Auf die Plätze, sitzen, los. Der S300 von Nitro Concepts im Test

Auf die Plätze, sitzen, los. Der S300 von Nitro Concepts im Test

Martin hatte Euch mit dem noblechairs Hero im September einen Gaming-Stuhl mit Kunstlederbezug vorgestellt, der 399,90€ kostet. Wer nicht ganz so viel Geld für einen Stuhl ausgeben möchte und trotzdem sehr bequem an seinem Schreibtisch arbeiten oder eine Runde zocken will, dem kann ich nach meinem Test, den “S300 Gaming-Stuhl“ von Nitro Concepts empfehlen.

Nitro S300

Ich persönlich bevorzuge Stühle mit Stoffbezug. Daher stört es mich persönlich nicht, dass es den S300 nicht mit Lederbezug gibt. Dafür gibt es ihn aber in zehn verschiedenen Farbvariationen:

  • Astral Yellow
  • Atomic Green
  • Galactic Blue
  • Horizon Orange
  • Inferno Red
  • Nebula Purple
  • Radiant White
  • Stealth Black
  • Urban Camo
  • SL Benfica Special Edition (ab Mai 2019)

Für meinen Test habe ich den S300 in der Ausführung “Inferno Red” von Caseking bekommen. Auch im Fußkreuz des Stuhls findet man seine gewählte Farbe wieder.

Bevor man es sich an seinem Schreibtisch bequem machen kann, muss der Stuhl nach erfolgter Lieferung erstmal aufgebaut werden. Ich habe das alleine gemacht und keine großen Probleme damit gehabt. Der einzige Schritt, bei dem man es eventuell mit einer zweiten Person etwas leichter hat, ist das Verbinden der Rückenlehne mit der Sitzfläche. Damit ihr euch ein Bild vom Aufbau machen könnt, habe ich diesen einfach mal in einem Zeitraffer-Video festgehalten. Ich habe ca. 15 Minuten für den Aufbau benötigt.

Verarbeitung und Materialien

Schon beim Auspacken merkt man, dass man es mit hochwertigen Materialien und guter Verarbeitung zu tun hat. Die einzelnen Teile sind alles andere als leicht. Alleine das Fußkreuz wiegt mehrere Kilo und wirkt sehr stabil. Der gesamte Stuhl wiegt fertig zusammengebaut 24,5 kg.

Wie oben geschrieben, ist der Stuhl komplett mit Stoff bezogen. Auch nach mehreren Wochen der Nutzung habe ich noch keine sichtbare Abnutzung des Stoffes feststellen können. Der laut Angaben des Herstellers verformungsresistente Kaltschaum soll dabei eine lange Haltbarkeit garantieren. Wirklich beantworten kann man das natürlich erst nach entsprechend langer Nutzung.

Von der Form her erinnert der Stuhl an einen Rennsitz. Die Basis des Stuhls ist ein Stahlgestell, was auch zum hochwertigen Gesamteindruck beiträgt.

Einzig die Armlehnen hätten meiner Meinung nach stabiler gebaut werden können, das ist mir aber schon bei vielen Gaming-Stühlen aufgefallen. Die seitlichen Abdeckungen der Schrauben wirken außerdem etwas billig was man aber auch nur merkt, wenn man diese selber in der Hand hatte.

Jetzt nehmen wir aber Platz

Ob ein Stuhl bequem ist oder nicht, beurteilt natürlich jeder Nutzer nach seinen Vorlieben. Für den Einen muss es härter sein, der Andere bevorzugt es lieber wie in einem Sessel einzusinken.

Hier bekommt ihr zum Thema “Sitzkomfort” meinen subjektiven Eindruck: Um es vorweg zu nehmen, ich fand den Stuhl vom Start weg sehr bequem. Auch wenn ich mal länger vor dem PC sitzen musste oder wollte, hatte ich nie den Drang, zwischendurch mal aufzustehen, weil zum Beispiel das Bein eingeschlafen ist. Auch hat die Sitzfläche für mich genau den richtigen Härtegrad. Dieser hat sich auch nach mehreren Wochen zumindest nicht merklich geändert. Da scheint der verformungsresistente Kaltschaum seine Arbeit gut zu machen.

Um einen Stuhl für so viele verschiedene Sitz-Typen wie möglich komfortabel und bequem zu gestalten, ist es wichtig, dass man diesen auf seine Bedürfnisse einstellen kann. Der S300 Gaming bietet dafür ausreichend Möglichkeiten.

Mit dem Druckluftheber ist es möglich, den Stuhl um 13 cm von 48 bis 61 cm in der Höhe zu verstellen. Das reicht aus, dass sogar ich bei meiner Körpergröße von 1,93 meine Beine noch baumeln lassen kann. Um eine bequeme Sitzposition zu finden, kann man die Rückenlehne von 90° (also senkrecht) bis 135° einstellen und so schon fast liegen. Bei meiner Größe ist die Liegeposition aber nicht empfehlenswert, ich wäre beinahe nach hinten umgekippt. Aber zum Schlafen geht man ja auch lieber ins Bett.

Mit den für den Nacken- und Lendenbereich im Lieferumfang enthaltenen Kissen könnt ihr die Rücklehne noch etwas besser an eure Körperform anpassen. Diese werden mit flexiblen Bändern am Stuhl befestigt,  so kann man das Kissen für den Lendenbereich auch in der Höhe verstellen. Bei höherwertigen Stühlen findet man meist eine verstellbare Lendenwirbelstütze, auf diese müssen wir hier verzichten.

