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Was wurde eigentlich aus dem Betriebssystem-Projekt Midori?

Wer die Microsoft-Welt schon länger intensiv beobachtet, der erinnert sich eventuell noch an das Projekt Midori. Es war im Jahr 2008 gestartet und die beteiligten Microsoft Mitarbeiter hatten den Auftrag, ein völlig neues, modulares Betriebssystem zu bauen. Nicht auf der Basis von Windows, sondern von Grund auf. Es handelte sich zunächst um ein streng geheimes Forschungsprojekt, entsprechend spärlich waren die Informationen, die darüber an die Öffentlichkeit gelangten.

Im Jahr 2010 war Midori bei uns zum ersten Mal ein größeres Thema, und vor zwei Jahren schien es plötzlich spannend zu werden: Die Mitarbeiter des Midori Projekts wurden in die Betriebssystem-Abteilung eingegliedert. Es schien so, als könne Midori tatsächlich zum Leben erwachen.

Eines der Hauptziele von Projekt Midori war ein schneller und extrem schlanker Kernel, wie man ihn beispielsweise für das Internet der Dinge benötigt. Als das Projekt begann, schien es unmöglich, das mit Windows zu schaffen. Inzwischen wissen wir, dass es mit Windows 10 letztlich doch möglich war.

Und so ist es wenig überraschend, dass das Projekt Midori genau so still und heimlich beerdigt wurde, wie man es einst aus der Taufe hob. Wie Mary Jo Foley berichtet, arbeiten die beteiligten Mitarbeiter inzwischen an anderen Themen oder haben Microsoft verlassen.

Ganz umsonst soll es aber nicht gewesen sein. Denn einige der wesentlichen Erkenntnisse, die man bei der Arbeit am Projekt Midori gewonnen hat, sollen letztlich auch in Windows 10 eingeflossen sein.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 17 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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