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Surface Pro 3/4 Stift und Apple Pencil im Vergleich

Mittlerweile ist das iPad Pro sechs Wochen auf dem Markt und eigentlich hatte ich mir einen zeitnahen Test der Eingabestifte vorgenommen, leider hat die Lieferung des Apple Pencil mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das gute Stück hat fünf Wochen auf sich warten lassen und dann wollte der Stift auch noch ausführlich getestet werden. Auf die beiden Geräte werde ich nicht näher eingehen, da in meine Augen Beide ihre Daseinsberechtigung haben und jeder für sich entscheiden muss, für welches Einsatzszenario, welches Gerät besser geeignet ist.

1. Hardware

Auffälligster Unterschied zwischen den drei Stiften ist zunächst der Preis, während es den Stift für das Surface Pro 3 schon für 50€ gibt, kostet der Stift für das Pro 65€, Apple verlangt für seinen Pencil gar 109€. Was gibt es dafür? Einen digitalen Stift, der sich jeweils mit Bluetooth 4.0 mit dem jeweiligen Gerät verbindet. Die beiden Microsoftstifte kommen mit einer AAA Batterie gute 18 Monaten aus (was ich auch beim Pro 3 in etwa bestätigen kann), während Apple einen kleinen Akku eingebaut hat, welcher direkt über das iPad in kürzester Zeit geladen werden kann. Hier mag man bei der Microsoftvariante leichte Vorteile sehen, wobei sich das Laden über den Lightning Anschluss problemlos darstellt.

Der Designpunkt geht in meinen Augen ganz klar an Apple, nicht nur das der Stift sehr edel wirkt, nein er liegt auch durch seine Länge (neuer ungenutzter Bleistift) sehr gut in der Hand – kurz gesagt, ich nehme ihn deutlich lieber in die Hand, als die beiden Stiften vom Surface.

Von einem Bleistift erwartet man eigentlich auch so einen kleinen (meist schlechten) Radiergummi – hier trumpft Microsoft mit seinem aktuellen Stift auf, während man bei den anderen umständlich in der Software den Radierer auswählen muss, reicht hier ein umdrehen des Stiftes. Als besonders unglücklich erschien mir immer die Tastenbelegung des Surface 3 Stiftes, auch nach über einem Jahr Benutzung ist mir die Belegung nicht in Fleisch und Blut übergegangen.

Wäre da noch die Sache mit der Aufbewahrung, auch hier kann Microsoft mit dem aktuellen Stift, das beste Konzept vorweisen, während man bei Apple wohl denkt, dass jeder ein Schulmäppchen hat, setzt man bei Microsoft auf einen magnetische Verbindung. Die angeklebte Schlaufe beim Pro 3 ist übrigens ähnlich effektiv wie die Lösung von Apple, nach einiger Zeit leiert die Schlaufe so aus, dass der Stift ständig rausrutscht.
Microsoft liefert beim neuen Stift noch Spitzen in unterschiedlicher Stärke mit, die ich leider nicht testen konnte, die für Künstler sicherlich eine zusätzliche Erleichterung sind. Ansonsten wird die Strichstärke über die verwendete Software gesteuert.

2. Schreibgefühl

Das Schreibgefühl ist der Punkt, der letztendlich einen guten Stift ausmacht. Vorweg sei gesagt, dass man mit allen drei Eingabestiften gut schreiben kann, wobei ein klarer technischer Fortschritt beobachtet werden kann. Der Apple Pencil und der Surface Pro 4 Stift schreiben so flüssig, dass ein Unterschied zum analogen Stift kaum noch festzustellen ist. Besonders die Erkennung der Drucksensitivität hat große Fortschritte gemacht, während hier der alte Surface Stift wenig zu bieten hat, können die beiden Stifte der neuesten Generation den Druck in verschiedene Strichstärken umsetzen. Letztendlich sind es Nuancen in denen sich die Stifte unterscheiden, mir hat der Stift vom Pro 4 am Besten gefallen, da die Spitze noch etwas angenehmer über das Display läuft.
Getestet habe ich die Stifte übrigens mit “OneNote”, da die Software auf allen Plattformen in einem vergleichbaren Funktionsumfang verfügbar ist.

3. Fazit:

Microsoft hat mit dem Stift für das Surface Pro 4 wirklich ganze Arbeit geleistet, das Schreibgefühl ist deutlich besser als beim Surface Pro 3 und auch der Apple Pencil muss sich im direkten Vergleich knapp geschlagen geben. Was auch an den Zusatzfunktionen wie dem Radierer und dem praktischen Aufruf von “OneNote” liegt. Leider kann man die Stifte nicht untereinander tauschen, so dass nicht klar erkennbar wird, ob die Technik im Stift besser ist oder etwa die verwendete Displaytechnologie den Ausschlag gibt.
In einem Punkt hat jedoch Apple die Nase vorne – die Displaygröße des Gerätes. Apple setzt beim iPad Pro nahezu auf DIN A4, welches ein natürliches Schreibgefühl begünstigt. Das Surface Pro 4 war mir für handschriftliches Notizen immer ein wenig zu schmal, was zeigt dass die analoge Welt doch noch irgendwie weiterlebt.

Schreiben kann man sicherlich mit allen drei Stiften, aber hier geht es ums Gefühl und das ist für mich beim Surface Pro 4 unübertroffen. Außerdem überzeugt das Hardwarekonzept, mit Radierfunktion und magnetischer Andockmöglichkeit.

Über den Autor

Stephan Wilms

Stephan Wilms

Technikbegeisterter Zahnarzt aus Straubing mit einer Vorliebe für Microsoft-Produkte.

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