Lenovo packt Pokkis Startmenü und App Store auf seine Windows 8 Geräte
Lenovo hat einen Deal mit der Softwareschmiede Pokki geschlossen. Künftig werden alle von Lenovo ausgelieferten Computer der Produktreihen IdeaPad und IdeaCentre mit Pokkis alternativer Startmenü-Lösung sowie dem App-Store von Pokki bestückt.Das Pokki-Startmenü ist allerdings kein Nachbau des klassischen Startmenüs, wie wir es bis Windows 7 kannten, sondern eine komplette Eigenentwicklung. Wer es sich näher anschauen möchte, findet es in unserer Download-Section.
Hier ein Screenshot:
Ebenfalls vorinstalliert wird der Pokki Store, der verschiedene Apps und Arcade-Games zum Download anbietet.
Lenovo ist nicht der erste OEM-Partner von Pokki – deren App Store findet sich auch auf Acer-Geräten, und Toshiba hat ebenfalls das Pokki-Startmenü mit an Bord.
Meine Meinung dazu muss ich für regelmäßige Leser wahrscheinlich gar nicht erst niederschreiben. Ich tue es aber trotzdem, obwohl ich wirklich keine Lust habe, an dieser Stelle die gefühlt einmillionste Diskussion darüber zu führen, ob Windows 8 ein Drittanbieter-Startmenü benötigt oder nicht. Wer eines haben will, soll sich eines installieren, ich unterstütze sogar gerne die Auswahl mit dieser Zusammenstellung.
Aber überlasst es doch bitte dem Käufer selbst, was er auf seinem System haben möchte und was nicht.
Glaubt Lenovo ernsthaft, sie verkaufen deshalb auch nur ein Gerät mehr? Nein, glauben sie wahrscheinlich wirklich nicht, an den Kunden haben sie bei Unterzeichnung des Vertrags mit Pokki sowieso nicht gedacht. Vielmehr handelt es sich um einen hundsgewöhnlichen Crapware-Deal. Software-Anbieter XYZ legt ein paar Millionen auf den Tisch des Hardware-Herstellers, und der klatscht das Zeug dann auf seine Rechner. Ob’s der Kunde braucht? Uns doch egal, Hauptsache wir haben das Geld eingestrichen. Wenn nicht, soll er zusehen, wie er das wieder los wird.
Dass OEMs alternative Startmenüs und App-Stores auf ihre Windows-Rechner werfen, zeichnet darüber hinaus ein düsteres Bild davon, wie es um das Verhältnis zwischen Microsoft und seinen Partnern bestellt ist. Der Schritt von Lenovo hin zu Pokki ist ein Schritt weg von Microsoft. So wird man die Krise im PC-Markt ganz bestimmt nicht meistern, das funktioniert nur gemeinsam. Gefällt mir ganz und gar nicht, wie sich die Dinge entwickeln.
Über den Autor

Martin Geuß
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!



