Kein Windows 10 Mobile für ältere Lumias: Einige Gründe und Erklärungen

Es war zu befürchten, und nun ist es auch eingetreten: Nicht alle „alten“ Lumias erhalten ein Update auf Windows 10 Mobile. Das hat mehrere Gründe, und in der Tat liegen sie nicht alle in der Verantwortung von Microsoft. Ich will hier nicht den Anwalt für Redmond geben, sondern nur einige Dinge ins richtige Licht rücken. Auch finde es natürlich schade, dass es so kommt, und ich kreide Microsoft einen großen Fehler an: Sie haben zu früh mit entsprechenden Äußerungen hohe Erwartungen geschürt und müssen nun mit den Konsequenzen leben.

Sie haben es doch versprochen!
Sorry, aber nein, haben sie nicht. Niemals. Das offizielle Statement war immer, dass man daran arbeite, das Update allen Geräten zur Verfügung stellen zu können. Die Hintertür, dass das nicht gelingt, war in diese Äußerungen jederzeit eingebaut. Wie oben schon geschrieben, sie hätten sich auch das verkneifen und stattdessen einfach sagen sollen: Wir äußern uns zu gegebener Zeit dazu.

Das ist der selbe Sch… wie bei Windows Phone 7!
Auch da muss ich widersprechen. Der entscheidende Unterschied: Seinerzeit hat man Geräte verkauft, von denen man genau wusste, dass sie in ein paar Monaten Altmetall sind. Als das Lumia 900 auf den Markt kam, war es bereits auf dem Abstellgleis, und das hat man den Kunden nicht gesagt. Das war eine linke Tour.
Jetzt sprechen wir über Geräte, die zwei Jahre und älter sind und die schon lange nicht mehr verkauft werden. Ich habe keinen Überblick, wie viele der Geräte, die vor zwei Jahren aktuell waren, heute noch mit Updates versorgt werden. Aber ich könnte mir vorstellen, die betroffenen Lumias haben da reichlich Gesellschaft. Ich weiß, das ist natürlich kein Trost, und erneut greift der Verweis auf den ersten Absatz.

Es geht um die Zukunftsfähigkeit
Bei der Entscheidung ging es nicht nur um die Frage, ob man ein Gerät jetzt auf Windows 10 Mobile aktualisieren kann, sondern auch darum, diese Geräte in Zukunft aktuell zu halten. Damit hätte man sich möglicherweise einen Bremsklotz ans Bein gebunden, womöglich hätte man in Zukunft Funktionen nicht so umsetzen können, wie man es gerne getan hätte. Windows 10 ist eine lange Reise, und man musste sicherstellen, dass die Geräte, die man auf diese Reise mitnimmt, auch zu 100% geeignet sind.

Es lag nicht alleine in der Hand von Microsoft
Um die alten Geräte fit für Windows 10 Mobile zu machen, hätte man auch Unterstützung der Hardware-Lieferanten benötigt, um die Firmware entsprechend anzupassen und zu optimieren. Wie mir gesagt wurde, war das aber ein Problem. Man wollte in die längst ausgelaufenen Chipsätze keinen Aufwand mehr stecken. Auch das ist ein Grund dafür, warum Windows 10 Mobile auf den nun ausgeschlossenen Geräten einfach zu viele Macken hatte, als dass es für eine offizielle Upgrade-Unterstützung gereicht hätte.

Über das Insider-Programm besteht ja dennoch die Möglichkeit, die Geräte auf Windows 10 Mobile zu bringen. Allerdings bedeutet die Ankunft des Redstone-Updates das Aus, dann wird es keine Aktualisierungen mehr geben. Das ist zwar nur die halbe Miete, aber immerhin wird das „Verfallsdatum“ der Geräte damit nochmal deutlich nach hinten verschoben.

Artikel im Forum diskutieren (225)

Über den Autor
Martin Geuß
  • Martin Geuß auf Facebook
  • Martin Geuß auf Twitter
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
Nach oben