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Angetestet: Das LucidSound LS35X für Xbox und Windows 10

Angetestet: Das LucidSound LS35X für Xbox und Windows 10

Nachdem ich vor einigen Monaten bereits das LucidSound LS15X getestet habe, hat mich das Team von PowerA Gaming mit Nachschub versorgt und so landete das LS35X auf meinem Tisch. Es handelt sich dabei um ein Headset für Windows und die Xbox. Verfügbar ist es in Standard-Schwarz oder wie mein Testmuster in Weiß/Rosé-Gold.

Lucidsound LS35X

Das Headset unterstützt nativ Xbox Wireless und ist somit für Xbox und Windows 10 geeignet. Zur Konnektivität aber später mehr.

Das LS35X kostet 189,99 Euro (UVP) und kommt im Standard-Pappschuber wie das zuvor getestete LS15X. Das ist ökologisch durchdacht und vernünftig, enttäuscht aber zugleich. In dieser Preisklasse wundere ich mich, dass kein Transportcase oder zumindest ein Beutel dabei ist. Ein Check auf der Homepage ergab: Bei der schwarzen Version gibt es ein Case, beim der weißen wird darauf verzichtet. Schade.

Lucidsound LS35X

Neben dem Headset findet ihr im Schuber das abnehmbare Mikrofon, ein 3,5mm Audiokabel, ein microUSB-Kabel und eine Staubschutzkappe für den Mikro-Anschluss.

Lucidsound LS35X

Beim ersten Anfassen fiel direkt die sehr hochwertige Verarbeitung auf. Der Kopfbügel ist wie die verbundenen Ohrmuscheln aus stabilem Metall, das mit seinem glänzenden Rosé Finish an Beats by Dr. Dre erinnert.

Der Kopfbügel selbst hat außerdem eine abgesteppte Lederfläche und sorgt so für zusätzliche Bequemlichkeit. Die Ohrmuschelträger sind schwenkbar und in der Halterung selbst auch noch flexibel. Damit wird größtmöglicher Tragekomfort garantiert.

Lucidsound LS35X

Aufgrund der Kompatibilität des Headsets sind die an beiden Ohrmuscheln gesetzten Anschlüsse und Tasten sehr übersichtlich. Die meisten davon finden wir auf der linken Seite: Der Anschluss für das abnehmbare Mikro, der 3,5mm Anschluss um es mit einem Mobilgerät zu verbinden, der microUSB Port zum Laden und der Powerknopf. Ferner gibt es auch noch eine Power-Leuchtdiode und ein eingebautes Mikro.

Auf der rechten Seite ist es umso spärlicher, da gibt es nur die Xbox Wireless Verbindungstaste.

Lucidsound LS35X

Umso spezieller sind die Ohrmuscheln. Wie bei LucidSound üblich und wie von Xbox beim neuen Wireless Headset erfolgreich adaptiert, könnt ihr an den Außenseiten links durch Drehen am Logo die Lautstärke regeln und durch Draufklicken den Ladestatus abfragen. Auf der rechten Seite könnt ihr den Mix aus Spielesound und Partychat anpassen und durch Drücken des rechten Logos das Mikrofon stummschalten.

Die Inbetriebnahme ist wie bei allen Geräte mit Xbox Wireless an der Konsole ein Kinderspiel. Einschalten, die Verbindungstaste drücken bis es schnell blinkt, selbe Taste an der Konsole, zack, verbunden.

Theoretisch lässt sich das Headset mittels Xbox Wireless unter Windows 10 genauso leicht verbinden. Dafür muss der PC aber Xbox Wireless unterstützen, was wiederum bei den wenigsten Geräten von Haus aus der Fall ist. Wer das als Käufer nicht weiß, tappt eventuell in die Falle und findet dann erst im Quick Guide die Auflösung, dass er den entsprechenden Dongle benötigt:

CONNECTIVITY
Windows 10: Xbox Wireless (Xbox Wireless Adapter may be required – not included)

Also Dongle eingesteckt, kurz gewartet und den Verbindungsvorgang durchgeführt. Fertig. Um das Headset mit einem Mobilgerät zu verbinden, müsst ihr das mitgelieferte 3,5mm Kabel benutzen. Das ist enttäuschend. In dieser Preisklasse sollte in meinen Augen Bluetooth als Option zumindest für mobile Geräte enthalten sein. Kaum ein Smartphone hat mehr einen 3,5mm Anschluss, dementsprechend müsstet ihr dafür auch einen entsprechenden Adapter dabei haben.

