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Acer Predator Orion 7000 im Test: Stille Gaming-Freuden

Acer Predator Orion 7000 im Test: Stille Gaming-Freuden

Ein seltener Gast hat sich vor einigen Wochen bei mir eingefunden: Desktop-PCs bekomme ich nur selten zum Testen, umso mehr hat es mich gefreut, als sich mal wieder die Gelegenheit dazu ergab: Acer hat mir den Predator Orion 7000 unter den Schreibtisch gestellt.

Es handelt sich hier, wie der Name Predator bereits verrät, um einen Gaming-PC mit gehobener Ausstattung, der mit knapp 2.700 Euro seinen Preis hat. Kommen wir ohne große Vorreden direkt zum Steckbrief, damit Ihr seht, womit wir es heute zu tun haben.

Technische Daten des Predator Orion 7000

  • Prozessor: Intel Core i9-12900K
  • Arbeitsspeicher: 32 GB DDR5 RAM (2 x 16 GB), bis zu 64 GB Dual-Channel DDR5 4000 MHz möglich (zwei RAM-Slots belegt, zwei frei)
  • Festplatte: 1.000 GB PCIe M.2 SSD
  • Grafikkarte: NVIDIA GeForce RTX 3080 (10 GB GDDR6X)
  • Anschlüsse Gehäuseoberseite: 3x USB-A 3.2, 1x USB-C 3.2, Mikrofon, Audio-Out, Festplatten-Erweiterungsslot
  • Anschlüsse Gehäuserückseite: 3x USB-A 3.2 2x USB-A 2.0, 1x USB-C 3.2, Audio-In, Mic-In, Audio-Out, RJ-45
  • Anschlüsse Grafikkarte: 3x Displayport 1.4, 1x HDMI
  • Steckplätze: 2x M.2 (beide belegt), 1 PCIe (frei), 2x PCIe 16x, davon einer belegt.
  • Drahtlos: Wi-Fi 6, Bluetooth 5.1
  • Netzteil: 800 Watt
  • Betriebssystem: Windows 11 Home
  • Maße (HxBxT): 48,5×21,9×50,5 cm
  • Gewicht: ca. 21 kg
  • Exakte Modellbezeichnung des Testgeräts: DG.E2TEG.00S

Mein eigener PC ist nicht viel dezenter als der Orion 7000, insofern fiel die Umgewöhnung kein bisschen schwer. Dank der wassergekühlten CPU arbeitet der PC im Office-Modus praktisch geräuschlos – das habe ich von der ersten Sekunde an sehr genossen und gleichzeitig bereut, dass ich an meinem eigenen PC, der in Summe nicht viel günstiger war, wieder einen Lüfter verbaut habe. Ich vermute, da steht bald eine Umrüstung an.

Das Gehäuse des Predator Orion 7000 präsentiert sich erwartungs- und pflichtgemäß hochwertig verarbeitet, es gibt keine scharfen Kanten oder dergleichen. Alle Kabel sind im Inneren gut versteckt und kaum zu sehen, dafür muss man allerdings auf ein modulares Netzteil verzichten. Ein solches findet man in Komplett-PCs aber ohnehin nur selten.

Ober- und Unterseite präsentieren sich dank der abnehmbaren Abdeckungen reinigungsfreundlich, bekanntermaßen sammelt sich im Lauf der Zeit jede Menge Staub an allen nur erdenklichen Öffnungen.

Acer Predator Orion 7000 abnehmbare Abdeckungen

Zwei der vier RAM-Steckplätze sind von Haus belegt. Es gibt zwei M.2 Slots, von denen einer durch die System-SSD und der andere durch das Wi-Fi-Modul belegt ist. Es gibt allerdings auch einen 2,5 Zoll – Erweiterungsslot an der Oberseite des Gehäuses, in den man eine zusätzliche SSD stecken kann. Zwei „klassische“ 3,5 Zoll Schächte sind ebenfalls vorhanden.

Acer Predator Orion 7000 Oberseite mit Speichererweiterungsslot

Die Grafikkarte ist „stehend“ verbaut – das sieht gut aus, macht aber die zwei PCIe-Slots, die grundsätzlich noch frei wären, unbrauchbar. Wer diese Slots benutzen will, muss also umbauen.

