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Activision-Übernahme: Investor fordert Aktionäre zur Ablehnung auf – Verdacht auf Insiderhandel

Activision-Übernahme: Investor fordert Aktionäre zur Ablehnung auf - Verdacht auf Insiderhandel

Am 28. April werden die Aktionäre von Activision darüber abstimmen, ob sie das Übernahmeangebot von Microsoft in Höhe von 95 US-Dollar je Aktie annehmen. Ein Investor möchte die Zustimmung verhindern, außerdem gibt es den Verdacht, dass es kurz vor Ankündigung der Übernahme zu Insider-Deals gekommen ist.

Mehrere „gute Bekannte“ von Activision-CEO Bobby Kotick, darunter Prinz Alexander von Fürstenberg, dessen Stiefvater Barry Diller und David Geffen, einer der Gründer von Dreamworks, sollen wenige Tage vor Bekanntgabe der geplanten Übernahme Optionsscheine erworben haben, die den Kauf von Activision-Aktien für 40 Dollar ermöglichen. Als die Pläne bekannt wurden, stieg der Kurs der Aktie von 65 auf über 80 Dollar, auf diese Weise sollen die Beteiligten rund 60 Millionen Dollar verdient haben.

In einer Börsenmitteilung hat Activision den Verdacht bestätigt, die Behörden ermitteln. Sollten tatsächlich Infos durchgesteckt worden sein, wäre das eine Straftat. Diese zu beweisen, ist allerdings kompliziert. Für die Betroffenen gilt die Unschuldsvermutung und sie berufen sich darauf, dass es einfach ein glücklicher Zufall gewesen sei (via heise).

Das Magazin Der Aktionär berichtet außerdem davon, dass der Investor SOC Investment Group die Aktionäre von Activision dazu aufgerufen hat, der Übernahme nicht zuzustimmen. Begründung: Der Preis sei zu niedrig, die Aktie unterbewertet. Der von Microsoft gebotene Preis von 95 Dollar entspricht ungefähr dem Kurs von Activision, bevor dieser aufgrund der Vorwürfe um sexuelle Belästigung eingebrochen war. Aufgrund des „unfähigen Managements“ sei es schwer, die zukünftigen Ertragsaussichten des Unternehmens einzuschätzen, genau das ist aber ein wichtiger Maßstab für die Bewertung, wenn es um eine Übernahme geht.

Sollten die Aktionäre dem Aufruf folgen und das Angebot ablehnen, wäre der Deal geplatzt. Das gilt aber nach wie vor als einigermaßen unwahrscheinlich.

Zuvor hatten bereits zwei Aktionäre gegen die Übernahme Klage eingereicht, inzwischen sind es deren neun. Mehrere US-Senatoren halten den Deal für „schmutzig“ und fordern deshalb eine genauere Untersuchung.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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