Windows 10 Lizenzbedingungen: Erfreulich langweilig

Zusammen mit der Build 10240 liefert Microsoft auch die Lizenzbedingungen von Windows 10 in der finalen Fassung aus. Ihr wisst schon, das ist dieser nervige Text, den man während der Installation hastig weg klickt.
Aber nicht alle Leute tun das, manche Leute lesen die „EULA“ (End User License Agreement) sehr aufmerksam durch und suchen nach möglichen Fallen und Hintertüren. Gerade bei Windows 10 wird da besonders genau hingeschaut, denn viele trauen dem kostenlosen Upgrade-Braten noch immer nicht und argwöhnen, dass Microsoft irgendwann doch die Hand aufhalten wird, wenn man Windows 10 in vollem Umfang nutzen möchte.

Die schlechte Nachricht für alle Verschwörungstheoretiker: Nichts davon ist in den Lizenzbedingungen zu finden, die übrigens nun nicht mehr in Amtssprache, sondern in durchaus verständlichem Deutsch formuliert sind. Ed Bott hat sich die Mühe gemacht, den Text von der ersten bis zur letzten Silbe durchzuarbeiten und keine Verdachtsmomente gefunden, ich habe mich auf die wesentlichen Bestandteile der deutschen Version beschränkt.

Office Apps kostenlos für den persönlichen Gebrauch
Die in Windows 10 enthaltenen Office Apps werden kostenlos überlassen, allerdings nur für den Privatgebrauch und die nichtkommerzielle Nutzung.
Original-Wortlaut:

Soweit in Windows enthalten, werden Word, Excel, PowerPoint und OneNote zu Ihrem persönlichen, nichtgewerblichen Gebrauch lizenziert, sofern Ihnen nicht unter einem gesonderten Vertrag Rechte zur gewerblichen Nutzung zustehen

Raubkopien werden trotz Upgrade nicht lizenziert
Im Rahmen des kostenlosen Upgrades werden auch gecrackte Versionen von Windows 7 und 8.1 auf Windows 10 aktualisiert. Allerdings wird dadurch daraus keine Vollversion, die illegale Kopie bleibt so illegal, wie sie vorher schon war. Hierzu heißt es:

Durch Updates bzw. Upgrades von nicht originaler Software mit Software von Microsoft oder autorisierten Quellen wird aus Ihrer ursprünglichen Version oder der upgedateten/upgegradeten Version keine Originalversion, und in diesem Fall verfügen Sie über keine Lizenz zur Nutzung der Software.

32 oder 64 Bit, physisch oder virtuell
Diese Regelung ist nicht neu, wird aber gerne falsch interpretiert. Eine Windows 10 Lizenz berechtigt zur Installation entweder der 32 oder der 64 Bit Version. Es macht keinen Unterschied, ob es sich um einen physikalischen Computer oder eine virtuelle Maschine handelt. Beides zählt als ein Gerät, und eine Lizenz darf nur auf einem Gerät verwendet werden.

Übertragung der Lizenz
Wer seine Windows-Version im freien Handel, also unabhängig von der Hardware, gekauft hat, darf auch nach dem Upgrade auf Windows 10 diese Lizenz auf ein anderes Gerät übertragen. Vorinstallierte Windows-Versionen bleiben an das Gerät gebunden, mit dem sie ausgeliefert wurden.

Downgrade-Recht
Wer Windows 10 separat erwirbt, darf im Rahmen des Downgrade-Rechts auch Windows 7 oder 8.1 einsetzen. Dies gilt allerdings nur für die Pro-Version.
Wer das kostenlose Upgrade in Anspruch genommen hat, kann ja sowieso jederzeit wieder zurück, allerdings bleibt es dabei, dass man nur entweder Windows 10 oder die vorher benutzte Version aktiv nutzen darf. Ein Dualbootsystem ist beispielsweise nicht zulässig.

Automatische Updates
In der Home-Version von Windows 10 wird dem Nutzer keine Wahl mehr gelassen, ob er Updates installieren möchte oder nicht. Und auch in der Pro-Version kann die Installation von Updates maximal aufgeschoben, aber nicht vollständig deaktiviert werden.
Dazu heißt es im Lizenzvertrag:

Die Software sucht in regelmäßigen Abständen nach System- und App-Updates, lädt diese für Sie herunter und installiert sie. Sie dürfen Updates nur von Microsoft oder autorisierten Quellen beziehen, und Microsoft muss möglicherweise Ihr System aktualisieren, um Ihnen diese Updates bereitstellen zu können. Durch die Annahme dieses Vertrages erklären Sie sich mit dem Erhalt dieser Arten von automatischen Updates ohne zusätzliche Benachrichtigung einverstanden.


