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Spieletest: The Gunstringer – Dead Man Running – exklusives Jump’n Run für Windows 8/RT

The Gunstringer ist ursprünglich ein Action-Shooter für die Xbox 360. Mit dem Zusatz ‚Dead Man Running‘ haben die Microsoft Studios daraus ein Jump’n Run gemacht, welches exklusiv für Windows 8 und Windows RT veröffentlicht wurde. Als alter Fan dieses Genres musste ich mir das natürlich gleich anschauen und habe mir die Testversion aus dem Windows Store geladen. In dieser steht nur der ‚Endloslauf‘ zur Verfügung – zum Ausprobieren reichte das aber völlig.

Das Gameplay ist schnell erklärt: Cursor links/rechts zum Steuern, Cursor hoch zum Springen, Cursor runter zum Ducken, und mit der Leertaste wird geschossen – mehr braucht man nicht. So arbeitet man sich mit dem untoten Cowboy vorwärts, um Goldmünzen einzusammeln, den Hindernissen auszuweichen und die hin und wieder auftauchenden Gegner zu eliminieren.
(Auf dem Tablet lenkt man die Figur durch Kippen nach Links und Rechts. nach oben streichen zum Hüpfen, nach unten zum Ducken, und Antippen feuert einen Schuss ab).

Nach einer Viertelstunde Spielerei stand fest: Macht Spaß, will ich haben!
Für die Vollversion berechnet Microsoft 1,19 Euro, da gab es nicht viel zu überlegen, ich habe das Spiel gekauft. Ein fataler Fehler, wie sich kurz darauf herausstellen sollte. Denn The Gunstringer – Dead Man Walking ist die reinste Abzocke.

Ich gebe zu, ich habe noch etwas Mühe, mich an das neuartige Prinzip zu gewöhnen, dass man ein Spiel kostenlos oder für wenig Geld bekommt, dafür dann aber aus dem Spiel heraus immer wieder zur Kasse gebeten wird. Denn so manches Schnäppchen droht auf diese Weise zum Fass ohne Boden zu werden. Der Vorteil ist natürlich, dass man die Sache auch wieder beenden kann, so lange der Schaden noch gering ist. Ich habe so manches teure PC- oder Konsolenspiel hier im Regal stehen, bei dem das leider nicht der Fall war.

Grundsätzlich ist dieses Ratenkauf-Prinzip also ganz nützlich, wenn es denn fair zugeht – und genau das ist hier meiner Meinung nach nicht so. Ein Beispiel: Es gibt in den Levels keine Checkpoints – jedes Mal, wenn der Cowboy zu Boden geht – und das passiert am Anfang natürlich recht häufig – beginnt das Level von vorne. Um an der selben Stelle wieder aufstehen zu können, muss man 15.000 Goldmünzen berappen – das ist eine der beiden virtuellen Währungen in diesem Spiel – die zweite sind Diamanten.
Nach ungefähr zehn gescheiterten Versuchen, das Level zu Ende zu bringen, hatte ich gerade mal rund 3.000 Münzen eingesammelt. Man kann hier also getrost unterstellen, dass es gar nicht vorgesehen ist, aus dem Spiel heraus genügend Guthaben zu sammeln, um damit im internen Shop einkaufen zu gehen. Also habe ich 1,69 Euro für 15.000 Goldmünzen bezahlt und mir damit das Powerup ‚Extraleben‘ gekauft. Und jetzt kommt der Hammer: Dieses Extraleben ist tatsächlich nur ein einziges – sobald man gegen ein Hindernis läuft, ist es aufgebraucht und man muss wieder Goldmünzen kaufen gehen, wenn man das Level nicht erneut ganz von vorne beginnen möchte.
Immerhin gibt es eine Rabattstaffel – für 8,49 € bekommt man beispielsweise 225.000 Münzen und könnte damit dann 15 Extraleben kaufen – aber da ist meine Schmerzgrenze einfach überschritten.

Wie schon gesagt, man wird sich an derlei Spiele gewöhnen müssen – das werde ich ganz bestimmt. Aber wenn ich schon immer mal wieder die Börse öffnen muss, dann möchte ich es gerne tun, weil ich dafür entsprechenden Spielspaß als Gegenleistung erhalte. Bei Gunstringer – Dead Man Walking hatte ich aber sehr schnell das Gefühl, dass es hier nur darum geht, mir möglichst viel Geld aus der Tasche zu leiern. So lange der integrierte Shop nicht günstiger wird, bleibt das bunte Cowboy-Skelett daher erst mal wieder im Grab.
Schade um ein wirklich toll gemachtes Spiel.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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