Leichtes Wippen ist mit der eingebauten Wippmechanik möglich. Die Härte des Gegendrucks dieser Mechanik lässt sich unter dem Stuhl mit einem Drehknauf einstellen. Mit dem Hebel für die Rückenlehne kann man diese Funktion aber auch blockieren.

Nitro S300

Falls ihr mal schnell in eurem Zimmer von einer Ecke in die andere fahren wollt, dann macht ihr das auf den 50mm-Rollen, die für Hart- und Weichboden ausgelegt sind. Das klappt nach meinem Test auch sehr gut. Einzig auf hochflorigem Teppich rollt der Stuhl nicht ohne größeren Kraftaufwand.

Wie oben erwähnt, sind die Armlehnen des S300 qualitativ nicht ganz auf dem Niveau des restlichen Stuhls, aber dafür lassen sich diese individuell anpassen. Der Hersteller selber nennt sie 3D-Armlehnen. In der Praxis bedeutet das, dass sich diese

1. in der Höhe verstellen
2. nach vorne und nach hinten schieben und
3. die Armauflagen sich um einige Grad nach links oder rechts drehen lassen.

Hier habt ihr nochmal alle technischen Daten auf einen Blick bevor ich zu meinem Fazit komme.

Technische Daten

  • Gesamthöhe (mit Basis): ca. 128 – 140 cm
  • Höhe Sitzfläche (mit Basis): ca. 48 – 61 cm
  • Höhe Rückenlehne: ca. 87 cm
  • Breite Rückenlehne (Schulterhöhe): ca. 53 cm
  • Breite Rückenlehne (Beckenhöhe): ca. 56 cm
  • Breite Rückenlehne (Kontaktfläche): ca. 48 cm
  • Breite Sitzfläche außen (breitester Punkt): ca. 57 cm
  • Tiefe der Sitzfläche innen: ca. 47 cm
  • Gesamttiefe (ohne Basis): ca. 55,6 cm
  • Breite Armlehnen: ca. 9,5 cm
  • Tiefe Armlehnen: ca. 25,5 cm
  • Neigungswinkel der Wippmechanik max. 14°
  • Neigungswinkel der Rückenlehne 90° bis 135°
  • Gewicht ca. 24,5 kg
  • Maximalbelastung 135 kg

Materialien:
Stahl (Rahmen)
Kaltschaum (Polsterung)
Stoff (Kontaktfläche + Bezug)
Nylon (Fußkreuz)
Nylon / Polyurethan (Rollen)
Polyurethan (Armlehnen)

Fazit

Rennfeeling ist mit dem S300 garantiert. Durch die breite Sitzfläche fühlt man sich aber nicht eingeengt und sitzt auch nach mehreren Stunden Zocken oder Arbeiten am PC immer noch bequem. Durch die verschiedenen Style-Variationen kann man sich das Modell aussuchen, welches sich am besten ins heimische Ambiente einfügt. Für knapp 250 € bekommt man einen soliden Stuhl mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis hat. Wer einen Stoffbezug einem Lederbezug vorzieht und nicht unbedingt eine integrierte Möglichkeit zum Einstellen des Lendenbereichs braucht, dem kann ich den S300 mit ruhigem Gewissen empfehlen.

 

Über den Autor
Daniel Ollesch
Meine Name ist Daniel Ollesch und bin ein typischer Gamer. Auf dem PC spiele ich am liebsten unter Windows und am TV auf der Xbox. So hat mich damals auch Martin gefunden als ich Dr. Windows bei einem Video über Forza Motorsport auf meinem YouTube Kanal erwähnt hatte. Seitdem produziere ich FAQs, Reviews und andere Videos für Dr. Windows.

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Kommentare
  1. Wieso haben alle gaming Stühle so billige Plastik Armlehnen? Für so einen Preis unverschämt.
    Gute Stühle beginnen bei 500€ plus. Die Preis- und Unverschämttheorie muss also nochmal auf den Prüfstand.
    Die Konstruktion der Armlehne ist aber wirklich unterirdisch. Das gibt es normalerweise bei den Stühlen der SB-Möbelmärkte.
    Da muss ich zustimmen. Unter 500-600€ kann es keinen wirklich guten Stuhl geben. Viele kommen aber auch mit billigen Stühlen gut zurecht, so dass eine Vorstellung hier trotzdem gerechtfertigt ist. Für mich persönlich ist diese alberne Rennoptik nichts, aber ich spiele auch nicht am Computer, sondern arbeite daran.
    So sehr viel Spielraum hat man nicht, wenn man sich von den "normalen" Stühlen abheben will. Ein Ohrensessel wäre ja irgendwie auch nicht ideal :).
    Schon, aber sollte ein Stuhl nicht in allererster Linie ergonomisch sinnvoll sein?
    Die Sportsitze in Autos haben ja den Zweck, Seitenhalt zu geben, wenn man in die Kurven geht, passiert zuhause ja eher weniger :-)
    Das Stuhldesign dient weniger dem Schutz vom Pommesgrab sondern soll Selbigen ein Gefühl vermitteln, im Spielerlebnis mehr eingebunden zu sein und auch darin mitzugehen. So oder ähnlich würde man es womöglich offiziell aussagen.
    An für sich sind die Stühle einfach aufgebaut, unterscheiden sich hauptsächlich in der Ausgestaltung von Sitz und Rückenfläche ähneln vom Grundgerüst auch der Kaufhausware. Vermutlich gibt es den gleichen Unterbau auch in etlichen "Chefsesseln".
    Klar sollte jedem sein, dass diese Stühle nicht den Anforderungen eines ergonomischen Arbeitsplatzes entsprechen und bei zunehmenden Rückenproblemen nur die Einnahme einer Schonhaltung fördern, nicht aber dem Problem entgegenwirken.
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