Verpasste AV-Test Zertifizierung: Microsoft wiegelt ab – Testverfahren nicht realitätsnah

Vor drei Tagen hat AV-Test seine neueste Vergleichsstudie zu Antivirenprogrammen vorgelegt und dabei den Microsoft Security Essentials erneut sein Zertifizierungs-Gütesiegel versagt – siehe dazu hier.
Nun meldet sich Microsoft zu Wort und kontert: Die schlechte Erkennungsrate bei 0-Day Malware – der Hauptgrund für die verpasste Zertifizierung – spiele in der Praxis praktisch keine Rolle. Die Samples, die im Test von Security Essentials nicht erkannt wurden, hätte man nach eigenen Untersuchungen auf 0,0033 Prozent der Kundensysteme gefunden.
Für vier Prozent der nicht erkannten Samples seien die Signaturen inzwischen entsprechend aktualisiert worden, so dass von diesen keine Gefahr mehr für die Nutzer ausgeht.
Um die Resultate von AV-Test noch weiter in Frage zu stellen, führt man außerdem an, dass 94 Prozent der Samples, die bei der Prüfung nicht erkannt wurden, in freier Wildbahn niemals gesichtet wurden.

Alleine im Dezember hat Microsoft nach eigenen Angaben 20 Millionen verdächtige Dateien untersucht, dabei vier Millionen Schädlinge entdeckt und damit drei Millionen Systeme vor einer Infektion bewahrt. Das sind durchaus beeindruckende Zahlen.

Ob das nun Schönfärberei ist oder ob das schlechte Testergebnis für die Praxis wirklich ohne Belang ist, vermag ich nicht einzuschätzen. Ich stehe allerdings seit gestern mit AV-Test im Kontakt und lasse mir das Testverfahren erläutern – Ihr werdet natürlich in Kürze an dieser Stelle detaillierte Infos bekommen.

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
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