Buchhaltungssoftware für Windows im Vergleich

Ein Gastbeitrag von Michael Lindner
Gerade bei Existenzgründern, die sich entweder selbstständig machen oder ein Unternehmen aufbauen wollen, besteht oftmals die Angst vor dem wichtigsten Teil der Unternehmensführung: Der Buchhaltung. Die Bedenken sind nicht von der Hand zu weisen, schließlich kann eine inkorrekte Steuererklärung bzw. ein fehlerhafter Jahresabschluss hohe Geldstrafen mit sich bringen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass immer mehr Arbeitnehmer sowie –geber, Freiberufler und Selbstständige auf eine Buchhaltungssoftware zurückgreifen, die ihnen die unliebsame Aufgabe erleichtert. Allerdings entspricht nicht jedes Softwareprogramm den individuellen Bedürfnissen des Nutzers. Es stellt sich daher die Frage: Welche Buchhaltungssoftware ist die Richtige?

Warum ist eine Software für die Buchhaltung sinnvoll?
Während der Anfangszeit einer Unternehmensgründung werden die verschiedenen Bestandteile der Buchhaltung meist händisch bearbeitet. Rechnungen schreiben ist mit einem hohen Zeitaufwand verbunden, manchmal wird ein Eintrag im Kassenbuch vergessen und wenn ein Fehler passiert, gleicht das Papier eher einer Strichzeichnung denn einer Abrechnung. Dieses Vorgehen ist spätestens dann, wenn sich der Kundenstamm erweitert und sich der Aufwand somit erhöht, mehr als unproduktiv.

Nichtsdestotrotz fragen sich viele (Jung-)Unternehmer, warum sie sich für eine Buchhaltungssoftware statt für einen ausgebildeten Steuerberater entscheiden sollten:

Punkt Eins ist natürlich der finanzielle Aspekt. Gerade bei jungen Unternehmen ist das Budget nicht sonderlich hoch, wohingegen ein Steuerberater unter Umständen sehr viel Geld kosten kann. Viele etablierte Unternehmen mit langjähriger Erfahrung besitzen dagegen eine eigene Buchhaltung, die mit einer Software arbeitet und manchmal für den Jahresabschluss zusätzlich eine Steuerberatung.

Punkt Zwei ist der enorme Zeitaufwand, der mit einem Softwareprogramm eingespart wird. In der Regel müssen die Nutzer „lediglich“ alle Ein- und Ausgänge wie Einnahmen, Gehaltszahlungen, Mieten oder Nebenkosten eintragen. Nachweise wie Quittungen oder Rechnungen lassen sich meist bequem einscannen und anschließend einpflegen. Den Rest übernimmt das Programm.

Dadurch ergibt sich Punkt Drei: Die Vermeidung von Fehlern. Buchhaltungsprogramme bieten den Vorteil, dass sie mit Zusatzinformationen ausgestattet sind, die die Bedienung maßgeblich erleichtern sollen und somit sowohl Einsteigern als auch fortgeschrittenen Nutzern den Einstieg erleichtern. Gegebenenfalls begangene Fehler werden ebenfalls angezeigt, sodass die Abrechnung korrekt ausgeführt wird.

Was muss das Hilfsmittel können?
Buchhaltung besteht aus mehr als einfach nur Rechnungen schreiben oder ein Kassenbuch führen. Eine Buchhaltungssoftware sollte daher unter anderem folgende Leistungen ermöglichen:

1. Rechnungen schreiben
2. Buchführung
3. Lohn- und Gehaltsabrechnungen
4. Angebotserstellung
5. Anlagenverwaltung
6. Mahnwesen

Wichtig sind jedoch nicht nur diese Komponenten, sondern ebenfalls Funktionen wie DATEV- und ELSTER-Schnittstellen, Einstiegshilfen oder kostenfreie Testversionen, mit denen unschlüssige Nutzer das Programm zunächst auf Herz und Nieren prüfen können, bevor sie sich entscheiden.

