Browserauswahl: EU droht saftige Geldstrafe für Microsoft an
Strafe von über fünf Milliarden Euro möglich.Wegen der fehlenden Browserauswahl auf Windows 7 Systemen mit Service Pack 1 droht Microsoft eine Rekordstrafe. Zwischen Frühjahr 2011 und Mitte 2012 waren nach Schätzung von Microsoft rund 28 Millionen Computer mit vorinstalliertem Windows 7 ausgeliefert worden, auf denen der von der EU vorgeschriebene Browserauswahl-Bildschirm fehlte.
Microsoft selbst hatte den Fehler bemerkt und bei der EU sozusagen ein Geständnis abgelegt (siehe hier) – gleichzeitig hatte man angeboten, die vereinbarten Kontrollfristen zu verlängern – wenig später äußerte sich auch Steve Ballmer und kündigte an, sich jeder Entscheidung der EU zu unterwerfen.
Doch all diese Beschwichtigungen scheinen nichts genutzt zu haben – Joaquín Almunia, Microsofts persönlicher Wadenbeißer, hat sich zu Wort gemeldet und angekündigt, Microsoft solle sich auf eine saftige Geldstrafe gefasst machen. „Der Fehler ist da, er bestand für mehr als ein Jahr, und es ist klar, dass wir reagieren müssen“, wird Almunia zitiert.
Die dadurch eingetretene Wettbewerbsverzerrung sei schwerwiegend, ebenso ernst sei aber auch der Umstand, dass die Auflagen, die man Microsoft erteilt habe, offenbar wirkungslos geblieben seien. (Quelle)
Theoretisch könnte die EU eine Strafe bis zu einer Höhe von zehn Prozent des Jahresumsatzes verhängen – das wären rund sieben Milliarden US-Dollar. Die Kollegen in den englischen Techblogs witzeln schon darüber, dass auch diese Summe das Haushaltsloch der EU auch nicht stopfen wird.
Man darf gespannt sein, wie lange die Browser-Sau nun wieder durchs Dorf getrieben wird.
Für mich ist und bleibt diese Browserauswahl-Geschichte eine Lachnummer. Wer so etwas braucht, um den passenden Browser zu finden, der findet vermutlich auch nicht mehr alleine aufs Klo. Die langfristige Entwicklung der Browser-Marktanteile zeigt ja auch, dass diese Auswahl Null und Nichts bewirkt. Auch in der Zeit, als der Auswahlbildschirm fehlte, haben sich die Martkanteile des IE nach unten entwickelt. Die Kunden sind also mündig und schaffen das alleine – auch ohne gelangweilte Bürokraten in Brüssel.
Thema:
- Microsoft
Über den Autor

Martin Geuß
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!


