An die Förmchen: Surface Pro und Macbook Air im Speicherplatz-Vergleich

Wenn es in irgendeiner Form um einen Vergleich zwischen Apple und Microsoft geht, dann sieht man sich immer irgendwie im Sandkasten sitzen. Und wenn schon der Schreiber eines Artikels mal so richtig sachlich an ein Thema ran geht, dann sorgen spätestens die Kommentare für das (un)passende Niveau.
Hier ist wieder so ein Thema, welches sich dafür hervorragend eignet: ZDNet-Blogger Ed Bott hat sich das Surface Pro und ein Macbook Air geschnappt und den zur Verfügung stehenden Speicherplatz verglichen. Wir erinnern uns, vor ein paar Tagen hatte Microsoft bekannt gegeben, dass in der 128 GB Version des Surface Pro etwa 83 GB zur freien Verfügung stehen. Die unbestreitbar gute Nachricht, die aus Eds Artikel hervor geht: Diese Information war falsch, es sind nämlich 89,7 GB, die man mit eigenen Daten befüllen darf.
Im MacBook Air – ebenfalls mit einer 128 GB SSD ausgestattet – sind es nur unwesentlich mehr, nämlich 92,2 GB. Verschiebt man mit entsprechenden Tools die Recovery-Partition auf eine externe Platte oder einen USB-Stick, gewinnt man beim Surface Pro nochmals fast 8 GB hinzu und kommt auf 97,51 GB, also fünf mehr als beim MacBook.

Kommen wir zur entscheidenden Frage: Was soll das eigentlich?
Wen interessieren ein paar GB hin oder her, und kann man das Surface Pro überhaupt mit einem MacBook vergleichen? Diese Frage wirft auch Kollege Caschy in einem Beitrag zu diesem Thema auf.
Die Antwort ist ein klares Jein. Das Surface Pro ist ja eigentlich mehr ein Tablet und gar kein ‚richtiges‘ Notebook – aber es läuft eben ein vollwertiges Betriebssystem drauf, und wenn man die Frage nach dem belegten Speicher stellt, dann scheidet das iPad mit dem mobilen Betriebssystem iOS als Vergleichsmodell aus.

Ed Bott beleuchtet außerdem noch, wie MacOS und Windows die Größe von Festplatten darstellen. Nun kennen wir sicherlich alle die Formel von den 1024 Byte – eine 1 TB Festplatte ist eben keine 1 TB Festplatte, weil sie nach korrekter Berechnung nur 931 GB groß ist – so kann man das in der Datenträgerverwaltung von Windows nachlesen, während MacOS fälschlicherweise 999 GB ausweist.
Wenn man darauf nun aber herum reitet, sind wir mal wieder endgültig bei den Sandelförmchen angekommen.

Ich glaube, der gute Ed war bei diesem Artikel von einer ganz anderen Motivation getrieben, die dann aber leider nicht so gut zum Ausdruck kam. Wie ich ist er eher Microsoft zugewandt, und es geht ihm genau wie mir gehörig auf den Keks, dass auch die vermeintlich seriösen Medien bei Microsoft stets ein Haar in der Suppe suchen. Bei bestimmten Publikationen – ich nenne jetzt absichtlich keine Namen – habe ich manchmal den Eindruck, sie stehen regelrecht unter dem Zwang, dass ein Bericht über Microsoft immer mindestens einen negativen Unterton enthalten muss.
Manchmal glaube ich, wenn Microsoft ein Mittel gegen Krebs entdecken würde, würden manche Medien daraus die Schlagzeile „Microsoft gegen simple Erkältung machtlos“ konstruieren.

Fertige Computer mit Windows gibt es seit vielen Jahren – und nur weil Microsoft jetzt einen solchen auf den Markt bringt, ist es plötzlich einen Schlagzeile wert – ja es gleicht fast einem Skandal – dass das vorinstallierte Betriebssystem tatsächlich Platz auf der Festplatte belegt. Das ist lächerlich, und ich denke genau das wollte Ed Bott auch aufzeigen, nur leider sind ihm dann etwas die Gäule durch gegangen.
Quelle: Surface Pro versus MacBook Air: Who’s being dishonest with storage space?

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Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
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