Am Puls von Microsoft

Neue(?) Hinweise auf Integration von Xbox Music und OneDrive

Als Xbox Music im Oktober 2012 an den Start geschickt wurde, wurde es von Microsoft als der erste wirklich komplette Musikservice angepriesen. Leider ist es das bis heute nicht, denn es fehlt eine wichtige Funktion: Nämlich die Möglichkeit, die eigene Musik in die Cloud hochzuladen, um dann von allen Geräten darauf zugreifen zu können, wie das zum Beispiel bei Google Play Music, iTunes oder dem Amazon Cloud Player möglich ist.

Zwar gibt es eine Matching-Funktion für die eigene Musiksammlung, diese gleicht aber nur die Titel ab, die man im Rahmen des Abos sowieso bekommt. Ein echter Mehrwert ist dadurch also nicht gegeben.
Die chinesische Seite Livesino (via) behauptet nun, Hinweise darauf entdeckt zu haben, dass sich das bald ändern wird – im Quellcode von OneDrive will man einen speziellen Musik-Ordner für Xbox Music gefunden haben. Das ist durchaus glaubwürdig, vor allen Dingen deshalb, weil es nicht neu sein dürfte. Im Gegenteil, die Verzahnung von Xbox Music und (damals noch) SkyDrive war vom ersten Tag an geplant. SkyDrive unterstützte beispielsweise schon damals AlbumArt, also das automatische Nachladen von Miniaturbildern für dort abgelegte Alben.

Warum das bis heute nicht fertig realisiert wurde, darüber kann man wiederum nur spekulieren. Technisch sollte eine solche Schnittstelle nicht besonders anspruchsvoll sein. Somit bleiben eigentlich nur zwei Möglichkeiten:
Entweder haben im ‚alten Microsoft‘, wo die unterschiedlichen Bereich kaum miteinander reden durften und man eher gegen- als miteinander gearbeitet hat, die entsprechenden Teams nicht zueinander gefunden.
Oder aber es scheiterte an Einwänden und Bedenken der Medienkonzerne. Das ist für mich persönlich die plausiblere Erklärung, denn schließlich ist Microsoft auch Mitglied der Interessengemeinschaft RIAA, der quasi alle namhaften amerikanischen Medienkonzerne angehören. Demnach hat man in Redmond also stets ein offenes Ohr für die Sorgen der von ständiger Existenzangst gepeinigten Unterhaltungsbosse.
Ich sehe darin auch den Grund, warum in Windows so viele Audio- und Videocodecs fehlen oder der DVD-Support wieder ausgebaut wurde. Darum könnte ich mir vorstellen, dass auch der allzu freizügige Umgang mit eigener Musik nicht gerne gesehen wird. Aber das ist natürlich nur Spekulation, und ich gebe gerne zu, dass ich bei dem Thema ein wenig paranoid bin. Mein ansonsten unerschütterlicher Glaube an das Gute im Menschen versagt bei allem, was mit Medienkonzernen zu tun hat.

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Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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