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Mozilla Entwickler hat Windows 10 nicht verstanden – und meckert über Standardbrowser-Regelung

Microsoft versucht die Hersteller anderer Browser auf unfaire Weise zu benachteiligen. Dieser Vorwurf ist nicht neu und hatte in diversen Fällen auch seine Berechtigung. Die neueste Kritik von Mozilla-Entwickler Jared Wein geht allerdings voll am Thema vorbei, denn er greift damit eine Funktion an, die dem Nutzer letztlich mehr Kontrolle über sein System geben soll, und die nicht zur Sabotage anderer Hersteller entwickelt wurde.

Worum geht es?
Klickt man in Firefox auf den Button, um ihn als Standardbrowser zu definieren, so schlägt das fehl. Stattdessen springt dem Nutzer folgende Meldung entgegen:

Direkt aus Firefox heraus geht es auf diesem Wege also nicht mehr, stattdessen muss der Nutzer in die Einstellungen wechseln und dort seinen Standardbrowser auswählen.
Das ist so gewollt, weil Windows an der Stelle nicht prüfen kann, ob es wirklich der Nutzer selbst war, der auf den Knopf gedrückt hat. Es geht also letztlich darum, dass keine Programme mehr ungefragt Standards an sich reißen. Wer solche “Schweinereien” regelmäßig aufräumen musste, wird sich darüber freuen.

Würde diese Vorgehensweise nur den Browser betreffen, dann wäre der Vorwurf gerechtfertigt. So ist es aber nicht. Der obige Dialog erscheint immer dann, wenn Programme versuchen, sich als Standard zu definieren. Die Meldung erscheint im Übrigen auch, wenn Google Chrome der Standardbrowser ist.

Egal, wie sehr sich Herr Wein darüber ärgert und sich benachteiligt sieht: Es ist ein gutes Feature, denn es gibt dem Nutzer mehr Kontrolle in die Hand. Ob es in der jetzigen Form perfekt umgesetzt ist, darüber können wir gerne diskutieren, denn nach dem Bestätigen der Meldung steht der unbedarfte Nutzer vielleicht da und weiß gar nicht, was er eigentlich machen soll.

Vielleicht sollte der Dialog um die Abfrage “diese Einstellung jetzt öffnen?” ergänzt werden – denn wenn man wirklich selbst auf den Knopf geklickt hat, dann will man ja auch wirklich etwas verändern.

Gerüttelt werden sollte an diesem Konzept aber nicht mehr: Das Festlegen von Systemstandards soll eine bewusste Entscheidung sein und es sollte einen zentrale Anlaufstelle im System geben, wo das geschieht.

Quelle: Jared Wein, via Winfuture

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 17 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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