Lohnen sich Freeware-Produkte?
Es gibt durchaus sehr gute Buchhaltungsprogramme als Freeware-Versionen, die für den Anfang recht passabel sind. Ein solches Beispiel wäre unter anderem zero-Buchhaltung. Dieses gibt es sowohl in einer kostenfreien als auch in einer Lizenzversion. Es ist leicht zu bedienen und verfügt über die notwendigen Basisfunktionen. Sofern Bedarf besteht, kann es jederzeit durch eine einmalige Registrierungsgebühr von 29,75 Euro hochgestuft werden.

Das Problem bei der Freeware ist allerdings, dass sie nicht über das umfangreiche Angebot einer kostenpflichtigen Version verfügt. Ein wichtiges Merkmal für eine gute Buchhaltungssoftware ist die Unterstützung der Einnahmen-Überschuss-Rechnung sowie der Bilanzbuchhandlung. Der große Unterschied zwischen den beiden Möglichkeiten besteht darin, dass Freeware-Programme im Gegensatz zu Lizenzprodukten meist weder über die notwendige Aktualität noch über einen Support verfügen. Ein weiteres Indiz ist eine ELSTER-Schnittstelle oder die Möglichkeit der E-Bilanz.

Lizenzprodukte im Überblick
Die etabliertesten Anbieter für Buchhaltungssoftware sind neben DATEV der Freiburger Hersteller Lexware, WISO und SAGE. Daher lohnt sich ein genauerer Blick auf die einzelnen Funktionen der verschiedenen Softwareprodukte.

Die oben ernannte Aufstellung erfasst die Basisprogramme, die bei Bedarf durch ein Upgrade im größeren Umfang zur Verfügung stehen.

Lexware bietet neben seinem Produkt buchhalter 2017 noch eine plus, eine pro und eine premium-Version an. Alle Varianten haben eine solide Anwendungsunterstützung integriert und sind leicht zu bedienen. Damit ist das Programm nicht nur für Fortgeschrittene, sondern ebenso für Einsteiger geeignet.

Bei WISO gibt es hingegen viele verschiedene Modelle, die sich entweder an Einsteiger oder Fortgeschrittene sowie an Privatnutzer oder Unternehmen richtet. Die Software glänzt ebenfalls nicht nur mit einer leichten Bedienbarkeit, sondern mit einem Handbuch, welches bei Bestellung automatisch mitgeliefert wird. Neben einer Testversion stellt WISO für die Privatnutzung ein Online-Formular zur Verfügung, um die Steuererklärung virtuell zu erledigen.

SAGE 50 Buchhaltung eignet sich nicht unbedingt für Einsteiger, sondern setzt zumindest Grundkenntnisse der Buchhaltung voraus. Gründer oder Laien könnten schnell überfordert sein. Wer sich jedoch bereits mit dem Thema beschäftigt hat, wird ein Softwareprogramm finden, welches eine Fülle an Funktionen bietet, die alle erdenklichen Wünsche erfüllen.

Fazit
Im Prinzip beinhaltet jede Buchhaltungssoftware die gleichen Grundfunktionen, mit denen Unternehmer, Freiberufler oder Selbstständige adäquat ihre Buchhaltung tätigen können. In den meisten Fällen unterscheiden sie sich durch bestimmte Zusatzfunktionen, die jedoch nicht von jedem Nutzer gebraucht werden. Wer sich für ein solches Programm entscheidet, muss sich daher bereits im Vorfeld darüber Gedanken machen, was wirklich zwingend notwendig ist. Dabei können die Testversionen, die von allen genannten Anbietern angeboten werden, helfen. Denn damit kann man sich spielend einfach einen Überblick über die vorhandenen Funktionen verschaffen und gleichzeitig verschiedene Szenarien durchspielen. Alle Modelle eignen sich dafür, dem Nutzer die lästige Arbeit zu erleichtern und das Ergebnis anschließend mit wenigen Klicks an das Finanzamt zu schicken.

