Am Puls von Microsoft

Surface Pro 3: i3 gegen i5 im direkten Vergleich

Seit zwei Wochen ist das Surface Pro 3 offiziell in Deutschland verfügbar, und wer mit dem Gedanken spielt, sich das neue Microsoft-Tablet zu kaufen, der steht vor der Entscheidung, welche Version es denn werden soll. Zwischen dem Einsteigermodell mit i3-CPU, 64 GB SSD und 4 GB RAM bis zum Topmodell mit i7-CPU, 512 GB SSD und 8 GB RAM liegt eine gewaltige Preisdifferenz von 1.150 Euro. Aber sind die Leistungsunterschiede ähnlich groß?

Das wollen wir in zwei Schritten herausfinden. Zunächst tritt die i3-Variante gegen das i5-Modell an. Diesen Test hat unser Leser Michael übernommen, vielen Dank an dieser Stelle dafür. Das hier sind die Testkandidaten inklusive ihrer technischen Daten:

(wenn die Bilder zu klein und nicht lesbar sind, bitte Anklicken zum Vergrößern)

Beginnen wir mit dem Stromverbrauch: Microsoft hatte angekündigt, dass es zwischen den einzelnen Modellen keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Akkulaufzeit geben wird. Und genau das bestätigt sich auch. Die Differenzen bei den Akku-Tests sind so gering, dass man von quasi identischen Laufzeiten sprechen kann.

Viel spannender ist da schon die Frage: Wie viel mehr Leistung bekommt man beim i5 für 200 bzw. 500 Euro Aufschlag, je nach gewähltem Modell (4 GB RAM/ 128 GB SSD: 999 €, 8 GB RAM, 256 GB SSD: 1299,- €)?

Der wichtigste Satz von Michael aus seinem Erfahrungsbericht dazu ist dieser hier:
„Das i3-SP3 ist wirklich angenehm schnell. Bei normaler Verwendung (Internet, Filme, Apps) merke ich gefühlt keinen Unterschied zum i5.“
Das hatte ich durchaus erwartet, denn für diese recht einfachen Aufgaben ist der i3 schon ausreichend stark. Wenn es um CPU-lastige Dinge geht, spielt der i5 natürlich seine Stärken aus: Das Komprimieren der Video-Testdatei lief auf dem i5-Modell rund 17 Prozent schneller als auf dem i3 – siehe dazu die nachfolgende Tabelle.

Der Benchmark mit 3D Mark bestätigt allerdings eine Befürchtung, die im Vorfeld schon geäußert wurde: Ist das System so richtig gefordert, muss die Leistung gedrosselt werden, damit das Gerät nicht überhitzt. Und dann fällt der i5 teilweise sogar hinter den eigentlich schwächeren, aber weniger Abwärme produzierenden i3 zurück.
Bei der Disk-Performance liegt das i5-Modell dann auch wieder erwartungsgemäß vorne.

Sprechen wir noch über den Lüfter. Hier übernehme ich 1:1 den Text, den Michael mir zugeschickt hat:

Starte ich z.B. auf beiden Tablets einen 1080p-Film, so läuft der Core i3 (trotz Nutzung von CCCP-Codecpack und GPU-Decoding) zu geschätzt 70% -80% der Wiedergabezeit auf einem Takt von 1,5GHz und drosselt nur sehr selten auf seine Leerlauffrequenz. Die CPU-Auslastung schwankt hierbei zwischen 15 und 25%

Der Core i5 läuft bei mir laut CoreTemp zu 50% der Zeit auf 1,3Ghz und geht während der Videowiedergabe wesentlich häufiger auf seinen Leerlauftakt zurück. Insgesamt braucht der Core i5 bei der Videowiedergabe damit auch länger bis er den Temperaturbereich erreicht, bei dem der Lüfter anläuft. Die CPU-Auslastung liegt hier bei ca. 10-15%.

Der Lüfter des i5 kommt mir subjektiv auch leiser vor als der der i3. Klingt komisch, aber entweder verbaut MSFT hier unterschiedliche Lüfter-Hersteller oder es gibt wirklich noch massive Probleme mit der Lüfterregelung durch die Firmware.

Ich habe am i3 mal 5 Minuten Filme geschaut und dann die Wiedergabe beendet. Obwohl die CPU innerhalb von ein paar Sekunden von 56 auf 42 Grad runter ging, lief der Lüfter noch gut 3 Minuten (!) auf hoher Drehzahl weiter. Auf dem i5 Surface hat die Lüfterregelung deutlich früher heruntergeregelt.

Fazit:
Der Test bestätigt unter dem Strich, was ich erwartet habe: Wer über das i5 Modell nachdenkt, der sollte sich in der Tat überlegen, ob er das wirklich braucht. Als zuverlässiges Arbeitsbienchen für gewöhnliche Office-Tätigkeiten und gelegentlichen Multimedia-Genuss ist das i3-Modell bereits völlig ausreichend. Fallen die 64 GB Speicher zu knapp aus, kann man bis zu 128 GB per Speicherkarte nachrüsten. Das kostet zwar rund 90 Euro, unter dem Strich bleibt man aber immer noch unter dem Preis des i5. Die übrige Hardware wie z.B. das (hervorragende) Display ist sowieso bei allen Surface Pro 3 Versionen gleich.

Nur wer wirklich regelmäßig mehr Leistung braucht, sollte zum i5 greifen. Oder vielleicht besser direkt zum i7? Das werden wir als Nächstes herausfinden. Am Wochenende werde ich mir den i7 mal zur Brust nehmen und bin selbst schon sehr gespannt, wie er sich schlagen wird.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

Anzeige