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PDF Bearbeitung – so könnte es gehen!

Spätestens nachdem das neue Surface Pro mit den persönlichen Daten eingerichtet ist, stellt sich für die meisten Nutzer schnell die Frage: „Was mache ich jetzt sinnvolles mit dem Stift?“ Natürlich wird man zunächst versuchen mit OneNote zu arbeiten, aber relativ zeitnah stellt sich heraus, dass OneNote z.B. für die Bearbeitung und Ergänzung von PDF Dateien nicht die beste Wahl ist. Auf der Suche nach einer besseren Lösung finden sich diverse z.T. kostenlose (Reader von Microsoft), als auch kostenpflichtige Programme (Drawboard PDF) im Windows App Store.

Aber das Surface kann ja noch viel mehr (sonst hätte man ja auch gleich ein iPad Pro kaufen können), nämlich “richtige” x86 Programme laufen lassen. Auf der Suche nach einem Programm für die Bearbeitung von PDFs bin ich ziemlich schnell auf den PDF Annotator gestoßen. Im Folgenden möchte ich euch das Für und Wider des Drawboard PDF und des PDF Annotator aufzeigen.

Öffnet man den PDF Annotator das erste Mal, wird man zunächst von den vielen Schaltflächen und Symbolen etwas erschlagen. Wie von vielen Office Programmen gewohnt, kann man nicht benötigte Funktionen und Menüeinträge jedoch relativ problemlos ausblenden bzw. deaktivieren.

Im Vergleich wirkt das Drawboard PDF richtig aufgeräumt und spartanisch. Die richtige Darstellung und das Laden aller von mir getesteten PDF Dateien wurde von beiden Applikationen schnell und korrekt durchgeführt.

Beide bieten diverse Möglichkeiten häufig benötigte Stifte, sowohl in Schriftbreite, als auch in Farbe und Opazität einzustellen. Auch ein Textmarkermodus ist für beide Programme natürlich eine Selbstverständlichkeit.
In der Benutzung zeigte das Drawboard PDF leichte Schwächen bei der Bedienung. Gerade bei mehrseitigen PDF Dateien kam es immer mal wieder zu Problemen beim Scrollen durch das Dokument. Häufig war dies der Fall nachdem ich schon einige Anmerkungen im Text untergebracht hatte. Auch bei der Stifteingabe kam es gelegentlich zu verzögerten Reaktionen auf den Schreibvorgang. Dieses Verhalten konnte ich auf drei unterschiedlichen Geräteklassen der Surface Reihe reproduzieren, so dass ich die Problematik wirklich auf die App zurückführe.

Die Radiergummifunktion des aktuellen Surface Stift wird von beiden Programmen unterstützt, so dass eine Auswahl des Radiergummis im Menü nicht mehr notwendig ist.

Meine Empfehlung geht ganz klar in Richtung PDF Annotator, vorausgesetzt, ihr wollt mehr als nur einmal pro Monat ein PDF bearbeiten. Der PDF Annotator hat sich in meinem 4 wöchigen Testzeitraum keine Aussetzer geleistet, keine Fehler beim Scrollen und auch keine Probleme mit dem Stift. Gerade bei größeren Dokumenten konnte die Software ihre Stärken ausspielen. Während es beim Drawboard immer wieder zu Aussetzern beim Stift kam (hier half nur ein Zwischenspeichern oder gar ein Neustart), lieferte der PDF Annotator immer gute und flüssige Eingabeergebnisse. Der größte Nachteil des Annotators ist sein recht hoher Anschaffungspreis von knapp 70€, weiter stört mich ein wenig, dass die Touchbedienung sehr halbherzig (man könnte auch fast sagen, gar nicht) umgesetzt wurde. Zwar werden die Symbole und Menüleisten im Touchmodus etwas größer dargestellt, trotzdem ist es noch viel zu klein und zu überladen. Hier kann man dem Entwickler trösten, schließlich ist Microsoft mit seinem Office Pakete diesbezüglich auch kein Musterschüler. Sollte es den PDF Annotator irgendwann mal in einer fingerfreundlichen Version geben, gibt es an dem Programm nichts mehr auszusetzen. Falls ihr nur ganz selten Anmerkungen zu PDFs machen wollt, kann man sicherlich auch mit dem Microsoft Reader ganz gut leben, hier fehlt allerdings jegliche Möglichkeit zu Konfiguration des Stiftes.

Den PDF Annotator könnt ihr direkt bei Grahl Software für 69,95€ auf der Homepage erwerben. Ein kostenloser 30-tägiger Test ist ebenfalls möglich. Zudem werden Studenten- und Volumenlizenzen angeboten.
Der Support reagiert sehr zeitnah auf Anfragen.

Drawboard PDF bekommt ihr bei den aktuellen Surface Modellen vorinstalliert.

Über den Autor

Stephan Wilms

Stephan Wilms

Technikbegeisterter Zahnarzt aus Straubing mit einer Vorliebe für Microsoft-Produkte.

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