Über den Autor
Dr. Windows
Dies ist der allgemeine Redaktions-User von Dr. Windows. Wird verwendet für allgemeine Ankündigungen und Gastartikel

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Kommentare
  1. Danke.
    Auch sind die Online also rein Cloudbasierden System von SageOne nicht zu verachten.
    Evtl. hat ja jemand noch Muse und Erfahrung sich mit Windows, am besten App basierenden, Kassensystemen auseinander zu setzen.
    Wo läge denn das Problem, diesen Beitrag ganz klar erkennbar - z.B. wie bei den MobileGeeks - als Werbung (Lexware) zu kennzeichnen?
    Wo läge denn das Problem, diesen Beitrag ganz klar erkennbar - z.B. wie bei den MobileGeeks - als Werbung (Lexware) zu kennzeichnen?

    Ist das denn Werbung???
    Es ist ein Gastbeitrag der verschiedene Buchhaltungssoftware vergleicht und ich nehme jetzt mal ganz stark an das der Verfasser dafür kein Geld bekommen hat diesen Artikel zu schreiben also warum soll der Artikel als Werbung gekennzeichnet werden???
    Ist das denn Werbung???
    Es ist ein Gastbeitrag der verschiedene Buchhaltungssoftware vergleicht und ich nehme jetzt mal ganz stark an das der Verfasser dafür kein Geld bekommen hat diesen Artikel zu schreiben also warum soll der Artikel als Werbung gekennzeichnet werden???
    Warum werden dann Datev, Wiso und Sage nicht verlinkt?
    Warum werden dann Datev, Wiso und Sage nicht verlinkt?

    Da ich nicht weiß wer den link hinterlegt hat kann ich dir das nicht sagen.
    Werbung ist es deshalb trotzdem nicht.
    Warum werden dann Datev, Wiso und Sage nicht verlinkt?

    Es ist schön, dass Sie anscheinend sonst keine Probleme haben! Sie können sich glücklich schätzen. - Ich sage einfach nur vielen Dank an Herrn Lindner für den Gastbeitrag!
    Warum werden dann Datev, Wiso und Sage nicht verlinkt?

    Dann leiste doch einen sinnvollen Beitrag und ergänze die Links im Kommentar.
    Ich kann übrigens auch WISO Unternehmer 2017 empfehlen. Ist zwar etwas teurer, bietet aber restlos alle notwendigen Features und kann bis hin zu den Reports im Detail konfiguriert werden.
    Was ich bei Lexware sehr gut finde ist, dass es sehr gut dokumentiert ist und man zum Teil kostenlos und zum größten Teil relativ günstig an Webinare und Video Tutorials herankommt. Die Programmoberflächen sind sehr einfach zu bedienen und selbsterklärend und wenn man mal nicht weiter kommt, findet man ganz sicher im Internet eine passende Lösung. Aus meiner Sicht der beste Kompromiss zwischen Einfachheit/Professionalität bzw. Komplexität und Preisleistung.
    Wiso ist ebenfalls sehr einfach zu bedienen - manchmal ein bisschen zu einfach - und relativ gut dokumentiert. Wie es aber mit Webinaren und Videotutorials aussieht, weiß ich leider nicht. Ich hab es zu Testzwecken mal ausprobiert, gefiel mir aber nicht besonders. Sehr gut finde ich allerdings die Preise! Wiso bietet sehr viel für relativ wenig Geld.
    Sage finde ich persönlich sehr unübersichtlich und manchmal sehr undurchsichtig - speziell das Modul Auftragsbearbeitung (Angebot erstellen, Aufträge weiterführen, Rechnungen erstellen etc.). Gerade für Existenzgründer oder Leute die noch nie damit gearbeitet haben aus meiner Sicht eher ungeeignet. Das Programm bzw. die Module selbst sind Mittelmäßig gut dokumentiert und wenn man mal nicht weiter weiß, findet man Informationen im Internet eher wenige. Auch Webinare bzw. Seminare sind im Vergleich zu Lexware sehr teuer.
    Lexware dürfte die größte Sicherheit bieten auch in zehn Jahren noch zu existieren da sie das Geschäft seit langem weitgehend zuverlässig erfolgreich betreiben. Lexware war für mich ein wesentlicher Grund bei Windows zu bleiben. In der Wirtschaft zählt Konstanz über Jahrzehnte.
    Dann kann man nur hoffen, dass Lexware niemals von Microsoft gekauft wird:D
    Eine Anmerkung zur Wortwahl: Einnahmenüberschuss trifft die Sache eher.
    Eine Frage zu den Produkten: Ist in diesen auch ein klassisches Kassenbuch enthalten?
    Eine Anmerkung zum Stil: Ein Satz zur Einordnung des Autors hätte eventuell abschweifende Diskussionen verhindert.
    Bei meinem Ausflug in die Selbständigkeit hat mir Easy Cash&Tax geholfen. Damit war mein Kleingewerbe steuerlich voll abgedeckt und es kostete nur eine geringe freiwillige Spende.
    Eine Frage zu den Produkten: Ist in diesen auch ein klassisches Kassenbuch enthalten?.

