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Auch Surface Book 2 mit neuem Einstiegsmodell – das wirft Fragen auf

Auch Surface Book 2 mit neuem Einstiegsmodell - das wirft Fragen auf

Heute Vormittag haben wir schon über ein neues Einsteigermodell beim Surface Laptop gesprochen, welches in den USA an den Start geht. Das war wohl ein wenig voreilig, denn auch das neuere Surface Book 2 bekommt eine neue Einstiegsvariante, die einerseits interessanter ist, andererseits aber im Zusammenhang mit dem neuen Modell des Surface Laptop Fragen aufwirft.

Zunächst zur neuen Variante des Surface Book 2: Sie kommt mit Intel Core i5 CPU und 8 GB RAM, gegenüber dem bisher günstigsten Modell wurde hier jedoch der SSD-Speicher halbiert – von 256 auf 128 GB. Dafür gibt es im Gegenzug einen satten Abschlag von 300 Dollar, so dass man das Surface Book 2 in den USA jetzt ab 1.199 Dollar bekommen kann. Der gekürzte Speicher ist vor allem deshalb zu verschmerzen, weil man ihn beim Surface Book 2 für kleines Geld über den SD-Slot aufrüsten kann, das geht sogar unsichtbar.

Surface in Schwierigkeiten?

Wir hatten bei der Bekanntgabe von Microsofts Quartalszahlen gehört, dass der Surface-Umsatz um 1 Prozent gestiegen ist, allerdings bei gesunkenen Stückzahlen (die uns Microsoft nach wie vor nicht verrät). Das klingt nicht wirklich dramatisch, denn die neuen Modelle von Surface Pro und Surface Book sind eher evolutionär und liefern wenig stichhaltige Gründe für ein Upgrade, wenn man bereits einen der Vorgänger besitzt. Am meisten verwundert es, dass aus dem Surface Laptop kein Zugpferd geworden ist. Jahrelang hörte man alle Analysten rufen, Microsoft möge doch bitte ein „gewöhnliches“ Laptop mit Surface-Branding herausbringen. Nun, da sie es getan haben, bleibt der große Erfolg aber aus. Alleine das neue Surface Pro verkaufte sich nach den Statistiken von AdDuplex fünf Mal öfter.

Ich will es nicht gleich einen Flop nennen, dafür mag ich das Gerät viel zu sehr, aber sowohl die Markforscher, Journalisten und auch Microsoft haben die Nachfrage nach einem Surface Laptop offenbar völlig falsch eingeschätzt. Der hohe Preis mag eine Rolle spielen, der konnte allerdings den Erfolg der anderen Surface-Geräte bislang auch nicht „verhindern“.

Man sollte das nicht überbewerten, nur weil ein Modell nicht den erhofften Erfolg bringt, sowas passiert. Dass sich Microsoft aber auch beim Surface Book 2 offenbar um höhere Stückzahlen bemühen muss, ist dann doch ein wenig überraschend. Vielleicht erkennt man daran auch, dass der Markt im Moment ein wenig „satt“ ist. Den letzten Surface-Geräten fehlte der entscheidende innovative Tick – die Besonderheit, die bisher jedes neue Modell zu bieten hatte.

Microsoft ist beim Surface nicht auf Stückzahlen angewiesen, Geld verdienen will man damit aber natürlich trotzdem. Jeder Hersteller, der ein neues Gerät auf den Markt bringt, muss ungefähr abschätzen, wie viele er davon verkauft. Auf dieser Basis werden die Verträge mit den Zulieferern gemacht und Kapazitäten bei den Auftragsfertigern gebucht – das lässt sich nachträglich nicht mehr im großen Stil verändern.

Bei einer Premium-Marke wie dem Surface reagiert der Markt ganz besonders sensibel auf „Notverkäufe“. Daher reagiert Microsoft jetzt auch nicht mit Preissenkungen, sondern mit neuen Modellen.

 

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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