Acht Monate später: Das 21:9 Experiment ist geglückt
Im Sommer 2018 startete ich ein Experiment: Ich wollte herausfinden, ob ich mein bis dahin als perfekt empfundenes Setup aus zwei 4k-Monitoren mit einer Diagonalen von je 24 Zoll durch einen einzelnen Breitbild-Monitor im Format 21:9 ablösen kann. Die ersten Eindrücke waren prima, weil der dafür verwendete Monitor aber nur eine Leihgabe war, kehrte ich nach dem Versuch wieder zu meinem alten Aufbau zurück.
Schon nach wenigen Tagen aber spürte ich: Nein, so will ich nicht mehr arbeiten. Also machte ich mich auf die Suche nach einem neuen Monitor. Der Acer Predator Z35P, den ich zuvor getestet hatte, kam als Dauerlösung nicht in Frage. Es mag dekadent klingen, aber wenn man 4k gewohnt ist, dann ist die Auflösung von 3.440 mal 1.440 auch im Office-Einsatz nicht gut genug. Weil die höher auflösenden Breitbild-Monitore aber sehr teuer sind, machte ich einen verhängnisvollen Fehler und kaufte mir einen 34 Zoll 4k-Monitor im Format 16:9.
Warum das ein Fehler war? Das Seitenverhältnis ist der Knackpunkt, wie ich bereits nach wenigen Minuten zerknirscht feststellen musste. Wenn man zwei 16:9-Bildschirme durch einen 16:9 Bildschirm ersetzt, dann hat man nur noch halb so viel Platz, auch wenn der eine Monitor sehr viel größer ist. Es ist einfach nicht möglich, zwei Fenster vernünftig nebeneinander zu platzieren. Also gab ich den Monitor wieder zurück und hatte durchaus ein schlechtes Gewissen, denn als Versicherung gegen Dummheit ist das Rückgaberecht bei Online-Einkaufen ja eigentlich nicht gedacht.
Es war nun also klar, dass ich um eine größere Investition nicht herum kommen würde, wenn ich mein Vorhaben umsetzen will. Nach einiger Online-Recherche landete ich schließlich beim LG 38UC99-W für schlappe 999 Euro.
Es geht mir mehr um die Arbeitsweise als um die Hardware, aber wenn wir schon dabei sind, wollen wir das natürlich kurz besprechen und die Details aufzählen:
- 37,5 Zoll
- Auflösung 3.840×1.600 Pixel
- 5ms Reaktionszeit
- 178 Grad Blickwinkel
- 2x HDMI
- 1x DisplayPort
- USB-C
- 2xUSB.30
- 3,5mm Audio Out
- Bluetooth
- integrierte Lautsprecher
- in Höhe und Neigung verstellbar
Der Audio-Ausgang war mir wichtig, weil ich sowohl meinen PC als auch das Surface Dock an diesem Bildschirm angeschlossen habe. Meine Lautsprecher hängen am Audio-Ausgang, so muss ich nicht jedes Mal umstecken. Die USB-Anschlüsse habe ich nicht in Verwendung, ich wüsste nicht wofür.
Ich bin kein Monitor-Experte, eine fachliche Expertise zur Bildqualität könnt ihr von mir also nicht erwarten, ihr müsst euch damit begnügen, dass ich sie sehr gut finde und ich rein gar nichts zu beanstanden habe. Wer sich zu dem Monitor noch im Detail belesen möchte, kann das auf der Produktseite tun. Fragen beantworte ich natürlich gerne.
So sieht das nun also auf meinem Schreibtisch aus. Mit einer Breite von rund 90 Zentimetern nimmt der Monitor natürlich ordentlich Raum ein. Durch die schmalen Rahmen und den schlank gestalteten Standfuß wirkt er allerdings durchaus dezent – wenn der Begriff bei einem Gerät dieser Größe noch angebracht ist.
Auf dem nachfolgenden Bild habe ich versucht, die Krümmung einigermaßen gut einzufangen:
Im Langzeit-Einsatz weiß ich diesen Bildschirm im Vergleich zu meinem vorherigen Dual-Monitor-Setup jeden Tag mehr zu schätzen. Ich arbeite sehr gerne mit Tastenkombinationen, Windows+Cursor links/rechts gehört jetzt zu den meistverwendeten (damit skaliert man ein Anwendungsfenster auf die linke oder rechte Hälfte des Bildschirms).
Gefühlt habe ich so viel Platz wie vorher, auch wenn das absolut gesehen natürlich nicht stimmt – in der Addition der Diagonalen fehlen insgesamt rund 20 Zentimeter. Es ist dadurch aber sehr viel leichter, alle Inhalte im Auge zu behalten, dazu trägt auch die gekrümmte Form des Bildschirms bei (die ich zuvor immer für eine Spielerei und ein optisches Gimmick gehalten habe). Es fällt mir insgesamt leichter, fokussiert zu arbeiten.
Apropos fokussiert: Wenn ich an längeren Texten schreibe und nebenher nicht recherchieren muss, dann tue ich das dennoch weiterhin bevorzugt am Laptop, weil ich dann den „Tunnelblick“ bekomme. Am großen Bildschirm lasse ich mich zu leicht ablenken.
Im Vollbild arbeite ich übrigens so gut wie nie, da müssen die Augen einfach zu viel „Strecke machen“. Die meiste Zeit des Tages halten sich meine Blicke in der linken Bildschirmhälfte auf. Beim Spielen oder Filme schauen entfaltet sich natürlich die gesamte Pracht er 37,5 Zoll, das macht dann einfach nur Spaß.
Insgesamt bin ich mit meinem neuen Arbeitsplatz rundum zufrieden. Es war eine teure Umstellung, aber es hat sich gelohnt. Mein Sohn ist übrigens der selben Meinung. Das könnte aber daran liegen, dass er meine beiden „alten“ Bildschirme vorzeitig geerbt hat.
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Über den Autor

Martin Geuß
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!




