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Enterprise Modus für den Internet Explorer 11 – Teil 1: Warum und weshalb?

Der Internet Explorer 11 für Windows 7 und Windows 8.1 erhält heute am 8. April per Update den Enterprise Modus. Er soll es Firmen erleichtern, auf die neueste Browser-Version upzugraden, ohne die Kompatibilität mit Web-Applikationen zu gefährden, die für ältere Browser-Versionen entwickelt wurden. Ein seit vielen Jahren gärendes Problem soll damit ein für alle Mal ausgelöscht werden, denn Browser-Upgrades waren in Unternehmen schon immer eine knifflige Sache. Der Enterprise Modus ist daher keine einmalige Migrationshife – er ist gekommen, um zu bleiben.

Das nachfolgende Schaubild zeigt das Dilemma auf, in dem Firmen und auch Microsoft stecken: Aufgrund der langen Nutzungszeit von Windows XP ist der Internet Explorer der in Firmen am weitesten verbreitete Browser. Daher erfolgt in vielen Firmen der Rollout von Windows 7 tatsächlich noch mit dem IE 8 (selbst mehrfach gesehen), weil man den Aufwand scheut, sämtliche Web-Anwendungen zu prüfen und nötigenfalls anzupassen – die Betriebssystem-Migration ist ja schon anstrengend genug.

Die bekannten Diskussionen zu Windows 8 mal hin oder her – hier sieht man auch, warum vielen Firmen momentan der Weg zu Windows 8.1 versperrt bleibt, selbst wenn sie vielleicht sogar wollen. Hier gibt’s nur den Internet Explorer 11, und sobald nur eine kritische Unternehmensanwendung nicht mit dem IE11 harmoniert, ist Schicht im Schacht. Ein alternativer Browser wie Firefox oder Chrome könnte vielleicht helfen, aber das lehnen die Unternehmen nach wie vor mehrheitlich ab, weil sich nur der IE mit den vorhandenen Verwaltungswerkzeugen steuern und administrieren lässt.

Microsoft musste also unbedingt handeln, um seinen Business-Kunden aus dieser Falle zu helfen. Das geschieht nun mit dem Enterprise Mode. Und dabei handelt es sich, auch wenn er erst jetzt veröffentlicht wird, bereits um ein praktisch erprobtes Feature. Zahlreiche Unternehmen aus 17 Ländern und zehn grundverschiedenen Branchen waren an den Tests beteiligt, die sich über sechs Monate hin zogen (Oktober 2013 bis März 2014). Für den Test holte Microsoft mit Forrester Consulting außerdem noch zusätzlich unabhängige Experten ins Boot, die das Feedback der Tester auswerteten. So flossen schon während der Entwicklung Telemetriedaten aus der Praxis mit ein.

Wie gut der Enterprise Mode bei Firmen ankommt, zeigt ein mir persönlich bekanntes Beispiel: Bei einem der größten deutschen Autobauer, der ebenfalls am Vorabtest beteiligt war, wurde der Rollout des Internet Explorer 10 quasi in letzter Sekunde gestoppt – nun soll in wenigen Monaten der IE11 ausgerollt werden.

Was der Enterprise Mode kann und wie er funktioniert, das schauen wir uns dann im zweiten Teil an, der in Kürze folgt.

Hier geht es mit dem zweiten Teil weiter.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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