Surface Book Kaufberatung: Welches Modell ist für wen interessant?

Das Surface Book ist jetzt in Deutschland erhältlich, und so mancher Interessent steht vor der Frage, für welches Modell er sich letztendlich entscheiden soll. Immerhin liegt zwischen dem günstigsten und dem teuersten Modell eine Differenz von nahezu 1300 Euro, da will gründlich überlegt sein, wofür man sein Geld investiert und ob die Differenz zum jeweils nächsthöheren Modell gerechtfertigt ist.

Ich will die einzelnen Modelle nachfolgend gegeneinander vergleichen und versuchen, eine Entscheidungshilfe zu geben.

Beginnen wir mit der nackten Übersicht der verfügbaren Modelle und ihrer Grundausstattung. Die Angabe des Speicherplatzes in Klammern gibt den tatsächlich frei verfügbaren Speicherplatz im Auslieferzustand an. dGPU steht für die nVidia-Grafik in der Tastatureinheit.

Core i5 / 128 GB (99 GB) / 8 GB: 1.649 €
Core i5 / 256 GB (220 GB)/ 8 GB / dGPU: 2.069 €
Core i7 / 256 GB (218 GB)/ 8 GB / dGPU: 2.319 €
Core i7 / 512 GB (451 GB)/ 16 GB / dGPU: 2.919 €

Grundsatzfrage 1: Speicherplatz
Die Frage des integrierten Speichers ist beim Surface Book wichtiger als z.B. beim Surface Pro 4. Letzteres erlaubt ein quasi unsichtbares Aufrüsten des Speicherplatzes via microSD-Slot. Ein solcher fehlt beim Surface Book, hier ist ein regulärer SD-Slot vorhanden. Den kann man ebenfalls zur Speichererweiterung nutzen, allerdings steht die Karte etwas mehr als einen Zentimeter hervor.

Das möchte man nicht wirklich als Dauerlösung haben, oder?
Kalkuliert also möglichst gut durch, wie weit Ihr mit dem verbauten Speicher tatsächlich kommt und welche Größe für Eure Bedürfnisse die richtige ist.

Grundsatzfrage 2: Mit oder ohne nVidia-Grafik?
Microsoft verrät nicht, welcher nVidia-Chip im Surface Book steckt. Es handelt sich um einen Chip, der eigens für dieses Gerät entwickelt wurde. In Benchmarks kommt er dem
940M am nächsten. Egal ob mit oder ohne, zum Spielen kauft man sich kein Surface Book. Bei der Bild- oder Videobearbeitung macht die nVidia-Grafik aber dann doch einen deutlichen Unterschied. Mit Ausnahme des Einstiegsmodells haben aber ohnehin alle anderen den Chip integriert.

Welches Modell soll ich nun kaufen?

Core i5 / 128 GB (99 GB) / 8 GB: 1.649 €
Das Einstiegsmodell ist für alle Standard-Aufgaben bestens gerüstet. Der typische Office-Arbeiter sollte hiermit bestens bedient sein. Eng wird es lediglich, wenn man viele Daten mitnehmen will. Von Musik und Filmen mal abgesehen, sind 99 GB immer noch eine ganze Menge, auch wenn das heutzutage wenig klingt.

Core i5 / 256 GB (220 GB)/ 8 GB / dGPU: 2.069 €
Das ist für mich das Modell, bei dem der Aufpreis zur darunter liegenden Variante noch am meisten Sinn macht. Für 420 Euro mehr bekommt man nicht nur den doppelten Speicherplatz, sondern eben auch die dedizierte nVidia-GPU.

Core i7 / 256 GB (218 GB)/ 8 GB / dGPU: 2.319 €
Für weitere 250 Euro Aufpreis bekommt man eine i7 CPU. Hier sollte man meiner Meinung nach gut überlegen, ob man die entsprechende Mehrleistung auch wirklich benötigt. Bei allen Standardaufgaben wird man den Unterschied nicht wirklich bemerken. Das Rendern eines Videos wird mit der i5 CPU ebenso funktionieren, aber eben ein bisschen länger dauern. So gesehen bezahlt man den Aufpreis für eigene Ungeduld.

Core i7 / 512 GB (451 GB)/ 16 GB / dGPU: 2.919 €
Das ist für Deutschland das Topmodell (ob die Version mit 1 TB SSD nach Deutschland kommt, ist derzeit offen). 16 GB RAM und die 512 GB SSD sollten auch für gehobene Ansprüche ausreichen, dafür zahlt man dann aber auch den gehobenen Preis.

Fazit:
Schon das Einstiegsmodell dürfte für viele Ansprüche genügen. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet aus meiner Sicht das i5 Modell mit 256 GB SSD und nVidia-Chip. Wer mehr Leistung braucht, sollte direkt zum Topmodell greifen. Ohne dekadent wirken zu wollen: Aber wer 2.319 Euro für ein Notebook ausgeben kann, dem brechen auch 2.919 Euro nicht das Genick. Also lieber gleich Klotzen statt Kleckern.

Vermutlich interessiert Euch noch die Frage, wie es sich denn bei den unterschiedlichen Modellen mit der Akkulaufzeit verhält. Dazu liegen mir keine praktischen Ergebnisse vor, aber Microsoft gibt die Laufzeit unabhängig vom Modell mit „bis zu 12 Stunden“ an. Frühere Tests haben gezeigt, dass die CPU nicht unbedingt einen Unterschied macht. Die leistungsfähigere CPU verbraucht unter Last mehr Energie, ist dafür aber auch schneller fertig und kann im Normalbetrieb stärker herunter takten, darum gleicht sich das meistens aus. Beim Surface Pro 3 ergaben sich seinerzeit praktisch keine Unterschiede zwischen i3 und i7 CPU.

Bleibt abschließend noch die Frage, ob ein Surface Book den Aufpreis gegenüber anderen Top-Notebooks rechtfertigt, die mit identischer Ausstattung deutlich billiger zu haben sind. Vermutlich lautet die Antwort auf die Frage in etwa so: Du kannst auch was anderes als ein Surface Book kaufen, aber dann hast Du halt kein Surface Book. Es ist selbstverständlich auch ein Prestige-Gerät und ein Status-Symbol.

Surface Book im Microsoft Store

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
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