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Windows 10 Preview: Datenschutzerklärung jetzt auf Deutsch verfügbar

Die Datenschutzerklärung der Preview von Windows 10 hatte im Herbst schon heftige Diskussionen ausgelöst. Wie wir wissen, will Microsoft das Feedback von Nutzern bei der Entwicklung von Windows 10 ganz besonders stark berücksichtigen. Dazu gehört das aktive Feedback über die integrierte App ebenso wie das passive Feedback. Mit Letzterem ist das Sammeln von Telemetriedaten gemeint, die bei der Nutzung der Preview erfasst werden.

Es wird intensiv ausgewertet, welche Programme gestartet werden, welche Wege die Nutzer wählen, um zu bestimmten Einstellungen zu gelangen, welche Programme abstürzen und so weiter.

Diese weitreichende Protokollierung ist in der Datenschutzerklärung der Windows 10 Preview dokumentiert, und Microsoft schreibt dort hinein, dass im Rahmen dessen durchaus auch persönliche Daten wie reale Namen, Mailadressen oder andere vertrauliche Dinge aufgesaugt werden könnten.

Bis hierhin eigentlich alles verständlich und auch unspektakulär – hätten sich nicht sogleich ein paar Schmierfinken dazu veranlasst gefühlt, vom „Windows 10 Keylogger“ zu schreiben und sogleich die Frage aufzuwerfen, wie viel von dieser „Spionagefunktion“ denn in der finalen Version wohl noch übrig bleibt. Der übliche mediale Beißreflex eben. Nicht wirklich überraschend, aber halt doch immer wieder ärgerlich.

Wie man sich davor schützt, wenn man Bedenken hat?
Ganz einfach, man lässt die Finger von der Preview und freut sich seines Lebens.

Zusammen mit der Januar Preview von Windows 10, die jetzt auch auf Deutsch erhältlich ist, hat Microsoft auch die Datenschutzerklärung in deutscher Sprache veröffentlicht. Und sie enthält weiterhin die Passagen, die zu den oben genannten Auswirkungen geführt haben.

Im Abschnitt „erfasste Daten“ heißt es beispielsweise:

Bei der Installation des Programms kann Microsoft Daten zu Ihrem Gerät und Ihren Anwendungen erfassen und nutzt diese Informationen u. a. zur Prüfung oder Verbesserung der Kompatibilität (z. B. um Geräte und Apps besser aufeinander abzustimmen).

Bei der Verwendung von Spracheingabefeatures wie Sprache-zu-Text kann Microsoft Sprachinformationen erfassen und nutzt diese u. a. zur Verbesserung der Sprachverarbeitung (z. B. um die Umwandlung von Sprache in Text durch den Dienst zu verbessern).

Beim Öffnen von Dateien kann Microsoft Daten zu dieser Datei, zu der zum Öffnen der Datei verwendeten Anwendung sowie zur Dauer des Öffnungsvorgangs erfassen und nutzt diese Informationen u. a. zur Verbesserung der Leistung (z. B. zum schnelleren Abrufen von Dokumenten).

Bei der Eingabe von Text, handschriftlichen Notizen oder Kommentaren kann Microsoft Beispieldaten erfassen, um die Eingabefunktionen zu verbessern (z. B. um die Genauigkeit der Funktionen AutoVervollständigen sowie der Rechtschreibprüfung zu verbessern).

In einem anderen Abschnitt wird darauf verwiesen, dass auf die Erfassung der Daten und deren Übermittlung kaum Einfluss genommen werden kann.

Allerdings gibt es auch eine Neuerung. Ursprünglich stand in der Datenschutzerklärung, dass auch Telefon- Kreditkarten- und Kontonummern erfasst werden könnten. Dazu heißt es jetzt:

Microsoft ergreift Maßnahmen, die das Erfassen von E-Mail-Adressen und Kennwörtern sowie von Zahlenfolgen wie Telefon- oder Kreditkartennummern verhindern.

Die vollständige Datenschutzerklärung der Windows 10 Preview kann auf dieser Seite nachgelesen werden.

Ich bin gespannt, ob es wieder ähnlich unseriöse Berichte geben wird wie bei der ersten Preview, aber man muss wohl fast davon ausgehen. Wie gesagt, wer Microsoft nicht traut, der sollte die Preview nicht verwenden – oder vielleicht sogar überhaupt kein Produkt von diesem Unternehmen.
Und wer fürchtet, dass Windows 10 der große offizielle NSA-Trojaner wird, dem empfehle ich einen Besuch im Baumarkt seines Vertrauens. Hammer, Meißel und Steintafeln sind dort in großer Auswahl vorzufinden.

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Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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