Skype reagiert auf vernichtende Kritik, kündigt Verbesserungen an

Skype hat seiner mobilen App ein neues, radikal verändertes Design verpasst. Auf Android ist es schon länger verfügbar, inzwischen auch für iOS, die Windows-Version soll demnächst nachziehen. Als Windows-Fan muss man sich da ausnahmsweise mal nicht vernachlässigt fühlen, denn die Reaktionen der Nutzer auf das geänderte Design sind verheerend, in den App-Stores hagelt es Kritik und das Ranking stürzt ins Bodenlose.

Nun ist es mit Veränderungen ja immer so eine Sache. Der Mensch an sich mag sie grundsätzlich nicht, und wenn sich etwas grundlegend ändert, dann ist das erst mal pauschal schlecht, auch wenn es gut ist.

Das neue Skype-Design richtet sich unübersehbar an ein junges Publikum. Für mich alten Knochen wirkt Skype nun wie ein Kindergeburtstag, zu dem jemand Papis Drogen mitgebracht hat. Ich finde es einfach nur schrecklich und möchte es am liebsten überhaupt nicht mehr benutzen.

Gestern hat das Skype-Team mit einem Blogpost auf den Protest-Sturm reagiert, natürlich auf eine ganz eigene Art. Man freut sich zunächst über „jede Menge großartiges Feedback“, welches man zur neuen Version erhalten habe. Nun, ich hab mal ein paar Beispiele dieses großartigen Feedbacks gesammelt, und ich musste mich dafür nicht anstrengen (klickt das Bild an, um es vergrößert zu sehen).

Die Kritik richtet sich nicht nur gegen das Aussehen, sondern auch gegen den Rückbau von Funktionen. Viele selbstverständliche Features waren in der neuen Skype-Version nämlich nicht mehr enthalten, wie beispielsweise die Möglichkeit, Chats und Kontakte zu löschen. Teilweise hat man diese schon wieder nachgerüstet, weitere Features wie z.B. der Online-Status der Kontakte auf der Startseite sollen in Kürze nachgerüstet werden. Auch sollen die OS-eigenen Sharing-Funktionen genutzt werden können.

Das sind absolute Selbstverständlichkeiten, und man fragt sich, wie eine App ohne solche Basis-Funktionen überhaupt ausgerollt werden kann. Man kommt sich inzwischen ja schon etwas albern vor, wenn man immer wieder über Skype schimpft, aber es ist nun mal so, dass sich eine Sache wie ein roter Faden seit Jahren durch die Entwicklung von Skype auf allen Plattformen zieht: Es werden ständig neue Baustellen aufgerissen, dann wird es halbfertig liegen gelassen und man beginnt mit dem nächsten Projekt, mit dem dann natürlich alles neu und ganz großartig werden soll.

Satya Nadella hat vor gar nicht allzu langer Zeit mal gesagt, man müsse dort, wo die Dinge nicht funktionieren, harte Entscheidungen treffen. Kurz darauf folgte die faktische Aufgabe der eigenen mobilen Plattform. Wenn er mal wieder eine harte Entscheidung treffen möchte – ich wüsste da was. Bei Skype funktionieren die Dinge auch nicht, und es hat nichts, was es woanders nicht mindestens ebenso gut oder besser gibt. Man würde es nicht lange vermissen.

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
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