Ansonsten enthält der Text nur die üblichen Formulierungen. Wer selbst nachlesen möchte, findet in der Systemsteuerung unter System und Sicherheit / System neben den Informationen zur Aktivierung den entsprechenden Link zum EULA-Dokument.
Wie ich schon sagte: Erfreulich langweilig.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Office Apps kostenlos für den persönlichen Gebrauch
    Die in Windows 10 enthaltenen Office Apps werden kostenlos überlassen, allerdings nur für den Privatgebrauch und die nichtkommerzielle Nutzung.

    cool, wird ich mir direkt downloaden :)
    Ok, von dem mit den Office Apps hab ich ja noch gar nichts gehört o.O. Auf die Gefahr hin, dass ich etwas dümmlich wirke, aber es ist einfach zu interessant. Heißt das wirklich: Ich kann die Office Apps einfach unter Win10 aus dem Store laden und kann die privat kostenlos nutzen? Ich brauche kein Office 365 etc.?
    Danke für den Office Hinweis Martin.
    Word und Excel aus dem Store zu laden klappt aktuell nur bedingt. Excel hab ich mittlerweile hinbekommen, bei Word erscheint immer ein Fehler. Aber auch nach einem Neustart stürtzt die Excel App immer nach 2 Sekunden ab :(
    Nachtrag:
    Word hat jetzt auch geklappt. Aber beim Blick auf den Download-Fortschrittsbalken fiel mir auf, dass die Datenmange plötzlich von ~18 MB auf die vollen 118 MB sprang. Wenn der Download nicht vollständig ist kann es ja auch nicht funktionieren. Da liegt wohl aktuell ein Fehler vor.
    War es nicht in der Vergangenheit so, dass es eine Ausnahme zur VM Regelung gab? Ich durfte doch auf einem lizensierten Windows Host die gleiche Lizenz nochmal als Gast verwenden (um Programme z.B. zuerst in der VM zu testen). Immer noch erlaubt?
    @gurkensepp: Es stimmt beides. Die Office Apps sind für den Privatgebrauch kostenfrei, auf großen Tablets und PCs aber ohne Office 365 Abo funktional eingeschränkt.
    Gerade mit dem Text bin ich eben fertig geworden um den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Mist, hätte ich etwas gewartet, dann hätte ich mir das Durchlesen sparen können :D
    Welcher meiner Lizenzschlüssel wird eigentlich zu einem Windows 10 Schlüssel? Der mit dem mein Windows im Moment aktiviert ist? Das wäre nämlich der Media Center Key.
    Also welchen Key müsste ich benutzen, wenn ich Windows mal neu installieren will?
    ''Vorinstallierte Windows-Versionen bleiben an das Gerät gebunden, mit dem sie ausgeliefert wurden.''
    Die Software darf doch in D-Land nicht an die Hardware gekoppelt werden, da gab es doch 2000 ein Urteil....
    @gurkensepp: Es stimmt beides. Die Office Apps sind für den Privatgebrauch kostenfrei, auf großen Tablets und PCs aber ohne Office 365 Abo funktional eingeschränkt.

    Und wieso sollte ich die Apps nutzen, wenn ich dank Office 365 ein vollwertiges Office installieren kann?
    Also wie das klingt...
    Office ist nicht kostenlos. Weder für Privatnutzer noch für andere.
    Und auch gecrackte Windows Versionen werden auf eine gültige geupdated.
    Wo kann ich nachschauen im Windows System was für eine Version ich habe. OEM oder Vollversion. Mein 8.0 ist ein Upgrade von XP. Vorher hatte ich kein Support von Microsoft weil XP OEM war. Seit 8.0 wird Support gewährleistet, weil ich das Upgrade von Ms bekommen habe.
    Hey Martin weißt du wie das eigentlich mit dem Datenschutz aussieht? Wahrscheinlich weiß Microsoft sofort immer welche Musik ich über Winamp höre etc oder?
    Einige werden hier wohl "na klar! wo lebst du denn" denken/schreiben :)

    Und auch gecrackte Windows Versionen werden auf eine gültige geupdated.

    Nein werden sie nicht. Das wurde schon oft genug gesagt, dass gecrackte Versionen eben keine gültige Lizenz bekommen, sondern weiterhin illegal bleiben.
    Ich werde denke ich auf pro umsteigen allein wegen den zwangsupdates

    In diversen Zeitschriften (Chip.de, golem und co.) liest man, das man bei keiner kaufbaren Version für Privatanwender das Zwangsupdate aufhalten kann, sondern nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt nach hinten verschieben. Früher oder später wird es also trotzdem installiert.
    Übertragung der Lizenz
    Wer seine Windows-Version im freien Handel, also unabhängig von der Hardware, gekauft hat, darf auch nach dem Upgrade auf Windows 10 diese Lizenz auf ein anderes Gerät übertragen. Vorinstallierte Windows-Versionen bleiben an das Gerät gebunden, mit dem sie ausgeliefert wurden.

    Tja, das ist mal wieder der eine Punkt, an dem MS sich wieder mit den Gerichten reiben wird: Den Erschöpfungsgrundsatz in D.land hat diese Firma seit ewigen Zeiten nicht wirklich verinnerlicht.
    siehe z. B. Microsoft muss im OEM-Streit Niederlage einstecken | heise online
    Gerade bei der Gebrauchtsoftware wäre es langfristig auch im Sinne von MS, endlich einen konstruktiven Beitrag in Richtung Investitionssicherheit für die eigenen Kunden zu liefern.
    Wenn die Build 10240 die finale Fassung ist, bedeutet das ja, dass in der EULA ganz am unteren Teil des Textes die Bezeichnung RTM (Release to Manufacturing = Vollversion zum Download ohne Box und ohne Microsoft-Support), RTL (Retail = Vollversion aus dem Einzelhandel mit Box und Microsoft-Support), OEM (Original Equipment Manufacturer = Vollversion von einem Erstausrüster ohne Box und ohne Microsoft-Support) oder VL (Volumenlizenzierung = Vollversion für Unternehmen mit oder ohne Box und mit Microsoft-Support) auftauchen muss, je nach Bezugsquelle.
    Kann dies wer bestätigen?
    Ich bitte darum - danke! ^^
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