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Review: Der neue Surface Pen im Test

Gemeinsam mit dem Surface Pro 4 steht auch ein überarbeiteter Surface Pen zur Verfügung, der genau wie das neue Type Cover auch mit dem Surface Pro 3 genutzt werden kann. Der neue Pen funktioniert darüber hinaus auch mit dem Surface 3. Aus diesem Grunde wollen wir uns den neuen Pen separat anschauen, wenngleich er nur mit dem Pro 4 seine Qualitäten voll ausspielen kann, da der im Display verbaute Digitizer 1024 verschiedene Druckstärken abtasten kann, bei den älteren Geräten sind es „nur“ 256.

Was ist neu?
Der neue Surface Pen hat eine ganze Menge an Neuerungen zu bieten. Er ist geringfügig länger und dicker geworden, und vor allen Dingen der größere Durchmesser sorgt dafür, dass der Stift ganz erheblich besser in der Hand liegt. Dazu trägt auch bei, dass der Stift an einer Seite abgeflacht ist und sich dadurch ein bisschen wie ein traditioneller Bleistift anfasst.

Aus zwei seitlichen Knöpfen ist einer geworden. Vorbei ist die ewige Verwirrung, welcher der beiden Knöpfe denn nun für welche Funktion zuständig ist. Der verbliebene Knopf wird für die Auswahl benutzt, der Radierer ist nach oben gewandert. Noch etwas, was an den guten alten Bleistift erinnert: Stift umdrehen und mit dem oberen Button auf dem digitalen Blatt „radieren“.

Und damit sind wir bei einer weiteren neuen Funktion: Der obere Button dient nach wie vor dazu, mit einem Druck OneNote zu starten, selbst wenn das Gerät gesperrt sein sollte. Drückt man ihn zwei Mal schnell hintereinander, wird ein Screenshot aufgenommen, und langes Drücken startet Cortana. Beides sind äußerst praktische neue Features.

Die abgeflachte Seite dient nicht nur der Handlichkeit, sie ist auch magnetisch. So wird der Stift links oder rechts am Surface Pro 4 angedockt – bei den älteren Geräten muss nach wie vor die Stiftschlaufe her halten.

Was beim Arbeiten praktisch ist, wird beim Transport zum Problem – ein Magnet hält den Stift nun mal nicht so zuverlässig an seiner Position wie eine Schlaufe. Aber es hält besser, als ich es befürchtet hatte.

Spitzchen wechsel Dich!
Wer den neuen Surface Pen kauft, bekommt einen Satz Wechselspitzen dazu. Dem Surface Pro 4 selbst liegen sie nicht bei, hier muss man sie sich für 10 Euro separat kaufen. Es handelt sich nicht nur um einfache Ersatz-Spitzen, es sind nämlich vier verschiedene. Die Bezeichnungen 2H, H, HB und B sind den Härtegraden von Bleistiften nachempfunden.

Ich muss allerdings sagen, dass das Ergebnis zumindest bei mir unabhängig von der verwendeten Spitze immer gleich aussieht. Ich habe mich bemüht, mit jeder Spitze beim Schreiben etwa gleich viel Druck auszuüben, und dabei kam dann das hier heraus:

Einen Unterschied gibt es dann aber doch: Während die härteste Spitze „2H“ über das Display fast wie über eine Eisfläche gleitet, erzeugt die weiche „B“-Spitze einen spürbar höheren Schreibwiderstand. Hier gibt es kein „besser“ und kein „schlechter“, das hängt einfach von der persönlichen Vorliebe ab. Mir gefällt die weiche Variante am besten, weil das meiner Meinung nach das natürlichste Schreibgefühl ist. Aber das mag jeder für sich selbst entscheiden.

Ein letztes Detail: Die kleine Box für die Spitzen wird beim Wechseln als „Kneifzange“ benutzt, um die Spitze aus dem Stift zu ziehen. Dafür braucht man vergleichsweise viel Kraft, was nicht ohne Folgen bleibt. Die Originalspitze meines Stiftes weist bereits deutliche Druckstellen auf. Für häufigen Wechsel scheint mir das System nicht konzipiert.

Was es sonst noch zu sagen gibt
Eine weitere pfiffige Neuerung ist auf den ersten Blick nicht zu sehen: Im Surface Stift steckt jetzt ein Beschleunigungssensor, der dafür sorgt, dass er nur aktiv ist, wenn er auch benutzt wird. Dadurch soll die einzig verbliebene Batterie nun bis zu 18 Monate durchhalten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der neue Surface Pen seinen Vorgänger ganz locker „alt“ aussehen lässt. Er hat sich in allen Belangen weiterentwickelt und kommt dem „Stift auf Papier“ Gefühl wieder ein gutes Stück näher. Ob man als Besitzer eines Surface 3 oder Surface Pro 3 die rund 65 Euro investieren sollte, ist schwer zu sagen. Während ich im ebenfalls separaten Test des neuen Type Covers ein entsprechendes Upgrade vorbehaltlos empfehlen konnte, würde ich beim Stift sagen: Wer will, der kann ruhig, und wird es sicher nicht bereuen.

Surface Stift (inkl. Wechsel-Spitzen) im Microsoft Store
Wechsel-Spitzen für den Surface Pen im Microsoft Store

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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