OneDrive: Kein unlimitierter Speicher mehr und nur noch 5 Gigabyte kostenlos

Microsoft beendet, was es nie wirklich begonnen hatte: Ab sofort gibt es für die Consumer-Versionen von Office 365 keinen unbegrenzten Cloudspeicher in OneDrive mehr. Die Vergangenheitsform klingt seltsam ironisch, denn die allermeisten Nutzer haben diesen sowieso niemals gesehen, sondern seit der vollmundigen Ankündigung im Oktober 2014 darauf gewartet. Erst in der letzten Woche hatte Microsoft beteuert, das Versprechen gelte weiterhin und man arbeite an der Umsetzung.

In Zukunft gilt also wieder, dass Office 365 Kunden (Home, Personal und Student) 1 TB Speicherplatz in OneDrive erhalten. Und auch wenn das für die allermeisten Kunden dicke ausreicht, so wirft diese Maßnahme doch einen Schatten. Vor allen Dingen dann, wenn man weiß, dass die Sache mit dem unbegrenzten OneDrive eine reine Marketing-Nummer war. Als man das damals ankündigte, hatte man noch nicht die geringste Ahnung, wie man das technisch umsetzen wird, das weiß ich aus sicherer Quelle. Man wollte lediglich einen öffentlichen Hieb gegen Google austeilen.

Fast noch schwerer als der Wegfall des unbegrenzten Speichers wirkt die Reduzierung des kostenloses Speicherplatzes von 15 auf 5 GB, auch der kostenlose Bonus für die Aktivierung des Foto-Uploads entfällt. Spätestens hier ist die Grenze der Lächerlichkeit erreicht. Erst von 25 runter auf 7, dann hoch auf 15, nun wieder runter auf 5. So arbeitet ein verlässlicher Partner….nicht!

Die Preise werden ebenfalls kräftig angezogen. Die Optionen 100 und 200 GB entfallen, stattdessen kann der Speicher zukünftig in 50 GB Schritten für 1,99 Euro monatlich erhöht werden. Das entspricht einer Verdoppelung der derzeitigen Preise.

Ebenfalls komisch mutet die Begründung an, warum Microsoft das Angebot einstellt: Exzessive Nutzung. Manche Nutzer hätten 75 TB und mehr hochgeladen sowie OneDrive als Backup für mehrere PCs benutzt. Das Angebot endet also, weil es von einigen Leuten tatsächlich in Anspruch genommen wurde. Das halte ich allerdings ohnehin nur für vorgeschoben. Mit der drastischen Beschneidung vor allen Dingen des kostenlosen Speichers sendet Microsoft einmal mehr ein Signal, wie wichtig ihnen die Consumer im Gegensatz zu den Business-Kunden sind.

Wer aufgrund der Maßnahmen sein Speicherlimit überschreitet, für den ändert sich in den kommenden 12 Monaten erst mal nichts, dann allerdings wird man aufräumen oder bezahlen müssen.

Es ist klar, dass immer gemeckert wird, wenn kostenlose Leistungen gestrichen oder beschnitten werden. Abgesehen davon, dass man sich jetzt bei einigen Consumern unbeliebt macht, sendet Microsoft allerdings ein viel schlimmeres Signal. Zum Ende der Ankündigung heißt es nämlich, die Maßnahmen seien nötig, um OneDrive auch in Zukunft als zuverlässigen Service anbieten zu können. Ketzerisch könnte man daraus ableiten: Wir müssen das ein bisschen kleiner machen, sonst kriegen wir es nicht gebacken.

Quelle: OneDrive Blog

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
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