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Angespielt: Halo Infinite – Der Master Chief ist zurück! *Spoilerfree*

Angespielt: Halo Infinite – Der Master Chief ist zurück! *Spoilerfree*

Nachdem ich euch vor gut zwei Wochen mit einer Preview zu Halo Infinite beglücken durfte, wurde mir auch erlaubt, die fertige Variante vorab zu testen. Dabei gab es die Möglichkeit, einfach den bisherigen Speicherstand weiter zu benutzen. Ich habe mich aber bewusst dagegen entschieden, um einen besseren, direkten Vergleich zwischen beiden Versionen ziehen zu können.

Und das hat sich mehr als gelohnt.

Waren die Kontraste, Texturen und die technischen Gegebenheiten schon in der Preview beeindruckend, so hat das fertige Spiel, das wir übermorgen genießen dürfen, noch mal eine Schippe draufgelegt und die vollen Next-Gen Muskeln spielen lassen. HDR-Effekte, Schatten, Rauch und Explosionen sind noch einmal aufgewertet worden und hinterlassen oftmals ein „WOW!“.

Halo Infinite Screenshot - Der Master Chief

Da ist der größte Kritikpunkt eigentlich, dass es keinen Forza-Fotomodus gibt, bei dem man das Spiel pausieren und die UI ausblenden kann, um sich die schönsten Screenshots zu sichern.

Doch nun genug Vorgeplänkel, worum geht’s im sechsten Abenteuer des Master Chiefs?

Am Ende von Halo 5 und Cortanas Amoklauf durch die Galaxie kehrte der Spartan John-117 zurück auf die UNSC Infinity und da knüpft Halo Infinite nahtlos an.

Die Infinity wird heimtückisch von einem Schiff der Verbannten, einer Gruppierung, die in Halo Wars 2 eingeführt wurde, angegriffen und geentert.

Die Besatzung ist gnadenlos unterlegen und auch der Master Chief ist gegen ihren Anführer „BEEEP“ (Spoiler) machtlos und kann nur mitansehen, wie die Infinity in Flammen aufgeht, bevor er in die endlosen Weiten des Weltalls gestoßen wird.

Halo Infinite Screenshot - Master Chief im All

Ab diesem Punkt fängt das Spiel da an, wo wir es im letzten Jahr beim Xbox Showcase zum ersten Mal sahen: Ein überlebender Pelican Pilot findet den Master Chief, kraftlos und ohne Energie, im All schwebend vor und rettet ihn durch Kurzschließen seiner Systeme.

Nach kurzer Orientierung geht es schon direkt los, der Pelican wird von einem Verbannten Schiff mit einem Traktor Strahl erfasst und so unternimmt John-117 direkt seinen ersten Außeneinsatz und zerlegt das Verbannten Schiff in seine Einzelteile.

Halo Infinite Screenshot - ExplosionDabei kommt er einer Schiffs K.I. auf die Spur, welche im nahegelegenen Halo Ring Zeta gefangen gehalten wird. Trotz des Widerwillens des Pelican Piloten, betritt der Master Chief die unterirdischen Gewölbe des Rings und entdeckt dabei die K.I., die sich selbst „Die Waffe“ nennt.
Ihr Job war es, Cortana einzufangen, zu löschen und sich danach selbst zu zerstören.
Zwar ist Cortana scheinbar weg, trotzdem konnte sich die K.I. nicht selbst löschen. Dabei stellt sich raus, dass die Anführer der Verbannten den beschädigten Ring Halo ZETA wieder flott machen und mit ihm die Kontrolle in der Galaxie erlangen wollen.

Halo Infinite Screenshot - Master Chief und KI

Der Master Chief überzeugt, die K.I., dass sie weiter gebraucht wird und die Eroberung des Rings verhindert werden muss. Und so lädt sich John-117 die K.I. auf seinen leeren Cortana Data-Chip und geht eine neue Verbindung ein.
Gemeinsam erkämpfen sie sich, inklusive eines schön anzusehenden Mini-Boss Fight, den Weg an die Oberfläche des Rings, wo das Abenteuer erst richtig los geht…

Halo Infinite Screenshot - Banished Boss

Ihr erobert einen taktischen Startpunkt der Verbannten, den ihr durch Hack der K.I. zu eurem macht. Von dort aus startet ihr und könnt auf jeden anderen Punkt auf der Map zugreifen und eure nächsten Schritte planen.

Wie in anderen Open World Spielen auch habt ihr eine Übersicht der Hauptmission, Nebenaufgaben, Sammelgegenständen oder auch Kopfgeldmissionen und könnt euch entsprechende Wegpunkte setzen.

Halo Infinite Screenshot - Halo Map

Dabei gibt es eine Übersicht, wie viele Sammelgegenstände es gibt (nicht wenige) und wie viele ihr schon habt. Seien es die legendären Schädel, Audio Logs von Verbannten oder der UNSC, Container der UNSC, welche Cosmetics für den Halo Infinite Multiplayer enthalten, oder aber Spartan Kerne.

Halo Infinite Screenshot - Spartan Kern

Diese Spartan Kerne sind teilweise Verbesserungen aus der Rüstung gefallener Spartans oder aber sie finden sich verstreut in der offenen Welt von Halo Zeta.

Dabei empfiehlt es sich, die Umgebungsgeräusche in den Einstellungen lauter als die Musik oder Sprache zu schalten, da Sammelobjekte Ping-Geräusche abgeben und diese lauter werden, wenn man sich ihnen nähert. Ein gutes Headset mit Dolby Atmos oder Windows Sonic ist da nicht zu verachten.

Was macht man mit den Spartan Kernen?

