Ausprobiert: Cherry MX Board 1.0

Ausprobiert: Cherry MX Board 1.0

Über sechs Milliarden seiner gleichnamigen Switches hat der deutsche Hersteller Cherry nach eigenen Angaben schon gebaut und verkauft, über 60 Hersteller integrieren Cherry-Switches in ihre Tastaturen. Das in Auerbach ansässige Unternehmen produziert aber auch selbst, und eines der neuesten Produkte ist das Cherry MX Board 1.0, das ich die letzten Wochen auf meinem Schreibtisch hatte.

Cherry MX Board 1.0

Diese rund 70 Euro teure, kabelgebundene USB-Tastatur richtet sich an Viel- und Schnellschreiber und soll sich durch ihre besondere Robustheit auszeichnen. Jede einzelne Taste soll mindestens 50 Millionen Betätigungen überstehen und dank der Laserbeschriftung dann noch immer lesbar sein. Das Cherry MX Board 1.0 verfügt über eine dreistufige Höhenverstellung und eine optionale Handballenauflage.

Cherry MX Board 1.0

Das MX Board 1.0, welches ich ausprobiert habe, ist mit den braunen Cherry MX-Switches ausgestattet (Es gibt auch eine Version mit roten Switches – eine Übersicht über die Farben der Cherry-Switches und deren typische Eigenschaften gibt es auf der Cherry-Homepage). Die braunen Switches haben einen Schaltweg von zwei Millimetern und ein taktiles Feedback, nicht aber den typischen „Klick“, den man von anderen Cherry-Switches kennt.

Laut Cherry sind die braunen Switches ein Kompromiss für Nutzer, die viel tippen, aber auch gerne spielen. Sie werden außerdem als angenehm leise beschrieben, was ich nicht so wirklich bestätigen kann. Das scheint allerdings auch weniger an den Schaltern selbst zu liegen, sondern wird beim MX Board 1.0 durch die extreme Hartplastik-Bauweise begünstigt, die einer Tastatur für knapp 70 Euro nicht würdig ist.

Das wirkt nicht nur billig, sondern macht das Gehäuse auf anfällig für Kratzer, wie man leider auf dem nachfolgenden Bild sehen kann, welche die Tastatur mit montierter Handballen-Auflage zeigt. Ich weiß nicht mal, wie der da hin kam.

Cherry MX Board 1.0

Ob man die Tastatur mit oder ohne diese Auflage benutzt, ist eine Frage der persönlichen Vorliebe, ich persönlich komme besser ohne diese zurecht.

Das MX Board 1.0 verfügt über eine LED-Tastenbeleuchtung, die sehr kräftig und 10stufig regelbar ist. Hier auf den Bildern ist sie allerdings abgeschaltet.Cherry MX Board 1.0

Wenn man mechanische Tasten mag, dann schreibt es sich auf dem MX Board 1.0 wirklich angenehm. Als Umsteiger von einer flachen Tastatur muss man damit leben, dass man in den ersten Tagen dutzendfach Tippfehler produziert, die eigene Motorik muss sich darauf erst wieder einstellen. Die braunen Switches kannte ich schon von meinem Test der Cougar Attack X3, mit der ich bestens zurecht kam. Daher hat es mich zunächst gewundert, dass ich mit dem MX Board 1.0 nie so richtig warm wurde. Bei einem vergleichenden Blick fiel mir dann aber auf, dass bei diesem Modell die Tasten dicht an dicht stehen, vermutlich liegt es daran. Das ist natürlich eher eine subjektive Wahrnehmung denn eine Bewertung – ich komme ganz offensichtlich mit größeren Tastenabständen besser klar.

Für Gamer sieht das MX Board 1.0 ja fast schon langweilig aus, ein Gaming-Feature hat es aber dennoch zu bieten: Die Windows-Taste lässt sich abschalten, damit man sich nicht versehentlich selbst aus einem Spiel kickt.

Zusammenfassend muss ich leider sagen, dass mich diese Tastatur nicht abgeholt hat. Dass ich beim Schreiben nicht so richtig in Fahrt kam, ist wie schon erwähnt keine negative Eigenschaft des Produkts, sondern eine Frage der persönlichen Vorliebe. Hier hat es halt einfach nicht gepasst. Was mich aber wirklich gestört hat, war die billig wirkende Vollplastik-Ausführung, da rechtfertigen dann auch die zweifelsohne hochwertigen Cherry-Switches den Preis nicht mehr.

Zum guten Schluss noch etwas Grundsätzliches: Mit der Corsair K70 hatte ich kürzlich eine Tastatur im Test, die über Cherry-Switches in der Low Profile-Ausführung verfügt, so soll ein noch besserer Kompromiss zwischen dem Einsatz als Office- und Gaming-Tastatur gefunden werden. Im direkten Vergleich auch mit der Cougar Attack X3 würde ich sagen, dass die Low Profile-Version dann beinahe schon wieder zu viel Kompromiss ist. Wenn Cherry, dann richtig. Aber auch das ist wieder eine persönliche Meinung und keine objektiv gültige Wertung.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Ich glaube ich werde mir im Leben keine mechanische Tastatur zulegen. Bin völlig zufrieden mit meiner Logitech G110 Gummimattentastatur. Zig Spiele damit durchgespielt, Dokumente und Webseiten damit geschrieben.
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