    Bei Lexware ja. Auch bei Microsoft zählt die Langzeitverlässlichkeit. In Clipper unter DOS geschriebene Programme laufen auch heute noch problemlos neben der neuesten Software.
    Moin,
    Ich Danke für den Beitrag und die Ergänzungen in den Kommentaren. Ich denke ich weiß jetzt was ich brauch bzw nutzen werde.
    Es sei noch ergänzt, dass die Wahl der Software abhängig ist von der Gewerbeform (bzw. Gesellschaftsform wie GmbH, UG etc.). Eine spätere Migration von einer "Schnupper-Version" zu einem anderen Anbieter ist sehr schwierig bis hin zu unmöglich.
    Danke für den Beitrag. Für Kleinst-Firmen bis 9 Mitarbeiter empfehle ich Clarina Finanz 6. Ein weiterer Vorteil ist, dass dieses auch bildhaft aufgebaut ist. Es gibt Kontenpläne, die auf den Handwerksbetrieb ausgerichtet sind, aber auch für online-Marketer etc. Es gibt Lösungen für D-A-CH. Einsehbar und die Gratis-Download-Version testbar ist es unter z.B. Swissadmin.ch. Die Firma existiert bereits seit 15 Jahren und ist sehr seriös
    Ich habe mich vor ein paar Jahren mit Buchhaltungssoftware auswahl beschäftigt. Auch Lexware, Wiso, sage und viele mehr waren dabei, nachdem EasyBuchhalter nicht mehr ausreichte. Kriterien waren u.a. Bankeinzug importieren, Elster und Datev austausch zum Steuerberater und modular. Kurz ich verwende Monkey Office für Win, auch für Mac verfügbar.
    Die zitierten Anwendungen im Gastkommentar erheben sicher keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es ist eine Vielzahl von Produkten auf den Markt. Aus meiner Erfahrung sind die genannten Produkte meist nur begrenzt für Existenzgründer geeignet da eine Anpassung / Parametrisierung oft nicht möglich ist.
    Aus betriebswirtschaftlicher Sicht verlangen eine E-/A-Rechnung und eine doppelte Buchführung unterschiedliche Anforderungen können meist nicht gleichzeitig durch ein Paket abgedeckt werden. Und Anlagenverwaltung, Lohn- und Gehaltsabrechnung, Angebotserstellung / Rechnungslegung sind in der Regel Zusatzmodule und nicht Bestandteil der Buchhaltungssoftware (siehe MS Dynamics 365, MS Dynamics NAV, SAP Business One ….).
    ntoskrnl
    Warum sind in dem Vergleich nur Abos?

    Das würde hier wohl den Rahmen sprengen, die genannten Anwendungen können sicher auch käuflich erworben werden!
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