Kommen wir aber nun zur eigentlichen Benutzung: Einmal aufgesetzt muss man sagen: LucidSound weiß, wie man Bequemlichkeit schafft. Die Over-Ear Cups bestehen aus Memory-Foam und einer Gelauflage und sind somit auch nach stundenlangen Tragen noch angenehm und kein bisschen „schwitzig“. Die gepolsterte und abgesteppte Lederfläche am Bügel sorgt für keinerlei Druckgefühl auf dem Kopf, auch bei langem Tragen.

In Sachen Hörgenuss macht man LucidSound ebenfalls nichts vor. Die 50mm Lautsprecher haben einen satten Sound. Neben einem verstärktem Stereo-Output wird auch Dolby Atmos und Windows Sonic unterstützt. Ich habe das LS35X in Gears of War 5 und in Forza Horizon 4 getestet und die Soundausgabe über Dolby Atmos (das extra abgeschlossen werden muss, falls nicht schon erworben) genossen. Man hört Schritte oder Gefahr punktuell genau und kann umso schneller reagieren.

Beim Abspielen von Filmen, wie zum Beispiel Avengers: Endgame sorgt aktivierter Raumklang für satte Bässe, Umgebungsgeräusche von außen nimmt man kaum oder gar nicht wahr.

Den Partychat habe ich mit dem abnehmbaren Mikro probiert und war auch wie beim LS15X davon angetan, dass der Mikro-Stick einerseits sehr flexibel ist, aber auch stets in Position bleibt. Außerdem unterstützt das Mikrofon Rauschunterdrückung und filtert Umgebungsgeräusche aus. Beim Stummschalten habt ihr am Mikro-Ende eine LED, die euch den Status anzeigt.

Nimmt man den Mikro-Stick ab, kann man das eingebaute Mikro verwenden. Auch per 3,5mm auf dem Mobilgerät. Die Qualität ist nicht überragend, aber funktional.

Die Akkulaufzeit wird mit 15 Stunden angegeben, das kann ich auf Basis meiner praktischen Erfahrungen bestätigen. Auch hier kämpfe ich wieder mit Preis/Leistung. Das Headset bietet nur den veralteten microUSB-Anschluss und kein USB-C zum Laden an. Sollte es mal eine Hardware-Revision des Modells geben, hoffe ich auf einen Umstieg auf USB-C, denn so muss man auch hier wieder ein Extrakabel zum Laden verwenden.

Mein Fazit:

Das LucidSound LS35X hat eine überragende Klangqualität. In Spielen, Filmen und Musik kann man genießen und sich treiben lassen. Mit angeschlossenem Mikro habt ihr sehr gute Sprachqualität und Geräuschfilterung.

Leider merkt man aber diesem Headset seine ursprüngliche Markteinführung in 2018 an. Das selbst die neueste Version des Headsets noch nicht mit USB-C geladen wird, ist unpraktisch. Dazu kommt das Fehlen von Bluetooth für eine einfachere Verbindung mit PC oder Smartphone, was ebenfalls nicht zeitgemäß ist. Das ist schade, denn das ansprechende Design macht es zu einem tollen Headset „to go“. Sollte es einmal eine Hardware-Revision geben, wäre auch die UVP angemessen.

Bei einer UVP von 189,99 € für ein reines Xbox/Windows 10 Headset kann ich keine uneingeschränkte Empfehlung geben, da es aber bei Amazon bereits für 139,99 € angeboten wird, ist es für den Preis wiederum angemessen.

Disclaimer: Enthält Affiliate Links. Das Testmuster wurde uns vom Hersteller unentgeltlich überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

Über den Autor

Daniel Heithorn

Daniel Heithorn

Microsoft-Padawan seit MS-DOS 5.0 und Windows 3.1 | Überzeugter Surface, Office 365 und Xbox One X User | Xbox FanFest süchtig | RIP Windows Phone & Microsoft Band 2

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