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Activision-Übernahme: Sony bezeichnet Microsofts Beteuerungen zu Call of Duty als scheinheilig

Activision-Übernahme: Sony bezeichnet Microsofts Beteuerungen zu Call of Duty als scheinheilig

Auf geht’s in die nächste Runde im Streit zwischen Microsoft und Sony in Bezug auf die geplante Übernahme von Activision durch die Redmonder: Sony bezeichnet Microsofts Zusicherungen, Call of Duty weiterhin auf der PlayStation anzubieten, als scheinheilig und unzulänglich.

Der bestehende Vertrag zwischen Sony und Activision läuft noch bis 2024. Microsoft hatte in Person von Phil Spencer direkt nach Bekanntwerden der Übernahmepläne beteuert, dass man bestehende Vereinbarungen in jedem Fall erfüllen wird. Später legte Spencer nach und versprach, Call of Duty werde auf jeden Fall noch mehrere Jahre über das Ende des aktuellen Vertrags hinaus auf der PlayStation bleiben. Überhaupt wurde jeder Verdacht, Call of Duty könne Xbox- und PC-exklusiv werden, von Microsoft ins Reich der Fabeln verwiesen. Es wäre schlicht unwirtschaftlich, das zu tun, konnte man aus Redmond hören.

Nun meldet sich PlayStation-CEO Jim Ryan zu Wort und benennt den Zeitraum von „mehreren Jahren“ konkret: Microsoft habe lediglich drei zusätzliche Jahre versprochen.

„Microsoft hat lediglich zugesagt, dass Call of Duty nach Ablauf der aktuellen Vereinbarung zwischen Activision und Sony für weitere drei Jahre auf der PlayStation bleibt. Nach fast 20 Jahren Call of Duty auf der PlayStation ist dieser Vorschlag auf vielen Ebenen unzulänglich und berücksichtigt nicht die Auswirkungen auf unsere Spieler. Wir wollen PlayStation-Spielern garantieren, dass sie weiterhin das hochwertigste Call of Duty-Erlebnis haben. Der Vorschlag von Microsoft untergräbt unsere Pläne.

Ich hatte nicht die Absicht, das zu kommentieren, was ich als private Diskussion verstand, aber ich habe das Bedürfnis, die Dinge ins richtige Licht zu rücken, nachdem Phil Spencer dies in die Öffentlichkeit getragen hat.“

Aus den Unterlagen, die von der brasilianischen Wettbewerbsaufsicht veröffentlicht wurden, gingen ähnlich scharfe Töne von beiden Unternehmen hervor. Daraus kann man tolle Geschichten bauen, am Ende des Tages ist es halt aber alles nur simple Taktik. Es ist nur allzu verständlich, dass Sony größtmögliche Sicherheiten haben möchte, also muss Microsoft als maximal feindselig hingestellt werden. Microsoft wiederum versucht die Bedeutung von Call of Duty für andere Plattformen herunterzuspielen, damit sie nicht zum Showstopper für die geplante Übernahme wird.

Ob die „drei Jahre“ wörtlich so gefallen sind, wie Sony das darstellt, wissen wir nicht. Microsoft hatte zugesichert, dass die kommenden drei Titel der Call of Duty-Serie auf jeden Fall auf der PlayStation erscheinen werden, womöglich hat Jim Ryan das einfach „übersetzt“. Man darf sich ohnehin sicher sein, dass niemand in dieser Sache etwas sagt, was nicht vorher von den Anwälten geprüft und abgesegnet wurde.

Für weiteren Unterhaltungswert dürfte gesorgt sein.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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