Acer Predator Orion 7000 mit offenem Gehäuse

Acer Predator Orion 7000 Rückseite

Kommen wir zur Leistung: Ich bin bekanntermaßen kein Freund von Benchmarks, in diesem konkreten Fall muss ich aber eine Ausnahme machen, denn bei einem Hochleistungs-PC will man ja schon ein bisschen mehr wissen als nur „läuft flüssig“.

Ich habe 3DMark, Cinebench und AS SSD Benchmark laufen lassen, die Ergebnisse seht Ihr im Folgenden. Bei 3DMark gibt es nur den Basis-Test, ich war zu geizig, um mir nur wegen eines Tests die Kaufversion zu holen. Den Online-Vergleich des 3DMark Tests kann man hier einsehen.

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Damit genug der Theorie und zur erlebten Performance. Es bedarf im Grunde keiner Erwähnung, dass dieser PC bei meiner normalen Office-Tätigkeit, zu der mein Tag leider meist zu mehr als 90 Prozent besteht, blitzschnell ist und auch komplexere Aufgaben spielend erledigt. Dabei ist, wie bereits erwähnt, selbst bei völliger Stille praktisch kein Betriebsgeräusch von dem unter dem Schreibtisch stehenden PC zu hören.

Zu meinem großen Erstaunen änderte sich das allerdings auch beim Spielen nicht nennenswert. Bei moderat eingestellter Lautstärke übertönt jedes Spiel die aufdrehenden Lüfter mit Leichtigkeit. Bei meinem PC ist das leider anders, der wird zum startenden Flugzeug. Dabei bleiben auch die Temperaturen im Rahmen, nach einer halben Stunde Forza Horizon 5 bei 3.840×1.600 und allen Details bei rund 95 FPS erreichte die GPU-Temperatur maximal 70 Grad und fiel nach dem Ende der Spielsession rasch wieder auf 30 Grad ab.

Erst als ich über das mitgelieferte Programm „PredatorSense“ die Übertaktung auf „Turbo“ gestellt und das Lüfterprofil „Spielen“ ausgewählt hatte, entwickelte der Predator Orion 7000 die zum Microsoft Flight Simulator passende Geräuschkulisse. Ich startete Forza Horizon 5 und war schon wieder überrascht: Ich hatte nämlich weder mehr FPS noch blieb das System kühler als vorher, die GPU-Temperatur stieg erneut auf 70 Grad. Der einzige Unterschied war also nur, dass es jetzt lauter war als vorher.

Beim Microsoft Flight Simulator war es ähnlich, hier betrug der GPU-Temperaturunterschied zwischen minimaler und maximaler Lüfterdrehzahl und damit zwischen Ruhe und Lärm gerade mal drei Grad (73/70). Selbstredend lief auch der Flight Simulator in maximaler Auflösung von 3.840 mal 1.600 Pixel bei maximalen Details absolut flüssig.

Ich beließ es fortan bei der „Auto“-Einstellung der Lüfter und freute mich über die Ruhe, ohne spürbare Leistungseinbußen hinnehmen zu müssen.

Acer Predator Orion 7000

Die LED-Beleuchtung lässt sich über das Programm Predator Sense selbstverständlich auf jede nur erdenkliche Art und Weise anpassen.

Fazit

Mir fehlt die Expertise, um den Predator Orion 7000 einsortieren zu können, dafür habe ich insgesamt zu wenig Überblick über den Markt der Komplett-PCs und zu wenig praktische Vergleichsmöglichkeiten. Was ich aber auf jeden Fall sagen kann ist, dass dieser PC bei mir einen richtig guten Eindruck hinterlassen hat, vor allen Dingen die geringe Geräuschentwicklung hat mich nachhaltig beeindruckt. Der Preis von rund 2.700 Euro scheint mir, wenn man die Einzelpreise der verbauten Komponenten vergleicht, ein wenig zu hoch angesetzt, dafür muss man aber auch nicht selbst bauen und bekommt ein wirklich gut abgestimmtes Gesamtpaket.

Mit dem Intel Core i9-12900K hat man auf Jahre hinaus genug Leistungsreserven, die GeForce RTX 3080 dürfte ebenfalls gut für noch kommende Aufgaben gerüstet sein, lediglich der Grafikspeicher fällt mit 10 GB eher klein aus, da hätte es ruhig die Version mit 12 GB sein dürfen.

 

Disclaimer: Das hier besprochene Gerät wurde uns vom Hersteller leihweise überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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