Am Puls von Microsoft

In eigener Sache: Ich bin und bleibe, wer ich bin

Puh, das wird jetzt schwierig. Eigentlich mag ich solche selbstdarstellenden Beiträge gar nicht, aber dieser hier muss sein, um ein paar Dinge klar zu stellen und gerade zu rücken. Der Beitrag „Streichkonzert: Microsoft stampft ein halbes Dutzend Lumia Apps ein“ hat eine ziemliche Lawine an Kommentaren ausgelöst, in denen ich unter anderem auch für meinen emotionalen Schreibstil angegangen wurde. Dazu möchte ich gerne ein paar Takte sagen.

Ich habe manchmal das Gefühl, ihr haltet mich für wichtiger, als ich das selbst tue. Oder ihr denkt zumindest, dass ich mich in irgendeiner Form für sonderlich wichtig halte. Tue ich aber nicht.

Ich bin ein Typ, der die Windows-Plattform mag und seine Meinung darüber ins Netz schreibt. Das habe ich getan, als es nur drei Leute gelesen haben, und das tue ich jetzt immer noch, wo es eine mittlere fünfstellige Zahl an täglichen Lesern ist.

Auf DrWindows gibt es keine journalistische Qualität zu bewerten, denn auf dieser Seite findet kein Journalismus statt. Ich teile Infos, die ich für teilenswert halte, und schreibe meine Meinung dazu. Ich sehe auch nicht, warum ich extra dazu schreiben sollte, dass das meine Meinung ist, denn als solche ist sie ja eindeutig zu erkennen.

Hin und wieder werde ich ein wenig emotional (ok, manchmal auch sehr), dann gucke ich einen Tag später drauf und denke „hm, hätte man auch anders schreiben können.“ So auch in diesem Fall, was die Einstellung der Lumia Foto-Apps betrifft. Ich darf euch aber „drohen“ und versprechen, dass das auch in Zukunft wieder passieren wird.

Denn wenn ich positives Feedback erhalte, dann heißt es darin oft, ich sei authentisch. In dem Moment, wo ich anfangen würde, darüber nachzudenken, wie Dieses oder Jenes bei den Lesern ankommt oder wie man etwas vielleicht anders formulieren könnte, als ich es selbst denke, weil meine Meinung im positiven oder negativen Sinne vielleicht gerade zu radikal ist, bin ich nicht mehr ich selbst und auch nicht mehr authentisch. Darum werde ich mich auch nicht ändern.

Wer denkt, er könne oder müsse mich belehren, in dem er auf andere Seiten verweist, die zum selben Thema berichten, um mir mitzuteilen „so muss man das machen“, dem möchte ich zwei Dinge sagen:

1.) Danke! Das Internet ist Vielfalt. Darum ist es immer gut, mehrere Artikel zum selben Thema zu lesen, ich selbst tue das auch. Oft entdeckt man dabei neue Aspekte, an die man selbst nicht gedacht hat.

2.) Ich halte nichts davon, jemandem zu sagen, er solle sich seinen Stil woanders abgucken. Wenn das Alle machen, dann brauchen wir Punkt 1 nicht mehr. Es ist gut so, dass es unterschiedliche Stile und Standpunkte gibt, das soll bitte auch so bleiben.

Dass mir Subjektivität vorgeworfen wird, daran bin ich seit dem ersten Tag gewöhnt. Ich habe immer gesagt, hier gibt es echte Begeisterung und echten Frust, in beide Richtungen schieße ich hin und wieder übers Ziel hinaus. Allein durch den Namen und die thematische Fokussierung dieser Seite sollte es aber jedem Leser leicht fallen, das einzuordnen. Bei den vermeintlich unabhängigen und neutralen Medien wird das schon schwerer.

Und nur für den Fall, dass jemandem Zweifel kommen sollten: Ich „liebe“ die Windows Plattform nach wie vor und die beiden anderen Systeme, die ich ja auch schon über einen längeren Zeitraum ausprobiert habe, haben sich für mich auf lange Sicht stets als Zumutung erwiesen. Ich freue mich auf Windows 10 Mobile und auf die neuen Phones (und urteilt doch bitte erst darüber, wenn ihr sie selbst gesehen und in der Hand gehalten habt).

Dass ich nicht mehr an den „großen Durchbruch“ von Windows Phone glaube und den Eindruck habe, dass Microsoft selbst das auch nicht mehr tut, ändert nichts daran, dass mein nächstes Smartphone wieder eines mit Windows werden wird. Und das übernächste mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch.

Last but not least denke ich sogar: Mein emotionaler Ausbruch und die negativen Reaktionen darauf haben letztlich den selben Ursprung. Wir würden Windows Phone gerne erfolgreicher sehen als es ist, und hin und wieder bahnt sich der Frust eben seinen Weg. Nichtsdestotrotz sind die meisten Mitglieder dieser Community „Seelenverwandte“. Wenn man mal unterschiedlicher Ansicht ist, dann streitet man sich eine Runde, und dann sollte es aber auch wieder gut sein.

Wie gesagt: Ich werde mich nicht ändern. Vielleicht sollte ich mir aber kurzfristig mal wieder ein Thema suchen, das ich so richtig abfeiern kann. Dann heißt es wieder „schaut Euch diesen kritiklosen Fanboy und von Microsoft bezahlten Jubelperser an“. Ich freu mich schon drauf :-).

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

Anzeige