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Digitalisierung: Mangelhaft – Deutsche Schulen bereiten Schüler unzureichend auf die Arbeitswelt der Zukunft vor

In 90 Prozent aller Berufe wird man in naher Zukunft nicht mehr ohne digitale Kompetenzen auskommen, schätzt die EU-Kommission. Die Vorbereitung auf diese revolutionierte Arbeitswelt kann nicht früh genug beginnen, am besten natürlich schon in der Schule. Genau da gibt es aber riesige Defizite. Ganze 17 Prozent der Schüler fühlen sich auf eine digitale Arbeitswelt ausreichend vorbereitet, und nur magere acht Prozent halten ihre Lehrkräfte überhaupt für kompetent genug, ihnen dieses Wissen zu vermitteln. Das ergab eine Umfrage von YouGov im Auftrag von Microsoft.

“In der Lehrerausbildung muss mehr Gewicht auf den kreativen Umgang mit neuen Technologien gelegt werden”, fordert Renate Radon, die bei Microsoft Deutschland für den Bildungsbereich verantwortlich zeichnet. “Digitale Medien ermöglichen lebendigere Lernerfahrungen, nachhaltigere Lernerfolge und vor allem auch eine Individualisierung des Lernens. Damit könnten digitale Technologien viel zur Motivation der Schüler und letztlich zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit in Deutschland beitragen.”

Prof. Dr. Stefan Aufenanger von der Uni Mainz fordert außerdem ein neues Rollenverständnis für Lehrer. Sie seien durchaus digital affin, doch es fehlt vielfach an Sensibilität für das Potential neuer Technologien. “Letztlich geht es nicht um “Lernen mit neuen Medien”, sondern um “neues Lernen mit Medien”. Dabei muss sich die Rolle des Lehrers vom Wissensvermittler hin zum Begleiter individueller Lernprozesse wandeln”.

Gesamtschul-Lehrerin Miriam Gronert hat diesen neuen Weg schon beschritten. Sie vermittelt ihren Schülern Unterrichtsinhalte auch über Social Media Kanäle, per Skype oder mit Computerspielen, ist mit Kollegen auf der ganzen Welt vernetzt und schreibt einen Blog über ihre Unterrichtserfahrungen. Die eigene Präsenz im Netz verleihe ihr gegenüber ihren Schülern durchaus mehr Glaubwürdigkeit, meint Gronert.

Ich war schon lange in keiner Schule mehr, meine Kinder sind auch schon durch, trotzdem bekommt man oft genug mit, dass die neuen Medien noch längst nicht in den Klassenzimmern so angekommen sind, wie sie sollten. Oft gilt ein Tablet noch als Luxus- oder Spielkram und die “Digitalisierung” beschränkt sich auf die Internet-Recherche zu Sachaufgaben an einem veralteten PC. Den Grund dafür kennen wir auch: Es fehlt an Geld, darum wird von vielen Schülern verlangt, entsprechende Geräte selbst zu beschaffen, was natürlich auch nicht der Sinn der Sache sein kann.

Da hat die deutsche Bildungspolitik durchaus noch jede Menge Hausaufgaben zu erledigen.

Zitat-Quellen: Pressemitteilung von Microsoft

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 16 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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