Windows 10: Der Pseudo-Trick mit der Neuinstallation

Viele Nutzer möchten Windows 10 lieber neu installieren, als das Upgrade von Windows 7 oder Windows 8.1 aus zu durchlaufen. Das kann ich gut verstehen, denn auch meiner Meinung nach ist das der einzig professionelle Weg, um auf Windows 10 umzusteigen. Zwar funktioniert das Upgrade insgesamt gesehen viel besser, als ich das erwartet hätte, aber ich habe auch schon jede Menge mysteriöse Probleme gesehen, die nach einer Neuinstallation einfach weg waren und daher ursächlich auf das Upgrade zurück zu führen sind.

Nun macht gerade ein Tipp die Runde, wie man das Upgrade umgehen und stattdessen sofort eine Neuinstallation vornehmen kann. Dazu muss das Programm gatherosstate.exe aus dem Verzeichnis „sources“ der Windows 10 ISO gestartet und die dabei erzeugte GenuineTicket.xml gesichert werden. Bei den Kollegen von Deskmodder gibt es eine ausführliche Anleitung dazu (wichtige Anmerkung: Der Link ist eine Würdigung der tollen Arbeit, die dort gemacht wird, und keineswegs als Seitenhieb gemeint, auch wenn ich gleich sage, dass diese Vorgehensweise eigentlich unnötig ist).

Der Trick funktioniert, weil er eigentlich gar keiner ist und man es sich damit genau genommen umständlicher als nötig macht. Die Validierung der Lizenz ist ohnehin der erste Schritt, den der Setup-Prozess von Windows 10 erledigt. Um die gatherosstate.exe auszuführen, muss man im Besitz einer Windows 10 ISO Datei sein. Und wenn man eine solche hat, dann startet man einfach die Setup.exe, wählt beim Upgrade bei der Abfrage, welche Daten behalten werden sollen, die letzte Option „Nichts“ – fertig ist (wenig später) das nackte Windows 10. Einziger Unterschied ist, dass hierbei der Ordner Windows.old erzeugt wird, der nach 30 Tagen selbst verschwindet, wenn man ihn nicht von Hand löscht.

Es gibt allerdings ein Szenario, wo diese Prozedur wirklich Sinn machen könnte: Nämlich dann, wenn der zu aktualisierende PC keine Internetverbindung hat. Ob die automatische Aktivierung von Windows 10 durch Rücksichern der GenuineTicket.xml offline funktioniert, habe ich allerdings nicht ausprobiert.

Wir können in jedem Fall festhalten, dass es eine besonders coole Form des Upgrades ist, weil man das Gefühl hat, etwas „Fortgeschrittenes“ zu tun. Gleichwohl gilt: Wenn es später irgendwann einmal Probleme mit der Aktivierung geben sollte: selbst schuld.

Artikel im Forum diskutieren (28)

Über den Autor
Martin Geuß
  • Martin Geuß auf Facebook
  • Martin Geuß auf Twitter
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
Nach oben