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Activision-Übernahme: Microsoft bekommt Schützenhilfe von Facebook-Eigner Meta

Activision-Übernahme: Microsoft bekommt Schützenhilfe von Facebook-Eigner Meta

Die Kartellwächter vieler Länder prüfen derzeit die geplante Übernahme von Activision durch Microsoft, die dem Redmonder Konzern fast 69 Milliarden US Dollar wert ist. Unerwartete Schützenhilfe kommt dabei von Meta, dem Konzern hinter Facebook, Instagram und WhatsApp.

In den letzten Wochen beherrschte ein mehr oder minder öffentlich ausgetragener Streit zwischen Sony und Microsoft die Schlagzeilen. Sony fürchtet, Microsoft könnte beispielsweise Call of Duty von der PlayStation nehmen und sich so einen ihrer Meinung nach unfairen Vorteil verschaffen, während Microsoft beteuert, keine derartigen Pläne zu verfolgen. Dabei geht es schon mal bissig zu, wie erst vor einigen Tagen: Activision-Übernahme: Sony bezeichnet Microsofts Beteuerungen zu Call of Duty als scheinheilig

Es ist üblich, dass die für die Prüfung zuständigen Behören auch andere große Unternehmen fragen, was sie von der Übernahme halten. So bat das brasilianische „Administrative Council for Economic Defense“ (CADE) den Facebook-Mutterkonzern Meta um eine Stellungnahme.

Dort sieht man den Deal offenbar gelassen (via MSPU). Meta sieht den „Status Quo“ überhaupt nicht als entscheidend an und glaubt außerdem, dass es nicht mehr zeitgemäß ist, überhaupt „in Plattformen oder Hardware zu denken“.

Den Gaming-Markt sieht Meta als hochgradig dynamisch an, die Hürden für den Einstieg seien niedrig. Als Beispiele dafür, dass es vergleichsweise einfach sei, neue Angebote an den Start zu bringen, werden Google Stadia, Netflix Gaming und auch Apple Arcade genannt. App-Store-Modelle hätten außerdem auf allen Plattformen zu einem Anstieg der Anzahl neu veröffentlichter elektronischer Spiele geführt, da Entwickler ihren Vertrieb nicht mehr organisieren müssen.

Meta argumentierte weiter, dass der Gaming-Markt weiter expandiert und jeder die Chance und die Werkzeuge hat, daran teilzunehmen. Es gebe eine Vielzahl von APIs, SDKs und anderer kostenloser Ressourcen für Entwickler von großen Unternehmen (z.B. Meta, Microsoft, Apple, Google, Amazon), mit denen sie problemlos neue elektronische Spiele erstellen können. Darüber hinaus wurde unterstrichen, dass Entwickler mit den wachsenden neuen Geschäftsmodellen der Spieleindustrie mehr Möglichkeiten haben, ihre Inhalte effektiv zu monetarisieren und auf den Markt zu bringen, sei es durch In-App-, Abonnement- oder Free-to-Play-Anzeigenmodelle. Last but not least erwähnt Meta noch das Cloud-Computing, mit dem Plattformgrenzen endgültig gesprengt würden.

Man könnte es so zusammenfassen: Meta teilt Sony indirekt mit, dass der Betrieb einer isolierten Plattform wie der PlayStation ohnehin ein Auslaufmodell ist. Selbstverständlich beschreibt die Facebook-Mutter damit aber auch das eigene Wunschdenken, weil sie selbst eben keine eigene (Hardware-)Plattform hat.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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