Absehbares Ende: OpenAI will Loslösung von Microsoft forcieren
Betrachtet man die jahrelange Partnerschaft zwischen Microsoft und OpenAI genauer, war der anfangs bemerkenswerte strategische Schachzug von Satya Nadella und Sam Altman mit der Zeit von immer stärkeren Spannungen geprägt. Microsoft forciert mittlerweile nicht nur die Entwicklung eigener KI-Modelle, auch gegen die Partnerschaft von OpenAI und Amazon will man sich gerichtlich wehren. Derweil spricht man bei OpenAI nun offen aus, was ohnehin eigentlich schon alle wussten.
Das berichtet CNBC unter Berufung auf ein internes Memo, was man einsehen konnte und was OpenAI’s Chief Revenue Officer Denise Dresser am vergangenen Sonntag an die eigene Belegschaft verschickt hat. Darin bezeichnet sie die Partnerschaft mit Amazon als entscheidenden Weg, um den eigenen Marktanteil bei den Unternehmenskunden auszubauen. Diese würden bereits etwa 40 % des eigenes Umsatzes ausmachen. Microsoft kommt in dem Memo wesentlich weniger gut weg.
Zwar bezeichnet Dresser die Partnerschaft als grundlegend für den eigenen Erfolg, damit ChatGPT zu Beginn Fuß fassen konnte. Gleichzeitig haben die Verträge mit Microsoft OpenAI daran gehindert, die Unternehmen wirklich dort zu erreichen, wo sie sind. Das ist in einer Mehrzahl nicht Microsoft Azure, sondern Amazon Bedrock. Seitdem OpenAI mit Amazon zusammenarbeitet, soll die Nachfrage nach den eigenen Produkten durch Unternehmen stark angestiegen sein.
Microsoft selbst wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. Nüchtern betrachtet stehen CEO Satya Nadella und sein KI-Chef Mustafa Suleyman jetzt aber im Grunde vor den Trümmern dessen, wovon man sich den Grundstein für die Zukunft von Microsoft erhofft hatte. Schon im Dezember gab es Berichte, dass die eigenen KI-Dienste wie Blei in den digitalen Regalen liegen. Diese Meldung heute macht die Perspektive mit Sicherheit nicht besser.
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- Künstliche Intelligenz
Über den Autor

Kevin Kozuszek
Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden und habe in diesem Ökosystem meine digitale Heimat gefunden. Bei Dr. Windows halte ich euch seit November 2016 über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden, die Microsoft bei seinen Open Source-Projekten und Microsoft Edge zu berichten hat. Beiträge über Mozilla, Europas Digitalwirtschaft und inklusive Informatik runden meinen Bereich ab.


