhalter unter OneDrive funktioniert und Git dabei noch deutlich beschleunigen kann. Entsprechende Details könnt ihr in diesem Artikel nachlesen, den ich nach der Vorstellung von GVFS im Februar bereits geschrieben habe.

Brian Harry von Microsoft hat nun in einem neuen Blogpost einen genaueren Einblick gegeben, wie sich Git/GVFS beim Windows-Entwicklerteam schlägt, das seit etwa drei Monaten umgestellt wird. Mittlerweile wurde die Migration für rund 90 % der etwa 4.000 für Windows zuständigen Entwickler bei Microsoft abgeschlossen. Die nackten Zahlen lesen sich dabei durchaus beeindruckend:

– Mit 3,5 Millionen Dateien und einer Größe von rund 300 GB ist das Windows-Repository das (wahrscheinlich) größte Git-Repository überhaupt.
– Die bisher 40 einzelnen Instanzen wurden in einem einzigen Git-Repository zusammengefasst.
– Seitdem gab es rund 250.000 Commits, 8.400 Push-Beiträge und 2.500 Pull-Requests.
– Der Quellcode wird in 4.300 Zweigen gepflegt und etwa 1.760 mal pro Tag offiziell gebaut.

GVFS kommt massiv nach außen
Neben den nackten Zahlen und einem Bericht über die bisherige Entwicklung hatte Brian Harry aber auch gute Nachrichten für externe Entwickler im Gepäck, die GVFS selber nutzen wollen. Mit dem kommenden Update 15.3 für Visual Studio 2017, welches im Juni erscheinen wird, bekommt Microsofts Entwicklungsumgebung erstmals offizielle Unterstützung für das neue Dateisystem. Außerdem unternimmt Microsoft derzeit einige Anstrengungen, damit GVFS auch in das reine Git für Windows direkt implementiert wird. Aktuell betreibt Microsoft noch einen eigenen Fork, allerdings sollen die hiesigen Verbesserungen mittelfristig dem normalen Git zu Gute kommen.

Wer lieber auf einen externen Git-Client zurückgreift, darf sich auf kommende Updates für Tower sowie SourceTree von Atlassian freuen. Beide haben bereits damit begonnen, GVFS in ihre Clients zu integrieren.

via Golem und Brian Harry´s Blog

Über den Autor
Kevin Kozuszek
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Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden, daneben schlägt mein Herz aber auch für die OpenSource-Welt, wo mein besonderes Interesse der Mozilla Foundation gilt. Wenn ich mich mal nicht mit Technik beschäftige, tauche ich gerne in die japanische Kultur mit all ihren Facetten ab oder widme mich einem meiner zahlreichen anderen Hobbies.

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Kommentare
  1. Die Zahlen klingen, als wäre das ein ziemlicher Verwaltungsaufwand. ^^

    Ist mit GIT aber erheblich einfacher als mit andern Code-Repositories. Auch im TeamFoundationServer ist GIT schon lange eine Option statt dem TFS-Repository. Wir machen neue Projekte auch schon länger mit TFS mit GIT-Repo. Umziehen ist aber ein enormer Aufwand.
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