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So funktioniert der Enterprise Mode im Internet Explorer 11

Der Enterprise Mode im Internet Explorer 11 von Windows 7 und Windows 8.1 erlaubt es Unternehmen, ältere Web-Anwendungen problemlos auszuführen und trotzdem für künftige Browser-Updates gerüstet zu sein. Über die allgemeinen Hintergründe hatte ich hier einen Beitrag veröffentlicht und einen zweiten Teil angekündigt, der sich mit der Technik dahinter beschäftigt. Dieser sollte eigentlich nur 2-3 Tage später folgen, aber wie das eben immer so ist…nun legen wir aber los.

Enterprise Mode = Mehr als eine Kompatibilitätsansicht
Der Internet Explorer hat ja schon längere Zeit einen Kompatibilitätsmodus, mit dem auch Internetseiten korrekt dargestellt werden sollen, die für ältere Browser-Versionen optimiert wurden. Dabei geht es aber in erster Linie um Optik, also das Rendern der Webseite. Der Enterprise Mode greift wesentlich tiefer und berücksichtigt auch die Einbindung von z.B. älteren ActiveX-Objekten. Er stellt außerdem Funktionen bereit, die von neuen IE-Versionen gar nicht mehr unterstützt werden.

Gleichzeitig versucht der Enterprise Mode aber von den Vorteilen des IE11 zu profitieren, wozu zum Beispiel die exorbitant gesteigerte Javascript-Performance gehört – wie uns die folgende Abbildung zeigt:

Wie wird der Enterprise Mode gesteuert?
Konfiguriert wird der Enterprise Mode über die Gruppenrichtlinie. Unter Computerkonfiguraion bzw. Benutzerkonfiguration findet er sich jeweils im Pfad Administrative Vorlagen / Windows-Komponenten / Internet Explorer.
Dort gibt es zwei Richtlinien, die für den Enterprise Mode zuständig sind.

Die erste trägt die Überschrift ‚Benutzern das Aktivieren und Verwenden des Unternehmensmodus über das Menü „Extras“ ermöglichen‘ – und genau das tut sie auch. Ist diese Richtlinie aktiviert, kann der Nutzer manuell den Enterprise Mode für eine bestimmte Webseite aktivieren.
Und weil es für das Unternehmen wichtig sein kann zu wissen, auf welchen Seiten der Modus manuell aktiviert wird, kann man eine URL hinterlegen, an welche in diesem Fall ein Protokoll gesendet wird.

Wenn man beispielsweise bemerkt, dass sehr viele Mitarbeiter auf einer bestimmten Seite den Enterprise Mode einschalten, dann kann man diese in die allgemeine Liste aufnehmen.

Und damit kommen wir zur zweiten Richtlinie mit dem Namen ‚Die Websiteliste für den Unternehmensmodus-IE verwenden‘
Hier wird eine URL eingestellt, unter der sich eine XML-Datei befindet. In dieser wiederum sind alle Seiten hinterlegt, die mit im Enterprise Mode geöffnet werden. Diese XML-Datei kann von Hand gepflegt werden, einfacher geht es mit dem Enterprise Mode Site List Manager, der eine einfache grafische Oberfläche bietet und die Einträge dann korrekt in die XML-Datei schreibt.

Das war eigentlich schon der ganze Zauber. Der Nutzer bekommt – so lange er nicht selbst manuell eingreift (sofern erlaubt), davon nichts mit, sondern freut sich im Idealfall darüber, dass die Webanwendungen alle wie gewünscht funktionieren.
Lediglich ein Symbol in der Adresszeile weist darauf hin, dass eine Seite im Enterprise Mode geöffnet wurde.

Weitere Links zum Thema:
Stay up to date with Enterprise Mode for Internet Explorer 11
Enterprise Mode for Internet Explorer
BUILD-Session zum Enterprise Mode

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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