Die Kerne geben dem Spiel seine Rollenspiel-Note, denn ihr könnt so Spartan John-117 in seinen Fähigkeiten aufwerten. Sei es sein neuer Greifhaken, mit dem Ihr euch an allerlei hochziehen und Gegenstände ran ziehen könnt, oder euren Rüstungsschild, das Visier und andere Rüstungsteile.

Mit der entsprechenden Skillung könnt ihr auch anders an die Missionen rangehen. Voll gepanzert lassen sich leichter offene Konfrontationen suchen, während ihr mit einem voll geskillten Greifhaken wesentlich eleganter unterwegs seid und damit sogar Gegner betäubt.

Halo Infinite Screenshot - Skillung

Die Gewichtung der Skillung ist nicht unerheblich, denn gerade am Anfang ist der Master Chief schnell mal ein One-Hit-Wonder eines Schakals mit Sniper oder eines Brute-Nahkämpfers mit Knockout-Fähigkeit.

Selbst im Schwierigkeitsgrad „Normal“ gehört das unabsichtliche Sterben dazu.

Hier zeigt sich das nächste technische Highlight von Halo Infinite auf der Xbox Series X: Das Spiel speichert automatisch alle 40-50 Meter oder in jedem Raum automatisch ab, und sollte man sterben, braucht das Spiel keine 10 Sekunden, um dich wieder da zu platzieren, wo es kurz zuvor noch sicher war.

Diese Art des Speichermanagements ist auch das, was das Xbox Series Feature „Quick Resume“ ausmacht. Wenn ihr das Spiel pausiert und dann einfach direkt ins Dashboard geht oder die Konsole abschaltet, merkt sich das Spiel den Speicherstand auf der NVMe, und startet ihr Halo Infinite erneut, dauert es nur 10-15 Sekunden, bis ihr wieder im Spiel seid – genau da, wo ihr aufgehört habt. Für mich das beste Feature der neuen Konsolengeneration.

Eine genaue Spielzeit wurde von 343Industries nicht angegeben, da es das erste Open World Spiel des Halo Franchise ist. Je nachdem, ob ihr nur die Hauptmissionen durchspielt oder aber auch die ganzen Nebenquests und Sammelgegenstände angeht, würde ich die Spielzeit der Kampagne auf 30-50 Stunden einschätzen.

Halo Infinite Screenshot - Halo Zeta

Insgesamt ist Halo Infinite einfach zum Genießen.

Seit der suboptimalen Präsentation im letzten Jahr wurde intensiv an dem Spiel gearbeitet. Seien es die Gegner, deren Texturen massiv aufgearbeitet wurden, die lebendige Außenwelt von Halo Zeta mit beeindruckender Flora und Fauna oder die dynamischen Tag- und Nachtwechsel. Ich hoffe darauf, dass das Spiel tatsächlich noch einen Foto-Modus erhält!

Und wer sich an Craig, den Brute erinnert, der für seine Texturen ein bemitleidenswertes Meme wurde, dem seien diese Monster und deren Texturen gezeigt!

Auch die Barrierefreiheit von Halo Infinite steht der von Forza Horizon 5 in Nichts nach. Neben der üblichen Unterstützung für Seh- oder Höreinschränkungen gibt es auch diverse Optimierungen für Menschen mit Epilepsie, Motion Sickness oder Bedarf an individueller Tastenbelegung.

Halo Infinite Screenshot - Barrierefreiheit

Natürlich kann nicht alles perfekt sein.

So gehört selbstverständlich zu jedem Halo Spiel auch ein CO-OP Modus, mit dem man in tagelangen Couch- oder Online-Sessions gemeinsam das Universum rettet. Leider ist der CO-OP Modus zum Release nicht fertig geworden, sodass man sich dafür, wie auch für die Creator-Schmiede „Forge“, bis zum ersten Quartal 2022 gedulden muss.

Ich persönlich muss aber sagen, dass ich das für nicht so gravierend halte, denn so kann jeder einzeln durch Halo Zeta streifen, Sammelgegenstände suchen, die teilweise sehr gut versteckt sind und sich so im späteren gemeinsamen CO-OP ergänzen!

Mein Fazit für die Solokampagne des Master Chief in Halo Infinite

Er ist wieder da. Und dass beeindruckender, als ich es für möglich gehalten habe!

Nach dem durchwachsenen Showcase und der daraus resultierenden Verschiebung des Titels um ein ganzes Jahr waren viele Xbox Fans vorsichtig optimistisch.

Und ganz ehrlich: 343Industries hat mehr als abgeliefert!

Die Story ist packend, trotz Open World Design oder vielleicht deswegen so gut, denn bei Halo 4 und Halo 5 fühlte man sich stellenweise gehetzt oder durch die Story getrieben. Halo Zeta lädt zum Verweilen und Erkunden ein, es lohnt sich jede kleine Ecke zu durchforsten.

Die Synchro ist auch wieder mehr als gelungen. Die deutsche Synchronstimme des Master Chief, die auch Gerard Butler vertont, macht seinen Job wieder mehr als ordentlich.

Halo Infinite wird am 8. Dezember für Xbox Series S|X, Xbox One und PC erscheinen (entweder über den Microsoft Store oder via Steam).

Dazu ist das Spiel ab dem ersten Tag auch mit dem Xbox Game Pass spielbar und mit Xbox Game Pass Ultimate dann sogar mit Cloud-Streaming. Zusätzlich können Xbox Game Pass Ultimate Abonnenten am Erscheinungstag auf einen Perk zugreifen, der einen Skin und XP Boost für den Multiplayer gewährt.

Über den Autor

Daniel Heithorn

Daniel Heithorn

Seit 2010 im Microsoft Support tätig, kenne ich beide Seiten der Techwelt. Gaming und Xbox sind meine Passion! Xbox FanFest süchtig und Gamin Pin Sammler

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