Angeschaut: Microsofts neue mobile Office-App vermag zu begeistern

Angeschaut: Microsofts neue mobile Office-App vermag zu begeistern

Auf der Ignite 2019 hat Microsoft eine neue mobile Office-App vorgestellt. Diese ist nicht nur neu gestaltet, sondern auch und vor allen Dingen neu gedacht. Der erste Eindruck der Beta-Version ist schlicht umwerfend.

Word, Excel und PowerPoint gibt es schon lange als mobile Versionen. Bislang waren sie genau das: „Kleine“ Versionen der großen Programme, die wir vom Desktop kennen. Die Apps sind geeignet, um unterwegs darauf zuzugreifen oder auf die Schnelle ein paar kleinere Änderungen vorzunehmen. Für mehr sind die mobilen Smartphone-Apps auch nicht wirklich zu gebrauchen, die Möglichkeiten sind zu limitiert.

Bei der Neugestaltung hat Microsoft den Denkerspieß umgedreht. Man hat sich nicht überlegt, wie man die großen Desktop-Programme möglichst elegant in den kleinen Smartphone-Bildschirm presst, sondern man hat die typischen Smartphone-Szenarien in den Vordergrund gestellt.

Zu sagen, die neue Office-App vereint Word, Excel und PowerPoint unter einem Dach, wäre daher zu kurz gedacht. Das tut sie zwar tatsächlich, die wirklich spannenden Neuerungen stecken aber woanders.

Beim Start wird man von einer neuen Ansicht begrüßt, die Empfohlene sowie die zuletzt genutzten Dateien anzeigt. Außerdem werden hier die „Sticky Notes“ integriert und man kann sie von hier aus direkt anzeigen oder bearbeiten. Ein kleines Wolken-Symbol kennzeichnet Dateien, die auf OneDrive liegen, mit einem Fingertipp kann man sie herunterladen.

Office Mobile Start

Mit dem Bereich „Empfohlen“ kann ich erstmal nichts anfangen. Er lässt sich nicht deaktivieren, aber das ist für den Moment ok, schließlich ist es eine Beta und ich soll Neuerungen testen und nicht ausblenden. Ich bin gespannt, wie gut es Office in Zukunft gelingt, mir an dieser Stelle Dateien vorzuschlagen, die ich auch tatsächlich benutzen möchte.

Wie man auf obigem Screenshot weiterhin sieht, kann man der App mehrere Konten hinzufügen, sowohl geschäftliche Office 365-Konten als auch Microsoft Accounts werden unterstützt. Sind die Konten integriert, hat man von der Office-App aus natürlich auch Zugang zum persönlichen oder geschäftlichen OneDrive.

Im Abschnitt „Aktionen“ lauern die ersten wirklich pfiffigen Neuerungen: Dateien bis 10 MB Größe können von und zu einem PC übertragen werden, indem man an diesem den angezeigten Link aufruft. Diese Funktion ist im Moment allerdings noch nicht in Betrieb, der Link zeigt ins Leere. Alternativ können Dateien auch mit der Umgebungsfreigabe von Windows 10 übertragen werden.

Neue Tools in Office Mobile

Darunter gibt es zwei nützliche Bild-Tools: Das Erste extrahiert Text aus Bildern, das Zweite wandelt eine fotografierte Tabelle in ein Excel-Datenblatt um. Diese Funktion ist nicht neu, sie ist in der mobilen Excel-App schon länger vorhanden, aber hier zeigt sich der Vorteil der umgekehrten Denkweise. Die meisten Excel-Nutzer wissen wahrscheinlich überhaupt nichts von dieser Funktion, die sie am Smartphone aber ganz sicher hin und wieder gut gebrauchen können.

In einem weiteren Abschnitt finden wir verschiedene PDF-Funktionen. Hier kann man Dokumente und Bilder in PDF-Dateien konvertieren oder mit der Smartphone-Kamera in eine PDF-Datei scannen. Die coolste Funktion aber ist „PDF signieren“: Mit dieser kann man eine PDF-Datei mit Finger oder Stift unterschreiben. Das ist extrem praktisch und wird von mir ganz sicher exzessiv genutzt werden.

PDFs signieren in Office Mobile

Hinter dem großen Plus-Zeichen auf der Startseite verbirgt sich eine Verknüpfung, um eine neue Kurznotiz anzulegen, sowie der Zugriff auf Office Lens, das ebenfalls in die neue Office-App integriert ist. Außerdem kann man hierüber auch neue Office-Dokumente anlegen. Dabei kann man wählen, ob man mit einer leeren Datei starten möchte oder ob man Texte, Tabellen oder Bilder direkt importieren möchte.

Neues Office Dokument anlegen

Wie schon gesagt, die neue Office-App vermag mich aus dem Stand zu begeistern. Sie fasst viele wichtige Funktionen zusammen, bietet clevere Zusatz-Features und holt Funktionen in den Vordergrund, die ansonsten in den Apps „versteckt“ sind, wie z.B. das Einscannen einer Tabelle in Excel. Das Versprechen, den Nutzer schneller zum Ziel zu bringen und ihn so unterwegs produktiver werden zu lassen, scheint sie den ersten Eindrücken nach zu erfüllen.

Dee Beta-Version für iOS war erwartungsgemäß binnen kürzester Zeit ausgebucht, weil gemäß der Apple-Richtlinien maximal 10.000 Nutzer an einem Beta-Test teilnehmen dürfen. Für Android gibt es allerdings eine offene Preview. Einzige Voraussetzung ist der Beitritt zu einer Google-Gruppe. Sobald das erledigt ist, kann man sich die Preview über den Play Store herunterladen. Wenn ihr ein Android-Smartphone habt, solltet ihr das auch unbedingt sofort tun und die App ausprobieren.

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
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