Windows 10 Technical Preview installieren: Worauf zu achten ist

Wer die Technical Preview von Windows 10 testen möchte, und das werden sicher eine ganze Menge Leute sein, sollte sich darauf gut vorbereiten. Denn wenn es nachher zu Problemen oder gar Datenverlusten kommt, dann ist man leider ausschließlich selbst schuld. An dieser Stelle möchte ich Euch daher ein paar Tipps und Hinweise liefern, damit Ihr beim Testen kein unnötiges Risiko eingeht.

Es versteht sich von selbst, und es wird immer wieder wie ein Mantra herunter gebetet: Kein Einsatz auf Produktivsystemen. Und natürlich weiß man schon jetzt, dass genau das wieder passieren wird. Trotzdem sei es nochmals erwähnt, denn bei Windows 10 liegen viele Dinge anders, als man das bisher von Windows-Vorabversionen gewohnt war.

Eine Preview ist eine Preview ist eine Preview
Windows 10 wird als Technical Preview ausgeliefert – es ist keine Beta und kein Release Candidate, an dem nur noch letzte Feinarbeiten vorgenommen werden. Windows 10 ist ein Rohbau, und in einem Rohbau möchte niemand wohnen. Den geht man höchstens kurz besichtigen, und dann geht man wieder nach Hause.

Ganz besonders wichtig: Die Preview wird sich verändern!
Das ist wirklich neu. Bisherige Vorabreleases waren ein eingefrorener Zustand, nach ein paar Tagen des Testens konnte man tatsächlich abschätzen, ob man das als Produktivsystem einsetzen kann oder nicht. Für die Windows 10 Preview wird Microsoft aber Updates liefern, die das System teilweise grundlegend verändern werden.
Alle Probleme, die dabei entstehen, sind klaglos hinzunehmen!
Wenn durch ein solches Update Euer Startmenü durcheinander gerät, Programme nicht mehr laufen, das System instabil wird oder gar nicht mehr läuft, dann sind das alles völlig normale Ereignisse, die im Rahmen eines Produkttests passieren können. Jeder, der sich die Preview installiert, sollte diesen Absatz ausdrucken und mit seinem Namen unterschreiben. Niemand hat das Recht zu meckern, wenn irgendetwas in dieser Art geschieht und sein Windows 10 Produktivsystem mit einem Schlag komplett unbrauchbar wird.

Denkt über ein separates Microsoft-Konto nach
Die sicherste Variante dürfte sein, für Windows 10 ein lokales Konto zu verwenden.
Wenn Ihr Euch mit einem Microsoft-Konto anmeldet, dann solltet Ihr ernsthaft erwägen, für den Test ein eigenes anzulegen. Windows speichert Einstellungen in der Cloud, greift auf OneDrive zu, und dann ist da noch Xbox Musik, Video usw. – der Microsoft Account ist tief mit dem System verzahnt.
Ein rein theoretisches Szenario: Stellt Euch vor, in Windows 10 läuft etwas schief und die kaputten Einstellungen werden auf Euer Windows 8 Produktivsystem synchronisiert – herzlichen Glückwunsch!
Ich weiß nicht, welche technischen Barrieren Microsoft eingerichtet hat, um so etwas zu verhindern, aber man kann sicher sein: Wenn etwas passieren sollte, wird man sofort das rot blinkende Preview-Schild hoch halten.

Keine Installation auf Tablets!
Die Touch-Oberfläche ist ausdrücklich nicht Bestandteil der Technical Preview. Die Umschaltung zwischen Tablet- und Desktop-Modus ist ebenfalls noch nicht enthalten. Probiert es also gar nicht erst aus, es wird keinen Spaß machen.

Vorsicht bei Dualboot
Es gibt mehrere Szenarien, Windows 10 zu testen. Entweder auf einem separaten Gerät, in einer virtuellen Maschine oder eben in einer Dualboot-Konfiguration. Die beiden ersten Varianten sind eindeutig vorzuziehen, denn auch bei einem Dualboot-System kann es zu Seiteneffekten kommen. Ich erinnere mich an eine Vorabversion von Windows 7, die unter bestimmten Umständen lokal gespeicherte mp3-Dateien unbrauchbar machte. Wenn der Nutzer das bemerkt, ist es definitiv kein guter Zeitpunkt, ihn daran zu erinnern, dass er daran ganz alleine schuld ist. Obwohl es stimmt.

Ich hoffe, ich konnte ein paar Infos liefern und Denkanstöße geben. Macht es ruhig anders, aber schimpft nur mit Eurem Spiegelbild, wenn etwas schief geht.

Nachtrag:
Noch ein ganz wichtiger Hinweis von der Downloadseite der Technical Preview:
Wenn man Windows 10 auf einem Windows 8 Computer installiert, kann dieser nicht mehr mit Hilfe der Recovery-Partition zurückgesetzt werden!

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Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
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