Am Puls von Microsoft

Info-Nachschlag: Weitere Neuerungen im kommenden Windows 8.1 Update

Ende letzter Woche war an dieser Stelle schon ausführlich über die Neuerungen in der neuesten geleakten Vorabversion des Windows 8.1 Updates berichtet worden. Nun gibt es nochmal ein bisschen Nachschlag.
Ob es sich beim neuesten Leak schon um die finale Fassung handelt, weiß natürlich niemand, es fühlt sich allerdings insgesamt schon sehr rund an und mir sind bislang keine Bugs aufgefallen. Nachfolgend noch einige kleinere und eine ziemlich bedeutende Änderung.

Apps auf der Taskleiste mit Multi-Vorschau, Jumplisten und Medien-Steuerung
Dass man Apps nun auch auf der Taskleiste ablegen kann und dass diese dann auch eine Miniatur-Vorschau anzeigen, war ja bereits bekannt. Grundsätzlich kann diese Vorschau auch mehrere Fenster anzeigen – allerdings nur, sofern die App dies unterstützt. Beim Internet Explorer ist das zum Beispiel der Fall, das sieht dann so aus:

In diesem Fall waren in der IE-App allerdings nicht zwei Tabs geöffnet, sondern es wurden zwei voneinander unabhängige Instanzen gestartet – per Rechtsklick auf die Kachel und der Auswahl „Neues Fenster“.

Ich habe es noch mit einigen anderen Apps versucht, da hat das leider nicht funktioniert.

Bei Medienwiedergabe-Apps gibt es nicht nur eine Vorschau, sondern auch Funktions-Buttons zum Pausieren und zur Navigation. Außerdem haben die Musik- und die Video-App beim Rechtsklick auf das Icon nun auch eine Jumplist, wie man sie von Desktop-Anwendungen kennt.

Gut möglich, dass das noch weiter ausgebaut wird und über diese Jumplisten eine App dann auch direkt mit einer bestimmten Funktion gestartet werden kann, z.B. einen Anruf mit Skype tätigen.

Metro bleibt Metro und Desktop bleibt Desktop
Meinem MVP-Kollegen Günter Born ist dann noch eine Änderung aufgefallen, von der ich mir vorstellen kann, dass sie auch bei Microsoft intern für die eine oder andere heiße Diskussion gesorgt hat. Bei Windows 8 und auch 8.1 war es ja so, dass Musik-, Bild- und Video-Dateien automatisch mit den entsprechenden ‚Metro-Apps‘ verknüpft waren. So wollte Microsoft uns die neuen Apps schmackhaft machen. Inzwischen hat sich aber gezeigt, dass auch die Desktop-Nutzer, die Windows 8 prima finden, für genau diese Dateien meist Desktop-Programme bevorzugen.
Mit dem Update 1 hat Microsoft dieses Verhalten angepasst: Öffnet man ein Bild oder ein Video aus dem Windows Explorer, startet die Windows Fotoanzeige bzw. der Windows Media Player. Benutzt man die OneDrive-App, die ja gleichzeitig als lokale Dateimanager-App fungiert, wird die Foto- bzw. Video-App gestartet. Musikdateien sind in der Vorschau noch grundsätzlich mit dem Media Player verknüpft, ich gehe aber davon aus, dass die Funktion an dieser Stelle einfach noch nicht fertig ist.

Die Folge davon ist, dass man als Desktop-Nutzer nicht mehr unvermittelt in die ‚Metro-Oberfläche‘ geschubst wird. Zusammen mit dem automatischen Start zum Desktop, der wohl auf nicht-Touch-Geräten automatisch eingerichtet wird, bedeutet das, dass man so gut wie überhaupt nicht mehr willkürlich mit Metro in Kontakt kommt. Fehlt eigentlich nur noch das klassische Startmenü, und alles ist wieder beim Alten.

Wer sich an das neue Verhalten schon gewöhnt und die Apps lieb gewonnen hat, der kann natürlich auch aus dem Desktop heraus die entsprechenden Apps wieder als Standard definieren. Und es stecken ja im Update 1 auch ansonsten viele Änderungen, welche die Nutzung von Apps und den Mischbetrieb mit dem Desktop deutlich vereinfachen. Insofern würde ich obige Änderung nicht als ‚Zurückrudern‘ einstufen, sondern es wird lediglich versucht, sich den bevorzugten Nutzungsgewohnheiten anzupassen.
Ich mag daher auch in den Änderungen kein ‚Herumeiern‘ erkennen, wie das jetzt teilweise schon wieder dargestellt wird. Mit Windows 8 ist Microsoft zweifellos über’s Ziel hinaus geschossen und hat den Fokus zu stark auf die neue Oberfläche und die Touch-Bedienung gelegt. Damit konnte man auch an einem Desktop-PC gut arbeiten, wenn man wollte. Aber genau das war das Problem: Man musste es wollen und musste bereit sein, eine Phase des Umgewöhnens und Umdenkens zu durchschreiten.
Daran ändert auch das neue Update nichts – beim Umsteigen auf Windows 8 gibt es eine Lernkurve, so viel ist Fakt. Sie wird aber mit dem erfolgten Feintuning deutlich flacher.

Gewiss wird es auch Leute geben, die das ‚Mimimi‘ über diverse Kleinigkeiten in Windows 8 für übertrieben halten und die nicht verstehen können, warum Microsoft darauf nun sogar reagiert. Die Diskussionen, warum etwas in Windows 8(.1) so oder so gelöst ist, werden jedoch zunehmend überflüssiger, weil es sich ein Jeder nach seinem Gusto einrichten kann.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

Anzeige